2026

Alles Gute im neuen Jahr!

Foto: (c)

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Bilder meines Jahres

28. Dezember, genau der richtige Tag, um die Fotogalerie durchzusehen und sich an schöne Momente zu erinnern. Hier sind einige Eindrücke:

Januar: Samstagabendspiel im Olympiastadion Berlin, 3:2 gewonnen, eine Stimmung wie beim WM-Finale, dabei kommt doch nur endlich der Aufstieg in Sicht:

Juli: Aufstiegsfreude auf einem Bauernhof in Welbergen:

November, wir sind wieder da, endlich wieder Erstligafußball im Müngersdorfer Stadion mit brennender Leidenschaft:

Juni: Zu Recht vielfach prämiert, mit Schweiß und wachsender Begeisterung bezwungen, der Manderscheider Burgensteig in der Eifel:

Und nach Manderscheid gleich weiter nach Beilstein an der Mosel. Standesgemäßer Empfang mit unseren Landesfarben, und darüber habe ich mich besonders gefreut:

Januar: Berlin. Gerhard Richter in der Neuen Nationalgalerie, Birkenau-Zyklus, ergreifend:

November: Kölner Dom, Richters Fenster, 106 qm, keine Märtyrer, toll:

September: Ein anderer großer Meister stellt in Oberhausen aus, Doci und ich sehen uns das an:

September: Begeisterung in der Lüneburger Heide, Tageswanderung rund um den Wilseder Berg, gerne wieder:

Januar: Berlin, Reichstag, heute wieder ein auch architektonisch beeindruckendes Bauwerk und symbol- und geschichtsträchtiger Ort der parlamentarischen Demokratie mit Narben:

Juli: Ein weiterer Ort mit Geschichte, das Wohnhaus Konrad Adenauers mit einem bescheidenen Wohnzimmer, in dem auch Charles de Gaulle zu Gast war. Besichtigung und vor allen Dingen das dazugehörige Dokumentationszentrum lohnen den Besuch:

6. Dezember, Treff 10: Wiederhören mit „Springfield“ beim 50-jährigen Bühnenjubiläum (in den GN als „Legenden“ bezeichnet) und Wiedersehen mit alten Freunden, schönes Gefühlsrevival!

Dezember-Highlight: Noch mehr große Gefühle bei ZAZ im fantastischen Grünen Bunker an der Hamburger Feldstraße:

Und im Alsterhaus gibt´s zum Jahresausklang den passenden Wein. Ich wünsche den Lesern meines Blogs das nötige Kleingeld für alle Genüsse dieser Welt und jetzt erstmal einen „Guten Rutsch“ 😉

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Revivalrock mit „Springfield“

Samstag, 3. Mai 1975: Ein Opel-Blitz – Leichenwagen findet den Weg durch Schüttorfer Straßen und parkt am Eingang zum Saal Steggewentze. Drei langhaarige junge Männer entsteigen dem außergewöhnlichen Lieferwagen und schleppen Kisten und Koffer in den Saal Richtung Bühne. Der Gitarrist, Bassist und der Schlagzeuger der Rockband Franz K. sind aus aus Witten angereist. Mit ihren Touren in ganz Westdeutschland, zwei Lp´s mit recht brachialem Deutschrock und linken politischen Texten im Gepäck und mit dem Leichenwagen als Erkennungszeichen haben sie sich einen Namen gemacht und werden von der Obergrafschafter Jugend freundlich empfangen. Im Vorprogramm spielen die Schüttorfer und Bentheimer Lokalmatadoren „Springfield“. Das Event hatte ich mit wenigen Wochen Vorlauf auf die Beine gestellt, ermutigt durch einige vorherige erfolgreich verlaufene Konzerte mit lokalen Bands ebenfalls bei Steggewentze. Der Saal war voll, es dürften mindestens 500 junge Leute gewesen sein, darunter viele Freundinnen und Freunde von „Springfield“. Im selbst verfassten, vermutlich unveröffentlichten Pressetext schrieb ich: „Für eine freudige Überraschung sorgte die neue Obergrafschafter Rockgruppe „Springfield“, die in der Besetzung Hartmut Meyer (ex Omega), Kl. Lothar Hienz (ex Imago) und mit Ulrich Frankenberg, Rolf Wangemann und Dietrich Lammering (alle ex Tumbling Dice) auftraten. Die Meinung der begeisterten Jugendlichen war, daß solche Rockkonzerte in der Grafschaft häufiger stattfinden sollten.“

Sehr gerne erinnern sich die damaligen Jugendlichen noch an die Zeiten im „Haus“, einer alten Villa in der Nähe des Schüttorfer Bahnhofs. Das Gebäude diente als Proberaum und darüber hinaus als Treffpunkt einer großen homogenen Gruppe Bentheimer und Schüttorfer Jugendlicher, deren Sozialisation nicht unerheblich in jener Zeit und an diesem Ort geprägt wurde. Freundschaften und Bekanntschaften entstanden dort, die teilweise bis heute Bestand haben. Vor genau 10 Jahren, am Nikolaustag 2015, wurde das wieder einmal deutlich bei einem Revivalkonzert im Treff 10 mit „Springfield“ und vielen Wegbegleitern aus Jugendtagen:

Samstag, 6. Dezember 2025: Die Neuauflage zum 50. Bühnenjubiläum startet im Treff 10 in der Bentheimer Kirchstraße. Freuen wir uns auf ein Wiederhören von „Jessica“, „The King will come“ und den selbst komponierten Nummern von „Springfield“ und auf ein Wiedersehen mit alten Freundinnen und Freunden!

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Gelungene Premiere auf der Freilichtbühne

Ein warmer Sommerabend, Vogelgezwitscher aus dem Grün des Steinbruchs und ein erwartungsvolles Publikum auf der Zuschauertribüne – Premierenstimmung lag gestern Abend auf der Freilichtbühne in der Luft. Ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Theaterabend waren gegeben und weder Publikum noch Spielschar wurden enttäuscht. „Der Besuch der Alten Dame“ erwies sich als gute Wahl für das diesjährige Abendstück im Jubiläumsjahr der Freilichtspiele Bad Bentheim. Dürrematts tragische Komödie um Geld und Macht, um Schuld und um Rache ist einerseits Klassiker und andererseits aktuell wie eh und je. Eine gute Wahl für die Bühne und ein Gewinn für jeden Besucher, denn Regie und Darsteller konnten sich einmal mehr sehr gut beweisen. Hier ist ein Foto, auf dem fast alle Darsteller zu sehen sind:

Und hier ein kleiner Rückblick in den Juni 1974, denn seinerzeit wurde „Der Besuch der Alten Dame“ erstmals auf der Bentheimer Bühne gespielt. Regie führte Wilhelm Michael Mund. Nach meiner Erinnerung passte er einige Details dem damaligen Zeitgeist an. Der Vergleich der beiden Aufnahmen zeigt, dass es dem Kleidungsstil der siebziger Jahre entsprechend wesentlich farbenfroher zuging. Er engagierte auch die Volkstanzgruppe der Landjugend Gildehaus und die Szenen mit der Güllener Bürgerschaft wirkten auch dadurch enorm authentisch. Vor der Generalprobe kam er auf uns Jugendliche zu und erkundigte sich nach unseren Mopeds, die er doch gerne einbauen würde. Gesagt, getan: ab sofort kanatterten wir in einer großen Volksszene mit unseren Mofas und Mopeds über die Brücke auf die Bühne. Unvergessen auch seine energische Regieanweisung an uns junge Männer, mehr Spannung in den Köper zu legen. So sind wir im Hintergrund ohne Mopeds, aber mit ausreichend Körperspannung zu erkennen:

Eine Reihe von Aufführungen sind geplant. Es wäre schön, wenn zumindest die Bentheimer in großer Zahl den Weg in die alten Steinbrüche finden werden und die tolle Spielschar vor großer Kulisse auftreten kann. Niemand wird es bereuen!

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Ruisdael in Bentheim – Ein Glücksfall für Bad Bentheim 2025

Die Bentheimer Museen sind einzeln betrachtet Kleinode, also Kostbarkeiten und Juwelen. Als kulturelles Angebot und im Zusammenhang betrachtet sind sie ein außergewöhnliches Alleinstellungsmerkmal über die Grenzen der Grafschaft hinaus und eine Einladung für Einwohner und Gäste gleichermaßen:

Sandstein- und Geologisches Freilichtmuseum, Hartmann-Mühle, Burgmuseen einschließlich GOPEA-Ausstellungen und Aljoscha-Installation, Pankok-Museum und Museum am Herrenberg.

Deutlich wurde dies kürzlich erneut beim Internationalen Museumstag. Zumindest das Museum am Herrenberg war an diesem Tag sehr gut besucht. Das freut mich besonders, da es für meinen persönlichen Geschmack besondere Aufmerksamkeit verdient. Neben den vielen bemerkenswerten Werken der niederländischen Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts sticht “ Das besondere Bild“ heraus:

Jacob van Ruisdaels „Wasserfall mit Burg Bentheim von Nordwesten“ wird nicht nur hervorragend präsentiert, sondern auch gebührend in den Zusammenhang gestellt, näher erläutert und sogar in ein museumspädagogisches Konzept mit Publikationen in diversen Medien und Veranstaltungsformaten eingebettet. Bad Bentheim und seine Bürger haben allen Grund zur Dankbarkeit gegenüber dem großzügigen Stifter und den Mitarbeitenden im Museum und damit eine Verantwortung für die ausreichende und gewissenhafte Unterstützung dieses Juwels.

Bekanntlich hat ein weiteres Ruisdal-Gemälde, „Ansicht der Burg Bentheim von Nordwesten“, einen ebenfalls herausragenden Platz, nämlich in der Kronenburg der Burg Bentheim, gefunden. Bei Burgführungen erlebe ich immer wieder, wie positiv Besucher diese Gemälde aufnehmen, wenn ihnen einige Informationen zum Verständnis vermittelt werden.

Somit verfügt Bad Bentheim nicht nur über ein umfangreiches Museumsangebot, sondern auch über Highlights mit eindeutigem Lokalbezug. Das ist unbezahlbar und verdient weitere Unterstützung! Getoppt wird dies noch durch die Pläne für einen „Ruisdaelweg“ rund um die Burg, um damit Besuchern die Ansichten Ruisdaels an Ort und Stelle in der Landschaft so darzustellen, wie er sie 1652 beim Anfertigen der Skizzen für seine zahlreichen Burg Bentheim-Bilder wahrgenommen hat. Die Bürgerstiftung Bad Bentheim und die Hanni und Peter Nacken-Stiftung zusammen mit der Stadt Bad Bentheim arbeiten an der Realisierung.

Vor einigen Jahren habe ich in Saint-Rémy-de-Provence einen solchen Wanderweg entlang eines van Gogh-Weges erleben und somit einige Motive seiner berühmtesten Gemälde mit der Provencelandschaft mit seinen Augen sehen können. Auch am bayerischen Hintersee bei Ramsau erwartet den Besucher ein spannender Wanderweg mit vielen Motiven bekannter Landschaftsmaler des vorletzten Jahrhunderts. Das touristische Potential von „Kunst in der Landschaft“ ist also nicht zu unterschätzen. Eigentlich ist diese Botschaft auch in der Grafschaft schon länger bekannt, kann jedoch nicht als nachhaltiger Erfolg gewertet werden. Den wünsche ich jedoch den Bentheimer Museen und ganz besonders dem Projekt „Ruisdael-Weg“.

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Jugendbildung Ostern 1987: 42 junge Bentheimer in der DDR

Fahrten in den anderen deutschen Staat, die „Deutsche Demokratische Republik“, wurden im Zuge der Entspannungspolitik in den 70er-Jahren möglich. Schulklassen und Jugendgruppen machten sich regelmäßig auf den Weg, um etwas mehr über das Leben der Menschen, besonders der jungen Menschen, in der DDR zu erfahren. Finanziell unterstützt wurden diese Fahren von verschiedenen westdeutschen Instituionen, so auch von den Städten und Gemeinden in der Grafschaft und dem Landkreis Grafschaft Bentheim. Ein Aspekt unter anderen dürfte dabei gewesen sein, besonders dem aufmüpfigen, eher linken Jugendprotest jener Jahre durch eigenes Erleben zur Einsicht zu verhelfen, dass das Leben im Westteil Deutschlands im Gegensatz zum Osten erhebliche Vorteile bot. Ich spoiler an dieser Stelle: Diese Erwartung wurde in der Praxis sogar übertroffen.

Der Stadtjugendring Bad Bentheim (Zusammenschluss bzw. Dachorganisation aller Bentheimer Jugendverbände), deren Vorsitzender ich von 1985 bis 1991 sein durfte, bot seit 1984 die mehrtägigen Fahrten an. Dank der staatlichen finanziellen Unterstützung fiel der Teilnehmerbeitrag sehr gering aus. Die Nachfrage unter den Bentheimer Jugendlichen war entsprechend groß, nicht jeder Interessierte konnte mitfahren. 42 Teilnehmer/-innen wurden schließlich beim Grenzübertritt in meinen Reisepass eingetragen. Bereits die Fahrt durch die Grenzanlagen und der Kontakt mit den „Grenztruppen“ sorgte für die Erstfahrer für Aufsehen. An einem Treffpunkt erwartete unsere Reisegruppe eine Reiseführerin des amtlichen DDR-Jugendreisebüros „Jugendtourist“, denn unser Aufenthalt durfte selbstverständlich keinesfalls, und ich meine damit unter keinen Umständen und zu keiner Zeit und an keinem Ort, unorganisiert und unbeaufsichtigt erfolgen. So erging es allen westdeutschen Reisegruppen. Das nun zugängliche und in Teilen erschlossene Staatsicherheitsarchiv weist geradezu irrwitzige Berichte mit Beobachtungen von westdeutschen Schulklassen aus. Wir waren keinesfalls so naiv, uns unbeobachtet zu fühlen und konnten auch unsere Reiseführerin einordnen. Tragischer und nur gut zwei Jahre später wurde deutlich, dass sich das Misstrauen der DDR-Obrigkeit vor allen Dingen gegen ihre eigene Jugend richtete….und erfreulicherweise sehr berechtigt war. Grundlage war ein Befehl des „Ministeriums für Staatssicherheit“: „Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen“. Die Herrschenden wussten um den zunehmenden Jugendprotest mit Friedens-, Menschenrechts- und Umweltgruppen. Viele Jugendliche wollten sich damit dem allumfassenden Zugriff durch Partei und Staat entziehen. Auch die stärker werdende neonazistische Szene in der DDR ist damit erklärbar. Gleichwohl konnte eine flächendeckende Überwachung der Jugend selbst in der DDR nicht erfolgen. Das Bundesarchiv kommt zum Schluss: „Jugendliche haben sich dem DDR-System vielfach konsequent verweigert.“ Denkwürdig ist in diesem Zusammenhang das Bruce Springsteen-Konzert am 19. Juli 1988 in Ost-Berlin vor mindestens 160 000 zumeist jugendlichen Besuchern (dazu gibt es einen lesenswerten Wikipedia Beitrag!) sowie das Bowie-Konzert 1987 nahe dem Reichstag, das im Osten gehört wurde und zu Ausschreitungen mit Forderungen zum Abriss der Mauer endete. Offizielle DDR-Kommentare: „Zusammenrottung von vorberstraften, asozial Lebenden und politisch negativ Eingestellten“.

Erster Programmpunkt war die Besichtigung des Schweriner Schlosses, das in Teilen ansehnlich restauriert war. Nur wenige hundert Meter entfernt wohnten 25 Jahre vorher noch meine Eltern und Geschwister. Diese Tatsache und die bestehenden verwandschaftlichen Beziehungen führten bei mir trotz der Funktion als Reiseleiter zur misstrauischen Zurückhaltung. Eine gute Entscheidung, wie die im Nachhinein aufgetauchten Stasiberichte zu anderen Jugendgruppen und Schulen bestätigen. Sogar Schulklassen mit jungen Schülern wurden von der Staatssicherheit lückenlos überwacht. Unweit des Schweriner Schlosses passierten wir dann den „Platz der Jugend“. Ein Foto sagt fast mehr als tausende Worte und ist entlarvend für die Phrasendrescherei:

Untergebracht wurden wir von „Jugendtourist“ in der Jugendherberge Stralsund. Der Fußweg zu unserer Unterkunft war ein Schock, denn was uns hier als Altstadt präsentiert wurde ähnelte in Teilen einer in sich zusammenfallenden Geisterstadt, die kaum noch bewohnt wurde und nicht bewohnbar war. Jeden Augenblick konnte das Ganze in sich zusammenbrechen, dachten wir. Ähnlich baufällig war die Jugendherberge. Stefan Holtel schrieb in seinem Reisebricht für die Jugendseite der Grafschafter Nachrichten am 1.5.87: „Was sich aber diesmal den Augen der Teilnehmer bot, übertraf alle Vorurteile, die sich der uninformierte Westdeutsche über den zweiten deutschen Staat gemacht haben konnte…..übertrug sich der in den Augen der Bentheimer Jugendlichen erschreckende Zustand der Unterkunft auf die allgemeine Stimmung der Gruppe.“

Touristisch wertvoll und lohnenswert war der Ausflug zu den Kreidefelsen auf Rügen. Auf der Rückfahrt zur Jugendherberge drängten wir unsere Reiseleiterin, die im Umgang mit uns ohnehin schon stark verunsichert war, zu einem Stop in einer Kleinstadt. Wir stürmten ein gut besuchtes Cafe und es passierte, was nicht passieren sollte: Wir waren plötzlich unter DDR-Bürgern, die gar nicht darauf vorbereitet wurden! Ein kurzer ungeplanter Stop mit leckerem Kuchen und einem Hauch Alltagsleben. Mutig geworden setzten wir uns abends von der Jugendherberge und unseren Aufpassern ab, fanden eine Kneipe und konnten wieder einen Hauch Alltag bei einem Bier erleben.

Eine Diskussionsrunde mit FDJ-Vertretern verlief ebenfalls enttäuschend für uns. Unsere Fragen nach Glasnost und Perestroika und den Auswirkungen auf die DDR-Politik wurden selbstverständlich ausweichend beantwortet. Nach meiner Erinnerung war man der Meinung, die Verhältnisse in der UDSSR und der DDR seien doch unterschiedlich und für die DDR sei das alles nichts. Eine zweite Diskussionsrunde mit „jungen Werktätigen“ eines Möbelkombinats in einem Jugendclub war erfreulicher, da ungezwungener mit weniger Aufsicht und Kontrolle. Meinten wir jedenfalls.

Die gelöste Stimmung zeigt sich auch im menschlichen Miteinander zweier junger Bentheimer, die heute bereits seit vielen Jahren miteinander verheiratet sind:

Ein positiveres Bild bot sich uns in Rostock, das als Seehafenstadt der DDR mit Blick auf internationale Gäste besser restauriert war. Wir konnten nicht nur unsere zwangsweise eingetauschte DDR-Mark in Bücher oder Schallplatten eintauschen, sondern uns auch ein weiteres Mal in einem Studentencafe unter andere junge Leute begeben. Unser DDR-Bild hellte sich etwas auf, wurde dann aber bei der Ausreisekontrolle am Grenzübergang wieder zurecht gerückt. Der Aufwand, mit dem die DDR-Grenzer den Ausreiseverkehr unter die Lupe nahmen und die Reisenden schikanierten, ließ auch die ohnehin ausschließlich den Menschen geltenden Sympathien für den zweiten deutschen Staat enorm verblassen.

Es war die letzte DDR-Fahrt des Stadtjugendrings. Das Thema hat sich in kürzester Zeit erledigt….und das ist gut so!

Die Fotos hat unser lieber Freund Willi Hilkenbach, der leider vor drei Jahren verstorben ist, gemacht und mir vor einigen Jahren zum Verbleib überlassen. Die Veröffentlichung des letzten Fotos geschieht mit Einwilligung der „Betroffenen“.

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Keine Werbung für Bad Bentheim: Schrottimmobilien, wilde Müllkippen, fehlende Abfallentsorgung.

Ein Bentheimer Stammtisch sorgt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Servicebetrieb für begehbare Wanderwege im Leberich, einem beliebten Naherholungsgebiet für Touristen und Einheimische gleichermaßen. Das ist ein großartiger Einsatz für das Gemeinwohl und verdient ebenso Anerkennung wie das Engagement vieler Einwohner in Vereinen, sozialen und kulturellen Einrichtungen. Mit kleinen Plakaten wirbt der Stammtisch und die dazugehörige Bogengemeinschaft um Unterstützung für den nächsten Arbeitseinsatz. Das unterstütze ich hier sehr gerne:

Das genaue Gegenteil betreiben einige wenige, vermutlich nicht ortsansässige Besitzer von innerstädtischen Immobilien. Sie lassen Gebäude verwahrlosten, lagern Abfall und Sperrmüll auf ihren Grundstücken. Einige aktuelle Beispiele möchte ich nennen.

Da wäre zunächst das stadtbekannte Gebäude „Wilhelmstraße 69/71“, das in vielerlei Beziehungen Mängel aufweist. Die Vermietung von Wohnungen in dem verwahrlosten Gebäude ist offensichtlich rechtssicher und Privatsache des Vermieters. Ob dies auch für die wilde Müllkippe auf dem Hof gilt? Es wird nicht nur dauerhaft Sperrmüll gelagert, sondern allerhand Unrat und Müll. Der Blick auf den Müll bei der Anfahrt auf die Stadt ist keine gute Werbung für den Tourismusstandort. Das allein wird kein Argument für weitergehende Maßnahmen sein, schließlich war der frühere Bauernhof auch kein städtebauliches Highlight. Der Schädlingsbefall wird an dieser Stelle vermutlich hoch sein. Wer möchte in dieser Umgebung wohnen, wer möchte dort Wohneigentum schaffen? „Da kann man ordnungsrechtlich nichts machen“, hieß es oft. Das sollte erneut überprüft werden, meine ich. Hier ein aktuelles Foto der „Mutter aller Bentheimer Schrottimmobilien“ mit Ansichten von der Wilhelmstraße und aus Richtung L 39:

Ganz in der Nähe fällt immer wieder die Müllentsorgung des „Bentheimer Eckhotel“ (schon der Name wirft Fragen auf), auch Rattenbefall wurde öffentlich von Nachbarn beklagt. Von Abfallentsorgung, wie sie nicht vorgeschlagen, sondern vorgeschrieben wird, kann hier keine Rede sein:

Gar nicht weit entfernt, in der Gildehauser Straße gegenüber der Einmündung der Hofstiege, stellt sich das Bild seit Jahren (!) unverändert so dar:

Hier dürfen sich ebenfalls nicht nur die Nachbarn ärgern (auch nicht der Gästeführer mit Gästen im Schlepptau), sondern auch die wirklich zahllosen Touristen aus dem Ferienpark, denn sie passieren diese Stelle fast zwangsläufig auf ihrem Weg zwischen Ferienpark und Innenstadt und Burg.

Ergänzung: Nach Aussage von Bewohnern des Hauses handelt es sich nicht um Jahrelange Mülllagerung (siehe Kommentar). Ich lasse das unkommentiert, weil es für sich spricht.

Etwas abgelegener befindet sich eine weitere Immobilie mit Potential zur Schrottimmobilie Nr. 2 bzw. Nr. 3 in Bad Bentheim. „Am Bahnhof“ verfällt nicht nur das Gebäude, was ja schlussendlich Privatsache des Eigentümers ist, sondern es sorgt hier eine wilde und gemischte Müllkippe für den unerfreulichen Anblick bei gleichzeitig optimalen Lebensbedingungen für Nager. Das alles auf dem Weg vom Bahnhof in Richtung Funkenstiege/L 39, also ebenfalls eine von Gästen der Stadt vielbenutzte Wegstrecke:

Die ästhetischen Beeinträchtigungen und die Anti-Werbung für den Gesundheits- und Tourismusstandort Bad Bentheim sind die eine Seite. Die Gefahr für Mensch und Natur wiegen mindestens ebenso schwer. Es wird interessant sein, ob und wie bei einer (erneuten) Initiative die zuständigen Behörden nun argumentieren und gegebenenfalls reagieren!

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Alles Gute für 2025!

Alles Gute im neuen Jahr, wohin der Weg auch führen mag!

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Landkreis äußert sich nun doch noch zum neuen Autokennzeichen für Bad Bentheim

„Neue Kürzel auf Autokennzeichen“ titelt heute unsere Lokalzeitung und berichtet von den Vorschlägen eines Heilbronner Professors, der sich für die (Wieder)einführung früherer Kennzeichen starkmacht: LIN für Lingen und MEP für Meppen beispielsweise. Das ist gut für die die lokale Identität, meint er. Ganz meine Meinung! „Kommt nicht in Frage“, hört man jedoch laut GN aus dem Nordhorner Kreishaus. Nur Städte mit mindestens 20.000 Einwohnern dürfen sich Hoffnungen auf die Stärkung der Identität machen und so soll es beim Kürzel NOH für den Landkreis Grafschaft Bentheim bleiben. Und zur Untermauerung heißt es: „Darüber hinaus gibt es in der Grafschaft auch keine Inititativen oder Forderungen für neue Kennzeichenkürzel, die an den Landkreis gerichtet wurden“. Das ist nicht ganz richtig, lieber Landkreis. Immerhin gab es bereits vor neun Jahren die erfreuliche Meldung hier in meinem Bentheim-Blog unter der Überschrift „Endlich: Eigenes KFZ-Kennzeichen für die Burgstadt!“. Das war durchaus als Einforderung eines eigenständigen KFZ-Kennzeichens für Bentheim zu interpretieren. Hier ist nochmals der vollständige Text:

„Eine überraschende, gleichwohl erfreuliche Mitteilung erreicht uns heute aus dem Berliner Bundesministerium für Verkehr:
An KFZ-Halter mit Erstwohnsitz in Bad Bentheim werden statt des bekannten „NOH“-Kennzeichens jetzt Autokennzeichen mit dem Kürzel „BB“ für Bad Bentheim ausgegeben.
Diese Entscheidung wurde im Zuge der deutschlandweiten Kennzeichenliberalisierung getroffen. „BF“ für Burgsteinfurt und „AH“ für Ahaus waren nur ein Startsignal für die Regionalisierung auch im Kennzeichenwesen. Jetzt sind die Bentheimer dran.
Und es kommt noch besser, denn es gibt einen Sonderbonus für uns Bentheimer: KFZ-Halter aus dem Innenstadtbereich (es ist die Rede von Mitgliedern der Bogengemeinschaften östliche Wilhelmstraße, WAKAFE und Schloßstraße sowie selbstverständlich den Burgbewohnern)wird das Recht eingeräumt, dem „BB“ ein weiteres „B“ im Kennzeichen zuzufügen. Das zusätzliche „B“ steht für Burg. Deren komplettes Kennzeichen liest sich also wie folgt: „BB-B“ für Bad Bentheim-Burg.
Toll!
Die Umsetzung erfolgt angeblich ab sofort, unerzüglich sozusagen. Und die ganz offizielle Verkündung wird im nächsten Bundesanzeiger erscheinen.
Übrigens: Gildehausern wird nur in begründeten Ausnahmefällen und auf Antrag die Befreiung von der Kennzeichenpflicht „BB“ gewährt. Nähere Auskunft erteilt die Zulassungsstelle unter der Telefonnummer 05921 01 04 20 15.“

Der immer noch hochaktuelle -siehe heutige Grafschafter Nachrichten- Blogbeitrag erschien am 1. April 2015 😉

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Erinnerungskultur und kulturelle Vielfalt

„Kulturelle Vielfalt“ wünscht sich wohl jede Region und jeder Ort. In Metropolen, Groß- und Mittelstädten ist sie eine Selbestverständlichkeit, gleichwohl haben kleinere Orte mindestens in unserer Gegend die Bedeutung eines lebendigen kulturellen Lebens erkannt. Ein breites Angebot, häufig ehrenamtlich oder halbprofessionell, ist entstanden. Jeder in der Grafschaft kennt die renommierten Veranstaltungen und Angebote in Bad Bentheim wie die Freilichtbühne, Kulisse, mehrere Museen in der Stadt, natürlich die Musikakademie, Jazzkonzerte und Poetry Slam im Treff 10, Chorkonzerte, Filmclub und vieles mehr. Aus meiner Sicht waren die ganz neuen oder noch jungen Veranstaltungsformate während dieses Sommers im positiven Sinne bemerkenswert: Picknickjazzkonzerte am neuen Springbrunnen im Schlosspark, Poetry Slam ebenfalls an diesem schönen Ort und Konzerte am Kurhaus. Und sogar der Wochenmarkt wurde mit Musik -und Wein- bereichert. Toll auch der kommunikative Charakter dieser Angebote, die zudem kostenlos zu besuchen waren. Das sind gute Aussichten für die nächsten Jahre, sofern es gelingt, diese und weitere kulturelle Veranstaltungen in der Stadt zu erhalten und weiter zu entwickeln. Möglicherweise spielt dann endlich die Freilichtbühne als einmalig schöner Veranstaltungsort eine größere Rolle. Spielplan und Gastspiele lassen genug Raum für das Bespielen dieses Ortes mit Alleinstellungsmerkmal. Der neu gestaltete Prinzessinnengarten auf der Burg, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, ist mit neuen Veranstaltungen ein positives Beispiel!

Eine herausragende Bereicherung ist das neue Literaturfestival „Wieder Worte“, das die Emsländische Landschaft zusammen mit den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim zur Zeit an vielen Orten in der Region durchführt. Divers in vielerlei Hinsicht, von den Zielgruppen bis zu den sorgfältig ausgewählten Veranstaltungsorten, wird das Festival hoffentlich für inspirierende Literaturerlebnisse sorgen. Auf der Webseite http://www.wiederworte.net kann man sich ausführlich informieren.

Beeindruckend war Samstagabend eine Lesung mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Eva-Maria Thüne in der Aula des Burggymnasiums. „Nur ein Koffer voller Heimat“ – Der Kindertransport 1938/39 war Thema ihres Berichts, der auf Interviews beruhte, die Prof. Thüne im Jahre 2017 mit Zeitzeugen, also den Kindern von 1938/39, führen konnte, die dem Nazi-Terror durch die Kindertransporte in den Westen, vornehmlich nach Großbritanien, entkommen konnten. Die mittlerweile betagten Geretteten beschrieben ihre Erinnerungen an Eltern und Geschwister, die sie nie wieder sahen, an die dramatische Reise und von ihrem Leben unter den Vorzeichen von Trauma und Rettung.

Die Züge gen Westen passierten den Grenzbahnhof Bentheim, wo sie letztmalig vor ihrer Rettung drangsaliert, schikaniert und ausgeraubt wurden. Es ist aus meiner Sicht sehr positiv, dass in letzter Zeit dank privaten Engagements besonders durch Herrn Wilhelm Hoon, an diese Begebenheiten und das Schicksal der Kinder und ihrer Familien erinnert wird. Ich finde es auch an der Zeit und begrüßenswert, dass die Bentheimer Eisenbahn diesen Aspekt ihrer Geschichte und die des Bentheimer Bahnhofs aufarbeitet und ein Erinnerungsort geschaffen werden soll.

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