Archiv der Kategorie: Bad Bentheim

ZDFinfo: Region Nordhorn/Bentheim war als Sammelraum der Nationalen Volksarmee vorgesehen

Eine besondere strategische Rolle war unserer Region durch die Militärs des Warschauer Paktes in ihren Plänen zugedacht, denn das Konzept der strategischen Beteiligung beinhaltete (noch) in den 1980er-Jahren auch Offensiven und Präventivschläge auf feindlichen Territorien. Im Zuge einer fünf- bis siebentägigen Offensive sollte die 5. Armee der Nationalen Volksarmee die deutsch-niederländische Grenze zwischen Nordhorn und Enschede erreichen. Drei motorisierte Schützen-Divisionen und eine Panzerdivision sollten diesen Vorstoß unterstützt durch sowjetische, später auch polnische  Divisionen und Regimenter unternehmen. Im Raum zwischen Nordhorn und Bad Bentheim, um Steinfurt herum und nördlich von Bocholt waren Sammelräume für die Divisionen vorgesehen.

Dies und mehr enthüllen detaillierte Offensivpläne des Warschauer Paktes, die durch den NVA-Oberstleutnant Siegfried Lautsch erhalten und später veröffentlicht wurden. Der Hauptangriff der Truppen wäre entsprechend der Angriffsstrategie des Warschauer Paktes in Hessen erfolgt, um die US-Army anzugreifen. NATO-Truppen waren darauf vorbereitet. Atomare Sprengköpfe wären möglicherweise zum Einsatz gekommen.

Ein Horrorszenarium!

„Welt-online“ berichtet in der heutigen Ausgabe zu diesen Plänen unter Hinweis auf den Fernsehbericht „Die sieben Geheimnisse der NVA“, der heute Abend (Freitag 30. November), um 20.15 Uhr bei ZDFinfo läuft und vermutlich in der Mediathek auch später noch verfügbar ist.

https://www.welt.de/geschichte/article184711106/Dritter-Weltkrieg-NVA-plante-Sechstagekrieg-gegen-die-Bundesrepublik.html

Welt online:

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Ausstellungen im November

Passend zur Jahreszeit laden gleich mehrere beachtenswerte Ausstellungen  in unserer Stadt zum Besuch ein:

Im Haus Westerhoff zeigen einige ortsansässige Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten, darunter Manfred Flucht mit einigen farbenfrohen Malereien und Collagen. Die Abteilung „Schweine“ hat jetzt gerade mal Britta Alferink von ihm übernommen:

20181031_155119Schwein

Mir gefällt die bunte Zusammenstellung  dieser Ausstellung und natürlich der frische Wind in alten Räumen des Hauses  Westerhoff mit den abwechslungsreichen Ausstellungen und Kreativwerkstätten.

Ebenfalls einen Besuch wert ist die gerade eröffnete Ausstellung „Mut zum Aufbruch, Malerinnen um 1900, Bremen-Fischerhude-Worpswede“ im Gildehauser Otto-Pankok-Museum:

20181028_152121Pankok

Interessant sind die präsentierten Bilder im Kontext mit der Lebensgeschichte der Malerinnen. „Jedes Gemälde erzählt eine eigene Geschichte“, wird dem Besucher versprochen. Und dieser Anspruch wird tatsächlich mit umfangreichen Erläuterungen zur Biografie der jeweiligen Malerinnen erfüllt.

Unbedingt zu empfehlen ist ein Blick auf die 25 besten Bilder eines Fotowettbewerbs der Burg Bentheim: „Das schönste Bild von der Burg Bentheim“. Wer immer geglaubt haben könnte, die Burg sei „abfotografiert“ wird spätestens hier korrigiert. Viele der ausgesuchten Bilder zeigen die Burg entweder aus einer ganz neuen Perspektive oder setzen die Anlage in ein ganz neues Licht. Ein Burgbesuch und eine Besichtigung lohnt sich ohnehin immer, aktuell verbunden mit einem Gang in den zweiten Stock des Marstallgebäudes jedoch ganz besonders. An der Auswahl des „allerschönsten“ Burgfotos kann man sich bis zum 31.Dezember auch beteiligen.

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Das sind drei Ausstellungen ganz unterschiedlicher Art mit Öffnungszeiten an diesem und folgenden  Wochenenden. Dazu gibt es weitere Angebote, so beispielsweise eine neue Ausstellung in der Galerie Fidder in der Ochtruper Straße und natürlich die Dauerausstellung im Museum am Herrenberg.

Alles zusammen ein bemerkenswertes Angebot, das ein optimales, eventuell sogar koordiniertes Marketing verdient, damit viele Besucher die Ausstellungen genießen können und das Engagement der Ausstellungsmacher honorieren.

In jedem Fall gilt: Viel Spaß bei den Bentheimer Ausstellungen im November!

 

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Und noch mehr Herbstbilder

So schön ist unsere Landschaft:  Rapsgelbes Feld am Gildehauser Südhang unterhalb des Bürgergartens und Lavendelblau so weit das Auge reicht südlich des Tüschenbrooks.

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Indian Summer in Bad Bentheim

Anstelle vieler Worte oder eines Hebbel-Gedichts folgen heute in meinem Blog wenige Bentheimer Herbstimpressionen und ein  Liedtext von Jim Morrison (Morrison Hotel/1970). Der hatte möglicherweise den Indian Summer in New England oder auch etwas ganz anderes im Sinn. Melodie und Text passen gleichwohl ideal zum herrlichen Tag:

„……

I love you, the best

Better than all the rest

That I meet in the summer

Indian Summer

….“

20181014_125902Tonino

20181014_134826Garten

20181014_111904Ferienpark

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Wanderbares Bad Bentheim

Wandern ist angesagt! Bestätigt wird diese Behauptung durch zahlreiche Medienberichte und die bundesweite Aktion „Wanderbares Deutschland“ unterstreicht dies zudem. Und auch in der Grafschaft konnten wir in den vergangenen Jahren den Trend zum Wandern und vor allen Dingen die Bestrebungen zum Ausbau der entsprechenden Infrastruktur verzeichnen. Der „Podagristenpad“ und die örtlichen Wanderwegenetze sind Beispiele für diese Bemühungen, die gleichermaßen begrüßenswert wie ausbaufähig sind. Und jetzt kommt Bad Bentheim mit einem neuen Ansatz, nämlich dem „Wanderbaren Bentheim“. Für die erste Oktoberwoche wurden von der Touristinformation mit Hilfe des VKV etliche Wandertouren angeboten, vermarktet und durchgeführt. Hier folgt nun ein knapper Bericht zur Wandertour „Bentheimer Gold“, die ich am vergangenen Samstag leiten durfte. Bentheimer können so die gut fünfstündige und 16 Kilometer lange Strecke nachvollziehen. Andere Leser aus der Grafschaft lassen sich hoffentlich zu „Ihrer“ Bentheimer Wandertour animieren:

Immerhin 16 Wanderinnen und Wanderer finden sich um 10.00 Uhr zum Start am Sandsteinmuseum ein. Erwartungsgemäß sind es zahlreiche Niederländer, aber auch Gäste aus Westfalen und einige jüngere Grafschafter. Die Wegeführung ist zum Thema „Bentheimer Gold“ vorgezeichnet, nämlich in Richtung „Bentheimer Berge“. Über den Kathagen mit seinen tollen Aussichtpunkten

20181006_102637Kathagen

führt der Weg dann zum Freilichtbühnenvorplatz. Entstehung und Abbau des Sandsteins lassen sich hier an Ort und Stelle besonders gut erklären.

Ein Gang über die geöffnete Freilichtbühne ist ein spannender und nicht alltäglicher Abstecher. Weiter geht´s  über die Franzosenschlucht und bergauf in die „Berge“. Über den Kammweg wird zur ersten Verpflegungspause die vom VKV neu errichtete Wanderhütte erreicht. Der Goldene Oktober und die für hiesige Verhältnisse sehr abwechslungsreiche Wegstrecke tragen erheblich zur guten Laune bei.

20181006_111944Berge

Bergab geht es auf schmalen Pfaden in die Steinbrüche.  Kammweg und Steinbrüche mit ihrem Bewuchs, Tümpeln und Abgeschiedenheit werden nicht nur von den auswärtigen Gästen leicht staunend erlebt. Über den Kleidiek geht es in den Bentheimer Wald und zu einer weiteren Rast beim Waldbauern. Der Schlengelweg führt zum Bad. Und hier sind selbstverständlich viele Infos  (nicht nur) für die auswärtigen Gäste gefragt. Der Weg bringt uns über den Höltingstuhl und die Prinzensteine (ein schöner Platz für eine Pause)

20181006_140412Fürstensteine

in den Langener Wald zum Ferienpark. Auch hier interessieren  Infos. Die restliche Strecke zurück in den Schlosspark mit Zwischenstopp am Ritterstein ist dann nur noch eine Formsache.

Fazit: Die hier beschriebene Tour können wir als Beispiel nehmen für das erhebliche Potential der Stadt und näheren Umgebung für den Wandertourismus, wie auch als toller Ort für die Naherholung der Bentheimer und Grafschafter. Deutlich wird auch die Schutzwürdigkeit zum Erhalt dieser herrlichen Landschaft. Wir haben Besonderes zu bieten: Den Bentheimer Höhenrücken mit der Sonnenterrasse Kathagen und herrlichen Weitblicken, die beinahe einzigartige Freilichtbühnenkulisse, einen Weg über den Kamm des Bentheimer Höhenzuges mit schroffen Felspartien und schmalen Pfaden in Felsschluchten, eine jahrtausendalten Wald, in dem sich kilometerweit ungestört Ruhe und gute Luft genießen lassen, ein Kurbad mit Mineraltherme und Fachkliniken inmitten dieses Waldes und (es muss sich auch unter skeptischen Bentheimern herumgesprochen haben) einen Ferienpark, der sich in die Landschaft einpasst und nicht von ungefähr so gut besucht und benotet wird.

Kurzum mein Fazit, das natürlich eine politische Komponente hat: Allerbeste Voraussetzungen mit zahlreichen Alleinstellungsmerkmalen für eine florierende Wanderregion. Ein absolutes Pfund, mit dem wir wuchern können, und zwar für die Stadt und seiner Bewohner, für die örtliche Wirtschaft, kulturelle Einrichtungen und für die Gäste gleichermaßen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Wort zum (Fußball)-Wochenende

VfL WE Nordhorn : SV Bad Bentheim. Das ist an diesem Wochenende eines von zahlreichen Lokalderbys im Grafschafter Amateurfußball. Oder  wie wäre es mit TuS Gildehaus : GSV Ringe-Neugnadenfeld? Egal, ob 25 oder 250 Zuschauer kommen werden, es sind bescheidene Zuschauerkulissen im Gegensatz zu den Bundesligastadien. 62.000 werden es in der Schalker Veltins Arena sein oder vermutlich 46.000 im Hamburger Volksparkstadion beim Zweitligaknaller HSV : Jahn Regensburg.  Die Begeisterung für den Fußball ist (fast) ungebrochen.

Wer bei diesen Spielen den Glauben daran bewahren möchte, ein Spiel fange mit 0 : 0 an und es folgt ein einigermaßen fairer Wettstreit, der ist zwar bei unseren Grafschafter Lokalderbys gut aufgehoben. Auf gar keinen Fall sollte der gutgläubige Fußballfan eines oder gar beide der  folgenden Bücher lesen:

„Der Abstieg – Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“  von Daniel Jovanov (Spiegel Online, TAZ, Die Zeit) und Tobias Escher (Spielverlagerung.de, 11 Freunde) ist erst vor zwei Wochen bei Rowohlt zum Preis von 12,99 € erschienen. Für HSVer ist das Taschenbuch eine Pflichtlektüre und den nicht wenigen HSV-Hassern geht das Herz auf. Aber Vorsicht: Wer sich bisher kaum oder gar nicht mit den Hintergründen und der Vereinspolitik beschäftigt hat oder nur die „journalistische“  Begleitung von Abendlatt, Mopo, Rautenperle & Co. kennt, der wird „seinen“ Verein künftig mit anderen Augen, nämlich wesentlich kritischer  sehen. Beleuchtet wird die Negativspirale der letzten neun Jahre seit den legendären Begegnungen gegen Werder Bremen. Vor allen Dingen der Anteil vordergründig großzügiger Investoren wie dem Logistik-Milliardär K.M.  Kühne, dessen „uneigennützigen“ Beratern Callmund und Struth und natürlich der erhebliche Anteil des aus meiner Sicht leider ungekrönten „King of Disaster“ Dietmar Beiersdorfer wird (entgegen meiner emotionalen Attribute) sachlich und ohne Polemik beschrieben. Fehlentscheidungen sportlicher Entscheidungsträger, personelle und finanzielle Entwicklungen und  eine desaströse Personalpolitik sind weitere Inhalte eines Sachbuchs, das sich wie ein Krimi in wenigen Stunden lesen lässt.

Zur Desillusionierung der Fußballanhänger hat im laufenden Jahr „Football Leaks-Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball“ (Spiegel-Buch, 10,00 €) beigetragen. Der Spiegel-Reporter Rafael Buschmann, Michael Wulziger  und weitere 60 Journalisten aus ganz Europa haben die geleakten Dokumente der Enthüllungsplattform aufgearbeitet. Auch dem schon vorher misstrauischsten Fußballfan gehen die Augen über angesichts der hier offenbarten Vertrags- und Vermarktungsdetails, der Machenschaften von Spieleragenten, Vereinsbossen und Profiteuren aller Art. Wir dürfen uns bestätigt fühlen: Spitzenfußball ist hochkorrupt. Vorsicht: Die Lektüre zerstört Illusionen. Liest sich ebenfalls kurzweilig wie ein Krimi.

Mein Tipp: Wer regelmäßig Zeit und Geld für Stadionbesuche oder Sky-Abos ausgibt sollte die eher bescheidenen Kosten und den Zeitaufwand für diese Bücher nicht scheuen. Erkenntnisgewinn mit einem geschärften Sinn für die Realitäten im Profifussball ist garantiert! Garantiert ist auch der Spaß am nächsten Spiel – mindestens auf dem heimischen Fußballplatz.

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Bad Bentheim-Ort der Vielfalt

Seit 10 Jahren bekennt sich die Stadt nach einem Ratsbeschluss im Rahmen der bundesweiten Initiative „Ort der Vielfalt“ zu Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Absolut passend  wurde heute bei einer Kundgebung, zu der alle Ratsfraktionen eingeladen haben, das unmissverständliche Statement bekräftigt und Fremdenfeindlichkeit, Ausländerhass und Rechtsextremismus verurteilt. Sehr erfreulich bewerte ich die große Resonanz, die diese in jeder Beziehung angemessene und gelungene Kundgebung in der Einwohnerschaft fand.

Angemessen waren  die kurzen Wortbeiträge der Fraktionssprecher,  die Musikeinspielungen und der kräftige Applaus aller Anwesenden für die Kernaussage der Veranstaltung. Die Presse und viele Facebookeinträge werden darüber heute und in den nächsten Tagen berichten.

Ergänzend noch ein Zitat von Erich Kästner, auf das mich mein Kreistagskollege Jöne Strenge am Anschluss an die Kundgebung hinwies und das ich hier in meinem Blog als weiteren persönlichen Beitrag nennen möchte: „Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muß den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.“

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20180902_115711Ort der Vielfalt

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Schule, die Spaß macht – Gedanken zum Schulstart in diesen Tagen

Am Samstag war es mal wieder soweit:  Über 1100 Grafschafter Kinder wurden eingeschult. „Der Ernst des Lebens“ durfte beginnen. So wurde zumindest vor  über 50 Jahren geredet, als ich erstmals durch diese Tür  (Foto) eine Schule betreten durfte. Einiges hat sich seitdem in der Schullandschaft getan und dennoch sind wir von einer Schule, die den Kindern, Eltern, der Gesellschaft und auch den Lehrern gerecht wird weit entfernt. Mehrfach habe ich in meinem Blog  den meines Erachtens enormen Reformstau in der Bildungslandschaft beschrieben, so beispielsweise am 31. Mai 2013. In dem Blogeintrag unter der Überschrift „Mit Visionen in die Schule gehen“ habe ich auf die „19 Thesen zur Zukunft der Schule“ des Frankfurter Bildungsrates  hingewiesen. Erschreckend wenig hat sich seitdem getan. Einige Beispiele:

Kindern aus bildungsfernen Schichten und/oder mit Migrationshintergrund müssten bessere Chancen gegeben werden, Begabungen müssen stärker ausgeschöpft werden.  Das ist ein dringendes soziales, ethisches, bildungspolitisches und ökonomisch bedeutsames Erfordernis. Es bleiben viel zu viele Bildungsverlierer zurück. Und begabte und besonders begabte Kinder müssen aus denselben Erfordernissen stärker gefördert werden.

Fächerübergreifende Kompetenzen werden wichtiger gegenüber dem Spezialwissen in einzelnen Fachgebieten. Schlüsselqualifikationen, die ausgebaut werden können, gewinnen an Bedeutung.

Das gegliederte Schulsystem muss verbessert werden. Ganztagsschulen mit einem umfassenden Angebot, das neben dem Wissenserwerb in Schulfächern die Kinder im künstlerischen, sportlichen, kulturellem und sozialen Bereich fördert sollte die Zukunft gehören. Schule, die Spaß macht und auf das Leben vorbereitet müsste das Ziel sein. Wir sind erschreckend weit davon entfernt! Stattdesssen gilt trotz aller begrüßenswerten Verbesserungen noch der eingangs erwähnte Spruch vom „Ernst des Lebens“.

Und natürlich müssten Lehrer auf diesem Weg mitgenommen werden. Stundenausfälle, Abordnungen, Zeitverträge, unzureichende Entlohnung im Primarbereich, unbesetzte Leitungsstellen-es gäbe viel zu tun.

Sind das unrealistische Erwartungen? Utopien oder Visionen? Bildungspolitische Träumereien, die ohnehin nicht am Ort umzusetzen sind? In einigen Bereichen bedauerlicherweise schon, in anderen Bereichen lassen sich auch am Ort Weichen für eine bessere Zukunft der Schule stellen. Immerhin schicken wir uns in Bentheim an, eine neue Sekundarschule zu bauen, nachdem wir erst vor einigen Jahren eine neue Grundschule gebaut haben und der Landkreis erheblich in ein modernes Burggymnasium investiert hat. Somit besteht immerhin die Chance, wesentlich verbesserte Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Schule schaffen zu können. Natürlich können wir am Ort am Rädchen mitdrehen! Der große Schwung  müsste aus anderer Richtung kommen, wird jedoch vorausichtlich ausbleiben und durch eine Politik der kleinen Schritte ersetzt. Ein Millardenprogramm hier und zusätzliche Einstellungen dort. Aber Kinder, die sich auf die Schule freuen, dort wirklich für ihr Leben lernen und einen Abschluss erreichen, der ihren Begabungen und Interessen entspricht-das bleibt eine Vision.

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Kreativwerkstätten-Ein tolles Angebot für Kinder

Ritterspiele, Mittelalterlicher Markt, Kunstmarkt, Musical Night, Oldtimertreffen, Stonerock, Aktionstheater am Ritterstein oder das Food Truck Festival am vergangenen Wochenende. Die Liste der Veranstaltungen am Ort ließe sich leicht fortsetzen. Gäste und Einwohner können sich gleichermaßen über das attraktive und vor allen Dingen zu der Stadt passende Angebot freuen. Aus meiner Sicht erfreulich: Rämmi Dämmi, billige Animation, reine Werbe- und Verkaufsveranstaltungen sind nicht dabei. So kann es weitergehen!

Eher im Verborgenen glänzt ein ganz neues Angebot für Kinder und teilweise auch für Jugendliche. Gemeint sind  Kreativwerkstätten im Haus Westerhoff. Die zwölf eintägigen Workshops laden zum Arbeiten mit Speckstein oder Pappe ein. Silberschmiede- und  Druckworkshops finden sich im Programm wie auch Fadenkunst und Acrylmalerei. Das Angebot der Musikakademie Obergrafschaft und der Stadt Bad Bentheim ist vielseitig und findet in den sehr geeigneten und aus den etablierten Radierwerkstätten bekannten  Räumlichkeiten statt. Vor allen Dingen werden den Kindern und Jugendlichen im besten Smartphone-, Computer- und Spielkonsolen- und heraufziehenden Netflixalter Freiräume für kreatives Gestalten angeboten. Wer immer das stundenlange, einseitige und vereinzelnde daddeln und konsumieren an und mit diesen Medien  kritisch sieht, kann sich über die Kreativwerkstätten an den Wochenenden im Haus Westerhoff freuen und seinen Einfluss, sofern noch vorhanden, nutzen und die Kinder dort anmelden, gegebenenfalls für Fahrdienste zur Verfügung stehen und sich einfach auch interessieren. Bei einem Mutter-Tochter Kurs „Silberschmiede“ ist auch Mitmachen angesagt.

Eigentlich sollte die Nachfrage groß sein, denn bei Ferienpassangeboten im Kreativbereich können sich andernorts die Anbieter über mangelnde Anmeldezahlen besonders der jüngeren Kinder und Jugendlichen nicht beklagen. Sehr erfreulich ist aus meiner Sicht auch die Tatsache, dass Familien mit niedrigem Einkommen über Gutscheine für Bildung und Teilhabe und den Bentheimer Familienpass die teilweise nicht sehr günstigen Teilnehmergebühren erheblich senken können. Kein Kind muss aus finanziellen Gründen draußen bleiben!

Info für die Leser/-innen dieses Blogs: Ausführliche Beschreibungen und Daten gibt es bei der Stadt auf der Homepage (Rathaus-Seite), in den vielerorts ausliegenden Flyern und Anmeldungen nimmt die Musikakademie entgegen.

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„Die niedersächsiche Oberschule – Erfolgsmodell mit Zukunft“

Die Zukunft der Hauptschule und der Realschule, die Einrichtung einer Oberschule und ein Standort für den Sekundar I – Bereich sind bekanntlich aktuelle Topthemen in Bentheim. Die Meinungen, und das ist grundsätzlich ja gar nicht so schlecht, gehen auseinander. Grundlagen für anstehende  Entscheidungen müssen überhaupt noch ermittelt werden. Fakt ist, dass seitens der CDU/FDP die Einführung einer Oberschule (noch) abgelehnt wird während die SPD sich klar pro Oberschule positioniert hat. Soweit und auch im folgenden ist die Situation objektiv beschrieben.

Als seriösen Beitrag zur Debatte möchte ich aus der Drucksache 17/6899 des Niedersächsichen Landtags, 17. Wahlperiode, einige Passagen zitieren und zum Raten einladen. Wer hats gesagt? Auflösung am Ende der zitierten Drucksache!

„Im März 2011 hat der Landtag die Einführung der Oberschule in Niedersachsen beschlossen. Bereits im Jahr ihrer Einführung, zum Schuljahresbeginn 2011/2012, gingen mehr als 130 Oberschulen an den Start. Im laufenden Schuljahr 2016/2017 arbeiten landesweit 256 öffentliche Oberschulen –  ihre Zahl hat sich damit fast verdoppelt….Mehr als jeder zehnte Schüler in Niedersachsen besucht inzwischen eine Oberschule….Im Schuljahr 2015/2016 entschieden sich 21.7 % der Fünftklässler im Anschluss an die Grundschule für den Besuch einer Oberschule. Damit ist die Oberschule nach dem Gymnasium die zweitbeliebteste weiterführende Schulform in Niedersachsen.

Die Oberschulen leisten einen besonders großen Beitrag zur Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in den weiterführenden Schulen und zur Integration von Kindern ausländischer Herkunft…

Der Landtag stellt fest:

Die Oberschule ist ein Erfolgsmodell.

Zu den Stärken dieser Schulform zählt:

  •  Die Oberschule ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, abschließende Bildungsentscheidungen offen zu halten. Sie bietet alle Abschlüsse des Sekundarbereichs I (Schuljahrgänge 5 bis 10) an. Schülerinnen und Schüler erwerben Qualifikationen, mit denen sie ihren Bildungsweg sowohl berufs- als auch studienbezogen fortsetzen können.
  • ……
  • Die Oberschule bietet auch in ihrer inneren Struktur eine große Flexibilität…..
  •  Die Oberschule arbeitet eng mit berufsbildenen Schulen und Betrieben vor Ort zusammen. Sie bietet vertiefte Berufsorientierung bis hin zur Berufsbildung an.
  •  Der Übergang von der Oberschule auf die gymnasiale Oberstufe eines allgemeinbildenden oder beruflichen Gymnasiums ist reibungslos möglich. Insbesondere die verschiedenen Profile, für die die Schülerinnen und Schüler sich entscheiden, erleichtern den Anschluss an weiterführende Bildungsagebote.
  • Verschiedene Ganztagsmodelle mit Möglichkeiten der Rhythmisierung des Unterrichts sowie sozialpädagogische Unterstützung sind für die Oberschulen seit Einführung selbstverständlich.

……         ……….      …….

Der große Erfolg der niedersächsischen Oberschule innerhalb der ersten Jahre nach Einführung dieser Schulform zeigt, dass das angebotene Modell sowohl die Wünsche und Erwartungen von Kommunen als Schulträger auf der einen Seite als auch die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern bzw. ihrer Eltern auf der anderen Seite erfüllt…… In der Praxis haben die ersten fünf Jahre seit Gründung der ersten Oberschulen in Niedersachsen gezeigt, dass das Grundmodell der Schulform den an sie gestellten Anforderungen in vollem Umfang gewachsen ist…………“

Soweit das Zitat.

Auflösung des Rätsels: Es handelt sich bei diesem flammenden Apell pro Oberschule um den Antrag der CDU – Landtagsfraktion vom 15.11.2016 unter dem Titel „Die niedersächsiche Oberschule – Erfolgsmodell mit Zukunft“, unterschrieben von Björn Thümler, Fraktionsvorsitzender.

Ein weiterer Kommentar zur lokalen Debatte erübrigt sich an dieser Stelle.

Nur ein Hinweis: Auf der Seite des Niedersächsischen Kultusministeriums gibt es umfangreiche und selbstverständlich sachliche Informationen für Interessierte.

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