Zum 9. November: Die Aufarbeitung lokaler NS-Geschichte bleibt wichtig

„Friederike Wieking-Fürsorgerin, Polizeiführerin und KZ-Leiterin“ ist der Titel eines in diesen Tag neu erscheinenden  Buches (zu bestellen über info@heimatverein-grafschaft.de, ISBN 978-3-9818211-8-5), das zur Aufarbeitung deutscher und auch lokaler Geschichte einen wichtigen Beitrag leistet. In vier Kapiteln und über 347 Seiten  beschreibt der Historiker Sören Groß das Leben und Wirken einer Frau, die 1891 in Gildehaus geboren und dort aufgewachsen ist. Noch im Kaiserreich und dann in der Weimarer Republik  baute sie als sozial orientierte Fürsorgerin zunächst das Berliner Pflegeamt und dann die Weibliche Kriminalpolizei auf. Als leitende Mitarbeiterin des Reichssicherheitshauptamtes unter der Leitung von Heinrich Himmler war sie später mit der administrativen Leitung von drei Jugendkonzentrationslagern betraut. Nach dem Krieg gehörte sie zum Heer der Täter*innen,  die von persönlicher Verantwortung und Schuld nichts wissen wollten. Herausgegeben wird das Buch vom Heimatverein der Grafschaft Bentheim. Uwe Fitzek schreibt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender im Vorwort: „Der Heimatverein der Grafschaft Bentheim sieht diese geschichtswissenschaftliche Publikation als einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur an. Den nationalsozialistischen Terror und die Gräueltaten des NS-Regimes, begangen von Mitläufern, Nutznießern oder Tätern, müssen auch weiterhin durch Wissenschaft und Forschung ergründet, bearbeitet und dokumentiert werden.“  Die wissenschaftlich fundierte Arbeit ist für den geschichtsinteressierten Laien sehr gut lesbar. Dazu trägt einmal mehr die hervorragende Gestaltung durch den  Verlag A. Hellendoorn sowie die reichhaltige Verwendung von Bildern, Zeitungsausschnitten, Dokumenten und Statistiken bei. Gewidmet hat es der Autor dem Gedenken an die Opfer der Jugendkonzentrationslager.

Wie der Heimatverein drängt auch Peter Weidner für die Geschichtswerkstatt Curriculum Vitae e.V. als Mitherausgeber des Buches auf die weitere Aufarbeitung der braunen Geschichte Bentheims und des Bentheimer Landes. Er nannte in diesen Tagen in einer Mail  Themen, nämlich  die Geschichte der Gestapo und Grenzpolizei Bentheim mit 155 Beamten, das Erbgesundheitsgericht beim Amtsgericht Bentheim, das Bentheimer Gefängnis, die Naziparteileute, die Verfolgung der Juden, die Bentheimer Eisenbahn, die Sterilisationen im Kreiskrankenhaus, die Deportationszüge aus Holland, die Hitlerjugend.

Ich meine ebenfalls, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit wichtiger Teil der Erinnerungskultur, des Gedenkens an die Opfer ist. Und darüber hinaus ist die Aufarbeitung und Kenntnis für die Gegenwart von großer Bedeutung. Heutige und künftige Generationen können damit erkennen, dass Hass, Rassismus und Nationalismus ein furchtbarer Irrweg sind. Sie werden daran erinnert, wie leicht und doch folgenschwer Menschen verführt werden können.

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Jede Stimme zählt

Ich gebe es zu: in der gestrigen Ratssitzung habe ich zwischendurch mehrmals meine Tagesschau-App in Erwartung guter Nachrichten aus den USA aufgerufen. Und tatsächlich beruhigten einige Zwischenergebnisse, wenngleich ich dem amerikanischen Schriftsteller Tom Boyle leider zustimmen muss. Er bezeichnete die Präsidentenwahl unabhängig vom Ausgang schon jetzt als „Desaster für unsere Demokratie“. Beschädigt ist in meinen Augen einmal mehr die Demokratie weltweit. Durch die Wahl mit all seinen unrühmlichen Begleitumständen und erst recht durch die Politik eines Präsidenten der früheren Führungsmacht der freien Welt wurde und wird das Vertrauen in demokratische politische Entscheidungsprozesse schwer erschüttert.

Welch ein Gegensatz zwischen diesen Entwicklungen in den USA und den zwar oft umstrittenen, aber überwiegend auf Ausgleich und Akzeptanz ausgerichteten Entscheidungsprozessen auf dieser Seite des Atlantiks. Und ein kleines, für uns Bentheimer*innen dennoch nicht unbedeutendes Rädchen dieser funktionierenden Demokratie war an diesem herbstlichen Mittwochabend im Forum der Bentheimer Stadtrat. Der Rat beschäftigte sich fast vier Stunden lang unter anderem mit den Grundlagen eines aktualisierten Raumordnungsprogramms,  mit Fakten zur Fortschreibung des Wohnraumversorgungskonzeptes und mit Prognosen zur Kitakinder- und Schulkinderzahlen. All das sind Grundlagen für weitreichende Entscheidungen in unserer Stadt, die Einfluss auf wichtige Lebensbereiche aller Einwohner*innen haben. Entscheidungen werden auf der Basis von Fakten vorbereitet. Das ist mühsam, erfordert hohen Aufwand aller Beteiligten und am Ende möglicherweise Zugeständnisse  und Kompromisse. Das Ergebnis sind in der Regel transparente Entscheidungen nach Faktenlage, die gerade deshalb akzeptiert werden können.

Welch ein Unterschied zu  einer Politik  mit ständigen Falschinformationen und Diffamierungen, die nicht einmal das Votum der Wähler*innen akzeptiert.  Wir haben ausgelernt vom ehemaligen Lehrmeister und das politische System emanzipiert.  Jetzt können wir noch lernen, wie es nicht laufen darf. Lieber rauchende Köpfe als rauchende Colts!

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Große Sorgen auch in der Tourismusbranche

„Ich mache mir Sorgen über die Auswirkungen auf einige Unternehmen, obwohl ich die Gesundheitssicherheit über jede andere Überlegung stelle. Diese Gesundheitskrise ist ein Beispiel dafür, was wir heute berücksichtigen müssen: Wirtschaft, Soziales und Umwelt im weitesten Sinne. Ohne jede der drei Säulen, die eine nachhaltige Entwicklung bilden, werden wir keine ruhige Zukunft aufbauen können“. Das ist nicht etwa das Zitat eines hiesigen  Politikers, Wissenschaftlers oder aus einer beliebigen deutschen Kommune. Vielmehr stammt es von der Bürgermeisterin der südfranzösischen Stadt La Ciotat, der ich mich seit Jahrzehnten verbunden fühle. Die mit der Pandemie verbundenen Probleme dort wie hier gleichen sich und das gilt besonders für beide Tourismusstandorte. Das Ausmaß und die Auswirkungen der Pandemie für diese Branche verdeutlichte in den letzten Tagen eine aufsehenerregende Aktion des Bentheimer Hoteliers Johannes Großfeld. Auf dem Rathausplatz in einem Bett liegend, umringt von Mitarbeiter*innen, forderte er ein Ende des Beherbergungsverbots.  Diese für unsere Verhältnisse drastische Aktion  kann ich gut verstehen wie auch die Verzweifelung in der Veranstaltungsbrache, der Gastronomie und bei Künstlern. In diesem Fall konnte das zuständige Gericht eine Entscheidung fällen. Die Aussetzung des Beherbergungsverbots für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots  durch das Oberverwaltungsgericht wird im Gastgewerbe für Erleichterung sorgen, damit das Herbstgeschäft nicht vollends den Bach heruntergeht. Dennoch: Die Entwicklung der Pandemie in den nächsten Wochen wird Hinweise darauf geben, ob nicht doch strengere Maßnahmen angebracht gewesen wären. Das ist keine leichte Abwägung zwischen Wirtschafts- und Sozialinteressen und dem Gesundheitsschutz andererseits! Sich als Hotelier ausdrücklich für seine Interessen einzusetzen ist jedenfalls mehr als legitim. Ein weiterer Aspekt: In einem Rechtsstaat entscheiden Gerichte auch in solchen Fällen. So geht Demokratie!

Dazu gibt es ein negatives Gegenbeispiel, denn überhaupt kein Verständnis habe ich für die Inhaber*in eines Geschäfts in der Wilhelmstraße. Propaganda für Verschwörungstheorien, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Verachtung von Ärzten und Pfleger*innen sowie allen Menschen, die sich in diesen Zeiten für den Gesundheitsschutz der Menschen einsetzen begegnet uns im Schaufenster (Foto). Da hat jemand keinen Anstand und teilt es auch noch aller Welt mit. Allerdings ist mir das an dieser Stelle keine weiteren Zeilen wert.

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Von der Befragung zur Beteiligung

Die Schüttorfer sind mit der Lebensqualität in ihrer Stadt ganz überwiegend zufrieden, wünschen sich gleichzeitig eine attraktivere Innenstadt, mehr Anerkennung für das Ehrenamt und einen offenen Dialog mit Verwaltung und Politik. Dieses Ergebnisse der „Bürgerumfrage 2020“, veröffentlicht in einem GN-Artikel am heutigen Tag, sind  für unsere Nachbarn von Interesse, denn die Stadtverwaltung beabsichtigt, die Ergebnisse in spätere Projekte einfließen zu lassen. Wer die Obergrafschaft mit Bad Bentheim und Schüttorf auch als gemeinsamen  Lebens-, Bildungs-, Arbeits-, Wirtschafts- und Freizeitraum  betrachtet -und ich sehe das so- wird sich über  jede gute Nachricht aus der Nachbarschaft freuen.

Wie sieht es mit der Zufriedenheit der Bentheimer mit ihrer Stadt aus? Zuverlässige Umfragen sind mir nicht erinnerlich. In meinem Blog vom 25. Januar („Das Bentheimer Paradox) habe ich mich zwar über gelegentliches Nörgeln auf hohem Niveau geärgert, dies jedoch auf Projekte und Veränderungen in der Stadt bezogen. Ich vermute ganz realistisch allerbeste Noten bei der Frage, ob sie, die Bentheimer*innen, gerne in Bad Bentheim leben und mit der Lebensqualität zufrieden sind.  

Wenn es darum geht, das sich Bürger*innen konkret einbringen können, hat unsere Stadt viel Positives geleistet. Neben neu eingerichteten Beiräten, zum Beispiel für Senioren, für Menschen mit Handicap oder Beteiligungsprojekte für Kinder und Jugendliche, erinnere ich an die Bürgerbeteiligung an den Stadtentwicklungskonzepten mit den ganz konkreten Zielen und Projekten in unserer Stadt. Den Bürger*innen wurden in Zukunftswerkstätten vielfältige Mitwirkungsmöglichkeiten eröffnet. Das ist auch unverzichtbar, denn schließlich ist die Stadt bei der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes auf die Mitwirkung seiner Einwohner*innen angewiesen.

Wie gesagt: Leitbilder, Ziele und Projekte beschreibt dieses Konzept und bieten damit einen Rahmen für die Entwicklung der Stadt. Wer sich dafür interessiert, findet darin  Fakten und Grundlagen für die Diskussion, für die berufliche oder unternehmerische  Tätigkeit oder die Arbeit im Verein. Schließlich müssen sich auch die politischen Parteien und die Verwaltung  an den selbstgesteckten Zielen messen und eine Rückkoppelung zur Einwohnerschaft kann dabei nur positiv sein.

Und um auf die Eingangsthesen aus der Nachbarstadt zurückzukommen: Fundierte Mitwirkungsmöglichkeiten auf der Basis von Fakten unterstützen die effektive Beteiligung enorm, sorgen für transparente Entscheidungen, erschweren somit Hinterzimmerpolitik und führen bestimmt zu größerer Zufriedenheit mit dem Wohn- und Lebensort.

Auf der neuen Homepage der Stadt ist das „Stadtentwicklungskonzept Bad Bentheim 2035“ leicht zu finden. Es wird in Kurzform präsentiert und kann auch in vollem Umfang gelesen werden. Es lohnt nicht nur den gelegentlichen Blick! Und später muss es aktualisiert und fortgeschrieben werden. Natürlich mit breiter Bürger*innenbeteiligung.

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Einladung zum Wandern

Sauerland statt Provence, Baltrum statt Adria oder Neuschwanstein statt Eiffelturm. Die Corona-Pandemie sorgt für ein touristisches Hoch im eigenen Land. Sogar das Wandern findet imer mehr Anhänger, die dem ohnehin vorhandenen Trend folgen. Warum dabei in die Ferne schweifen, wenn das Wanderglück doch vor der Haustür wartet? Warum nicht einmal das eigene Lebensumfeld zu Fuß erkunden? Die dritte Auflage des Programms „WANDERbares Bad Bentheim“ in dieser Woche lädt dazu Wanderfreunde und solche, die es werden könnten, ein. In diesem Jahr dürfen sich Interessenten auch aus der näheren Umgebung und aus der eigenen Stadt besonders angesprochen fühlen, denn die geplante Vermarktung der Woche zusammen mit dem inzwischen abgesagten Weinfest konzentriert sich auf den Nahbereich.

Zu zwei Wanderangeboten möchten ich gerne auch persönlich einladen,da ich sie als Ortskundiger leiten darf:

Am Donnerstag, 17. September, starten wir um 10.00 Uhr am Brunnen vor dem Kurhaus zu einer gut zweistündigen Wanderung in die nähere Umgebung.

Am Samstag, 19. September, um 9.00 Uhr ist das Sandsteinmuseum in der Funkenstiege Treffpunkt für konditionsstarke Wanderer, denn mit gut 20 Kilometern ist eine anspruchsvolle Strecke durch Steinbrüche und Wälder zu bewältgen. Neben dem Wandererlebnis gibt es viele Informationen zur Wanderstrecke, Natur und Sehenswürdigkeiten. Gegen 16.00 Uhr werden wir wieder in der Stadtmitte ankommen. Getränke und Verpflegung sind selbst mitzubringen. Gutes Schuhwerk wird empfohlen!

Nähere Infos gibt die Touristinformation Bad Bentheim als Veranstalter der Wanderwoche unter der Telefonnummer 05922 98330. Eine Anmeldung ist ebenfalls unter dieser Nummer erforderlich.

Ich würde mich freuen, bekannte und unbekannte Gesichter bei den Wanderungen begrüßen zu können!

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Bad Bentheim: Ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für den Schienenverkehr in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!

Im Zusammenhang mit Klima- und Umweltschutzdiskussionen spielen auch Mobilitätsfragen eine gewichtige Rolle. Die Bahn ist dabei mit allen positiven und leider auch negativen Schlagzeilen immer wieder Thema.

Ein wichtiger Aspekt für uns Grafschafter ist die Wiederinbetriebnahme ehemals stillgelegter Bahnstrecken. Die lokalen Initiativen und Anstrengungen haben dazu beigetragen, dass jetzt auf der Strecke Bad Bentheim – Neuenhaus wieder der Schienenpersonenverkehr rollt und hoffentlich künftig über Emlichheim ins niederländische Netz fortgesetzt wird.

Wirklich rund wird diese Entwicklung durch eine mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke Bad Bentheim – Gronau/Ochtrup.  Bis Achterberg bzw. bis zum Munitionsdepot auf Ochtruper Gebiet liegen die Schienen. Die Anbindung von Gildehaus wäre ein erster kleiner, für Bad Bentheim dennoch nicht unwichtiger Schritt. Von größerer Bedeutung wäre die Direktverbindung in das NRW-Schienennetz von Nordhorn kommend über Bad Bentheim nach Gronau und von dort nach Münster sowie ins Ruhrgebiet/Rheinland.  Es wäre ein Quantensprung für unsere Region und besonders auch für Bad Bentheim  als dann gestärkter Verkehrsknotenpunkt. Vor fünfzehn oder zehn Jahren wurden solche durchaus vorhandenen Gedankenspiele noch belächelt. Die Realisierungschancen wurden mir erstmals von drei Jahren bewusst. Bei einem der Workshops für das Stadtentwicklungskonzept „Zukunft Bad Bentheim 2035“ schätzten auch die anwesenden Experten und Entscheidungsträger entsprechende Planungen als durchaus realistisch und erfolgsversprechend ein. „Anbindung Gronau“ findet sich dort an der Pinwand als Idee unter der Überschrift „Wo wollen wir hin“.

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Die Dynamik der Klimaschutz- und Mobilitätsdebatten sowie die erfolgreiche Reaktivierung der Strecke Bad Bentheim-Neuenhaus sorgt mittlerweile für erste Planungsschritte. Erste Voruntersuchungen laufen, Bad Bentheim beteiligt sich daran und das Projekt wird hoffentlich Schwung aufnehmen. Ein Indiz dafür sind auch die Veröffentlichungen des „Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die auf  eine Vielzahl möglicher Schienenreaktivierungen deutschlandweit und darunter auch auf die Strecke Bentheim-Gronau  hinweisen. Nachzulesen ist dies zusammen mit vielen weiteren Fakten auf der Seite www.allianz-pro-Schiene.de  der „Allianz pro Schiene“ unter „Reaktivierungen“.

Interessant ist  ein Blick zurück in die Zeit, als die Strecke nach Gronau geplant und dann gebaut wurde. In einem älteren Jahrbuch des Heimatvereins  (Das Bentheimer Land, Band 97, Jahrbuch 1981, Nordhorn)   finden  wir im Beitrag „Vorgeschichte und Bau der Eisenbahnlinie von Bentheim über Gildehaus nach Gronau“ von Hanspeter Dickel  Fakten, die ich hier zusammenfasse.

Im Jahre 1865 erfolgte die Realisierung der Strecke Almelo-Salzbergen über Bentheim und 1875 folgten die Strecken Münster-Enschede und Dortmund-Enschede jeweils über Gronau. Am 14. April 1896 wurde die Strecke Bentheim-Nordhorn-Neuenhaus eingeweiht. Ab 1903 verkehrte zudem eine Kleinbahn zwischen Gronau und Oldenzaal und zwei Jahre später eine Linie von Ochtrup nach Rheine.

Die Planungen für die Linie von Bentheim über Gildehaus nach Gronau, deren Reaktivierung jetzt möglicherweise realisiert werden kann,  waren bereits seit den 1880er Jahren im Gespräch. Motor dieser schließlich erfolgreichen Planungen waren die Städte Gronau und Epe. Diese waren wenig angetan von Überlegungen zu einer Strecke von Freren nach Almelo über Lingen und Nordhorn und damit an einer Ost-West-Querung der Grafschaft über Nordhorn. Dagegen entspräche die dann realisierte Längsverbindung durch die Grafschaft von Neuenhaus über Bentheim nach Gronau stärker ihren Wirtschafts- und Verkehrsinteressen. Dafür nahmen sie (unter anderem der Textilfabrikant M. van Delden) Geld in die Hand (15.000 Mark für Grunderwerb) und machten politisch Druck. Ihre Argumente: Im- und Exportvolumen von Landwirtschaftsgütern und besonders Vieh waren sowohl im Kreis Bentheim wie auch im nördlichen Holland beträchtlich. Und im Verbund mit den Bahnstrecken der Linien Münster/Dortmund-Enschede wird eine kürzere und direktere Verbindung entstehen, mit deren Hilfe die rheinisch-westfälische Kohle die englische Kohle in Groningen und Umgebung verdrängen kann. Die westfälischen Hochöfen würden auch rentabler mit einer Direktverbindung bis Gildehaus und Nordhorn arbeiten können. Und schließlich wird auch die Steinindustrie in Gildehaus als Pluspunkt der Streckenführung Gronau-Nordhorn über Bentheim genannt. Also standen Wirtschaftsinteressen, die weit über den lokalen Bezug hinausgingen, im Zentrum der Bestrebungen.

Schließlich waren auch Streckenführungen ab Schüttorf nach Burgsteinfurt und von Bentheim nach Ochtrup (!) im Gespräch. Die Topografie mit dem Bentheimer Höhenrücken sprach gegen die erste Variante. Die Eisenbahndirektion Köln entschied sich aus Kostengründen für eine Strecke Coevorden-Bentheim-Ochtrup.  Der Grafschafter Kreistag machte 1897, also ein Jahr nach Eröffnung der Linie Neuenhaus-Bentheim, Druck für die Fortführung von Bentheim nach Gronau oder Ochtrup und auch auf westfälischer Seite wurde unter Einbeziehung beträchtlicher Summen dafür gearbeitet. Von dort wurde die Argumentation mit dem Arbeitskräftebedarf der Gronauer Industrie gestützt. Die Bahnverbindung sollte Abhilfe schaffen und das Arbeitskräftepotential der Grafschaft besser ausschöpfen.

1903 war es soweit: Der Gronauer Magistrat und der Kreistag in Bentheim kamen zu entsprechenden Beschlüssen. 1906 erfolgte die Konzessionserteilung, am 3. September des Jahres fand der erste Spatenstich am Bentheimer Bahnhof Süd statt. Für die Jüngeren: dieser befand sich am Ritterstein, der für die Trasse frei gesprengt wurde. Gefeiert wurde der Spatenstich  im Hotel Bellevue und bei Lenzing. Die Strecke mit einer Länge von gut 18 km, 43 Bahnübergängen und sechs Brückenbauten wurde am 20. Juni 1908 in Betrieb genommen. Die Handelsbeziehungen und auch die sozialen Beziehungen sollten sich anschließend ausweiten.

Motivation und Bedingungen für den Betrieb dieser Bahnlinie Bentheim-Gronau (die bis 1974 bestand)  haben sich selbstverständlich in wesentlichen, nicht aber in allen Punkten verändert. Unverändert gilt allerdings ein Satz aus den Gronauer Nachrichten vom 2.6.1897:

„…wäre es jetzt wohl endlich an der Zeit, daß die hiesigen Kreise nunmehr aus ihrer Reserve heraustreten und kräftig für die Realisierung des Projektes Gildehaus-Gronau eintreten.“

Ein Satz, der 123 Jahre später aktueller denn je ist. Es wird höchste Zeit für die Bahn nach Gronau/Ochtrup, bevor noch mehr Unkraut über die Schienen wächst!

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Erinnerungen an das Kriegsende in Bentheim im Livechat

Am 8.Mai 1945 ging der 2. Weltkrieg zu Ende. Nach dem deutschen Überfall auf seine Nachbarländer, einem Angriffskrieg mit schließlich 60 Millionen toten Zivilisten und Soldaten, nach dem Naziterror und der Ermordung von 6 Millionen europäischen Juden war es die „Befreiung von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ (R. von Weizsäcker).

Die Obergrafschaft wurde bereits einige Wochen vorher von alliierten Truppen befreit. An den Osterfeiertagen 1945 trafen die aus den Niederlanden anrückenden englischen Truppen in Gildehaus, Bentheim und Schüttorf auf heftigen Widerstand deutscher Einheiten. Der völlig unsinnige Widerstand forderte Opfer auf beiden Seiten. Zivilisten wie auch Soldaten (Foto: Grabstellen auf dem evangelischen Friedhof) verloren ihr Leben, Häuser, Höfe und Fabriken wurden zerstört.  Die lokale Geschichtsschreibung gibt ausführliche Auskunft zu den Geschehnissen in dieser Zeit. Bestes Beispiel dafür sind die Erinnerungen von Zeitzeugen und Aufarbeitungen im Standardwerk zur Geschichte der Stadt: „Aspekte einer Stadtgeschichte“.

Mit einer gut vorbereiteten öffentlichen  Gedenk- und Feierstunde am 1. April sollte dem 75. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung gedacht werden. Die Veranstaltung sollte im Kloster Bardel mit möglichst großer Beteiligung aus der Bürgerschaft, darunter viele Bentheimer Schüler*innen,  stattfinden. Die Absage im Zuge der Corona-Krise war unvermeidlich. Es ist der Bad Bentheimer Stadtverwaltung mit Volker Pannen an der Spitze zu verdanken, dass jetzt eine angemessene und vielversprechende alternative Veranstaltungsform gefunden wurde: Am Freitag, 8. Mai wird es zwischen 10.00 und 12.30 Uhr einen youtube-livechat geben. Das Programm:

10.00 Uhr: Musikalischer Auftakt,

10.05 Uhr: Zeitzeugeninterview mit Herrn Käweker zum Thema Kriegsende,

10.45 Uhr: Talkrunde des Kreisarchivars Herrn  Lonnemann mit Frau  Maschmeier und Herrn Käweker zu den Themen Kriegsende und Befreiung mit der Gelegenheit, online Fragen zu stellen,

11.45 Uhr: Zeitzeugeninterview mit Frau Wertheim zum Thema Befreiung (aus dem Jahr 2010),

12.25 Uhr: Musikalischer Ausklang.

Livestream-Link für den 8. Mai: https://youtu.be/k1v6AgfR-O0

Interessant ist auch die Möglichkeit, bereits im Vorfeld Fragen an die Talkrunde stellen zu können: kriegsende@stadt-badbentheim.de

Die komplette Veranstaltung und auch die Zeitzeugeninterviews können auch weiterhin jederzeit abgerufen werden. Zudem wird ein ausführlicher Reader vorbereitet.

Einen Link zum livechat gibt es erfreulicherweise auch bei www.gn-online.de

Eine solche Veranstaltung soll aus meiner Sicht  dem Gedenken an die Opfer auch aus unserer Stadt gewidmet sein und gleichermaßen das Geschichtsbewusstsein schärfen, damit Krieg, Gewalt und  Hass keine Zukunft in unserem Land haben. Ganz im Sinne meines französischen Freundes C. aus La Ciotat, der mir vor wenigen Tagen diese Zeilen schrieb:  „Unsere Nationen sind jetzt befreundet, wir sind Europäer und es ist unsere Aufgabe, für bessere Zeiten zu sorgen!“

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Birth Control auf der Freilichtbühne

Im September 2011 habe ich hier in meinem Blog meine Erinnerungen an das Festival 1974 mit Birth Control auf der Freilichtbühne geteilt. Leider hatte ich bisher kein Bildmaterial. Kürzlich stellte  mir Alexander Bentheim  einige historische Aufnahmen zur Verfügung (Herzlichen Dank!), die ich gerne zusammen mit dem aktualisierten damaligen Blogeintrag präsentiere.

1974 Bentheim Freilichtbühne Birth Control 3 (© Alexander Bentheim)

Die Dachkonstruktion zeugt vom Engagement des Stadtjugendrings, der das Festival natürlich ehrenamtlich auf die Beine gestellt hat.  Bemerkenswert ist auch das zeitgemäße Bühnenoutfit des Gitarristen Bruno Frenzel.

Und auf dem folgenden Foto erkennen wir mindestens zwei Obergrafschafter Zeitgenossen: Andreas K. steht vor der Bühne und Friedhelm S. war bereits damals ganz nah an der Technik dran. Wird noch jemand erkannt?

1974 Bentheim Freilichtbühne Birth Control 1 (© Alexander Bentheim)

Das Festival 1973 auf der Freilichtbühne mit Atlantis und Earth & Fire war mit 2500 Besuchern ein guter Publikumserfolg. 1974 unterstützte  auch die Stadt Bad Bentheim die Neuauflage. Die Stadt trug das finanzielle Risiko für das „Open-Air-Festival“ auf der Bühne, das dann als Veranstaltung im Rahmen der  Deutsch-Niederländischen Kulturtage angekündigt wurde. Partner der Stadt war wieder der Stadtjugendring. Die Freilichtbühne war ebenso beteiligt wie 30 jugendliche Ordner des Jugendrings. 2000 Besucher wurden erwartet und Radio Hilversum, der NDR und das Fernsehen des WDR zeigten sich interessiert. Investiert wurden „8000 Mark zuzüglich Werbungskosten“, schrieben die GN einige Tage vor dem Festival.

Erste Panne vor der Veranstaltung: „Triumvirat“, eine  hoch gehandelte Band,  sagte kurzfristig ab und musste durch „Stormy Monday“ aus Mönchengladbach ersetzt werden. Top-Act war „Birth Control“. Dazu kamen  „Alquin“ aus den Niederlanden (Deutsch-Niederländische Kulturtage) und „Preludium“. Ich besitze noch ein Exemplar des Plakates zum Festival 1974 mit einigen weiteren Detailinfos:

Peter Roeder begann seinen Festivalbericht am 9. September 74 mit dem Satz „Wie sehr eine Überdachung der Zuschauerränge auf der Freilichtbühne fehlt, trat am Sonnabend beim Open-Air-Festival deutlich zutage: Insgesamt etwa 800 überwiegend jugendliche Musikliebhaber verbrachten bei hartem Rock und teilweise strömenden Regen einen stürmischen Abend.“  Wieder einmal stand unser Nordatlantiklima  einem rauschendem Festivalerlebnis im Wege. 1977 sollte es ähnlich sein, aber davon soll irgendwann hier im Bentheim-Blog die Rede sein. Die Veranstaltung wurde jedenfalls zum Zusatzgeschäft für die Stadt. Der Stadtjugendring ging leer aus und es sollte für lange Jahre die letzte Open-Air-Veranstaltung des Stadtjugendrings sein.

Tatsächlich kann ich mich noch an „Stormy Monday“ erinnern, die Blues-Rock spielten und nach meinem Empfinden gar nicht mal  schlecht. Die GN schrieb:“ Die Band spielte lustlos. Auch die Mick-Jagger Masche des französischen Sängers Eric Bourgeois blieb farblos.“ Gelobt wurde in der Zeitung der Auftritt der Nordhorner Band „Preludium“. Ich kann mich nicht mehr erinnern und das lag nicht am „braunen Gerstensaft, der kistenweise auf die Freilichtbühne geschleppt wurde“ (GN vom 9.9.74).

Top-Act war „Birth Control“.  Die Band trat erstmals 1968  in Erscheinung, und zwar mit dem Gründungsmitglied Hugo Egon Balder (späterer Moderator der Sendung mit den Länderpunkten und heutiger Gastronom in Hamburg, Zwick). Bereits 1969 übernahm Bernd „Nossi“ Noske den Platz am Schlagzeug. „Birth Control“ war schon zu jener Zeit bekannt für Rock ohne viel Schnörkel und für hervorragende Live-Qualitäten. Neben Noske waren unter anderem Bruno Frenzel an der Gitarre/Gesang und Bernd Held   an der Orgel/Gesang  dafür verantwortlich. Bekanntester Song war und ist „Gamma Ray“,  ein 20 – Minuten Stück, das auch auf der 74er Live-LP zu hören ist. Kritiker schrieben damals: „Man sollte sie Rockarbeiter nennen“. Besonders auf Nossi Noske traf dies zu. Sein Solo auf Gamma Ray war und ist für mich immer noch ein Highlight des Deutsch-Rock jener Jahre.

Peter Roeder schrieb in den GN: „Die Zuschauer waren begeistert und tanzten plötzlich auf den Bänken…..Die Besucher erklatschten sich drei Zugaben.“   So habe ich es auch in bester Erinnerung.

„Alquin“ war der holländischen Beitrag zum Festival im Rahmen der Deutsch-Niederländischen Kulturtage. Nachdem 1973 „Earth & Fire“ auf der Bühne dabei waren, sorgten jetzt „Alquin“ für Musik außerhalb des damaligen Rock-Mainstreams und „veranlaßten die Besucher zuzuhören. Die Kombination der Musikinstrumente (unter anderem Saxophon, Violine) wurde zuerst belächelt, dann jedoch mit starkem Beifall belohnt „, schrieben die GN.

Ein schönes Festival war es damals, trotz des Regens. Ein außergewöhnliches Ereignis in der ansonsten verschlafenen Kleinstadt, die jetzt  schon eine kleine Festivaltradition vorzuweisen hatte. Ein Highlight war es damals und eine schöne Erinnerung ist es  heute. Und ein bischen geprägt haben diese Events auch. Den Musikgeschmack und mehr noch das Lebensgefühl.

Nachtrag: Vor einigen Jahren war ich in der Nordhorner Alten Weberei zugegen bei einem Doppelkonzert der Bands „Guru Guru“  und „Birth Control“. Und was „Birth Control“ zu bieten hatten, war aller Ehren wert. Mit einem Nossi Noske am Schlagzeug und  einigen  jüngeren  Musikern konnte die Band  begeistern.  „Gamma Ray“ erwies sich immer noch mit einem fulminanten Schlagzeugsolo als Renner des Konzerts. Nossi ist vor sechs Jahren leider verstorben. Bereits 1983 ist Bruno Fenzel an den Spätfolgen eines Stromschlags verstorben. Peter Föller spielt heute noch mit jüngeren Musikern unter dem Namen Birth Control.

Über Kommentare und eigene Erinnerungen, Meinungen und Hinweise würde ich mich sehr freuen. Und die Leser wahrscheinlich ebenso. Danke dafür.

Fotos/Copyright: Alexander Bentheim

 

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Das Bentheimer Paradox

„Frankreich ist ein Paradies, das von Menschen bevölkert ist, die sich in der Hölle glauben“. So zitiert die Welt am Sonntag  am 12.1. einen bemerkenswerten Satz des  französischen Schriftstellers Sylvain Tesson. Und weiter: „Hat man unter dem french paradox einest die hohe Lebenserwartung trotz hohen Weinkonsums verstanden, darf man das Wort heute als Ausdruck eines gesellschaftlichen Widerspruchs auslegen: Wir jammern, also sind wir.“

Fließt in den Adern der Bentheimer*innen noch das Blut der Hugenotten? Bei vielen Gelegenheiten hört man Missfallen, Klagen und oft auch -ich kann es leider nicht anders beschreiben- Meckereien.  Während bei den Franzosen „weder Austern noch Fakten zu einem kollektiven Wohlbefinden führen“, sind es in Bad Bentheim die aus meiner Sicht zahlreichen positiven Entwicklungen in den letzten circa zwölf Jahren, die die Laune zahlreicher Mitbürger*innen nicht heben, sondern verderben. Vor einigen Monaten reagierte ich mit einer E-Mail auf das Pauschalurteil eines alten Freundes. Bentheim habe sich schlecht entwickelt, meinte er. Stimmt überhaupt nicht, so meine Antwort. Im Gegenteil! Meine (hier ergänzte) Antwort:

  • Zahlreiche Gebäude wurden mit Hilfe des Städtebauprogramms von privater Seite saniert: Franziskushospital, Haus Holtkamp, Rentamt, Amtsgericht, Finanzamt, Haus Stoltenkamp, ehemals Pizzeria Vito,  Bistro 1,2,3 und weitere.
  • Etliche Straßenzüge wurden vorbildlich saniert: Ochtruper Straße oben, Gildehauser Straße, Stoltenkampstraße, Wilhelmstraße.
  • Der Schloßpark wird in den nächsten Jahren noch attraktiver durch das Programm „Stadtgrün“.
  • Der Bahnhof erstrahlt in altem Glanz und ist ein Verkehrsknotenpunkt für die Region.
  • Das Bahnhofsumfeld und vor allen Dingen das Kaiserhofgelände sind vom Schmuddelimage befreit. Der Kaiserhof wird saniert.
  • Wir haben eine moderne Grundschule in Bentheim gebaut. In Gildehaus folgt eine neue Wettkampfhalle.
  • Im Krippen- und Kindergartenbereich wird laufend investiert. Am Kaiserhof entstand eine neue KITA.
  • Die Stadt wurde durch Tourismus erheblich belebt. „Frag mal die Gastronomen!“ Ohne florierenden Tourismus sähe es in der Bentheimer Gastronomie noch schlechter aus. Übrigens zum Nachteil der Einwohner.
  • Das Thermalsole- und Schwefelbad expandiert und ist ein großer Trumpf unserer Stadt: Fachkliniken mit inzwischen über 500 Betten, hunderten qualifizierten Arbeitsplätzen, Therapiezentren, Mineraltherme. Auch zum Nutzen der Einwohner.
  • Das Gewerbegebiet Westenberg boomt. Die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen will bestimmt niemand missen. Ein Windpark ist dort entstanden.
  • Das marode Freibad in Bentheim und  das Hallenbad in Gildehaus, beide an den ehemaligen Standorten keinesfalls sanierungsfähig, wurden durch einen Badepark ersetzt.
  • „Das Schloßparkcenter hat Kaufkraft nach Bad Bentheim zurückgeholt“, sagt Falk Hassenpflüger, der Interessenvertreter der Gewerbe- und Handeltreibenden von der Industrie- und Handelskammer Osnabrück.
  • Mit dem Treff 10 haben wir ein tolles Jugend- und Kulturzentrum.
  • In der Ochtruper Straße wurde ein Haus für Wohnungslose und somit Notfälle renoviert.
  • Der Familienpass wurde eingeführt. Viele Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien können  durch ihn seitdem beispielsweise Musikschulunterricht nehmen.
  • Die Freilichtbühne konnte auch dank öffentlicher Unterstützung enorm modernisiert werden.
  • Die Dorfgemeinschaftshäuser wurden saniert und werden von der Dorfbevölkerung reichlich genutzt. Als letztes folgt noch Bardel.
  • Endlich gibt es wieder Bauplätze für unsere jungen Familien, die bauen wollen. Der Wohnungsmarkt wird dadurch entlastet. Bei Mehrfamilienhausbebauungen hat die Stadt dafür gesorgt, dass sich Grundstückskäufer zum Bau von mind. 25 % Sozialwohnungen verpflichten. Wohnen bleibt durch diese Maßnahmen bezahlbar. Der Bauverein leistet unverändert hervorragende Arbeit.

Die „Liste der positiven Stadtentwicklung“ ließe sich problemlos fortsetzen. Deutlich werden viele richtige politische Entscheidungen und die Maßnahmen der Stadt und anderer öffentlicher Träger. Vor allen Dingen sind es aber  Institutionen, Unternehmen, Vereine, Gesellschaften und auch Privatpersonen und Investoren, die zu der aus meiner Sicht sehr guten Entwicklung der Stadt beigetragen und sie ermöglicht haben. Und gerade diejenigen, die investieren und zu einer guten Stadtentwicklung beitragen, rufen Kritiker auf den Plan. Wahrnehmung und Fakten stimmen nach meiner Beobachtung häufig nicht überein. Ein Paradox!

Nun gibt es zweifellos genug Probleme und ungelöste Aufgaben in der Stadt. Die Liste reicht von erforderlichen Schulsanierungen bis zu maroden Fußwegen und schlecht ausgebauten Radwegen. Das „Stadtentwicklungskonzept Bad Bentheim 2035“, einstimmig im Stadtrat verabschiedet, gibt Auskunft dazu. Schön wäre es, wenn die Aufgaben mit Optimismus angegangen werden und Nörgeleien durch sachliche Kritik, interessierte Begleitung oder sogar Mitwirkung ersetzt werden.

 

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Guten Rutsch!

Einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr wünsche ich allen  Leser*innen meines Bentheim-Blogs!

Bestimmt bleibt in diesen Tagen etwas Zeit für die Zeitungslektüre. Mich hat ein doppelseitiges Interview Gerhard Schröders, abgedruckt in der Silvesterausgabe der GN/NOZ, besonders beeindruckt. Seine Einschätzungen zu den Themenkomplexen Hartz IV/Bürgergeld, zur Ausrichtung der SPD, zum Zustand der Printmedien und zum Verhältnis Deutschlands zu den USA, Russland und Frankreich teile ich komplett.

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