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Kultur braucht Freiräume – und Räume!

Einen herzlichen und lang anhaltenden Applaus gab es am vergangenen Sonntagabend in der Kulisse. Das Erlebnistheater überzeugte und begeisterte einmal mehr sein Publikum. Die rasante Kriminalkomödie „Die Nervensäge“ war den Akteuren auf der Bühne wie auf den Leib geschrieben und inszeniert. Mein Glückwunsch an alle Bentheimer, die eine Karte ergattern konnten. Freut euch auf einen kurzweiligen, wahnsinnig  unterhaltsamen und lustigen Theaterabend! Infos unter badbentheimerkulisse.de

Wer hätte vor 12 Jahren gedacht, dass dieses kleine Theater heute immer noch (und immer mehr) sein Publikum begeistern kann? Die äußeren Bedingungen waren über viele Jahre im Haus Kirchstraße 10 jedenfalls alles andere als ideal. Zwar wurde mit Vorhängen, Stühlen und Bistrotischen, Beleuchtung und vielen liebevoll gestalteten Details  ein sehr angenehmer Rahmen für die Vorstellungen geschaffen. Das Gebäude an sich, die „Erlebnistoiletten“, Umkleiden, Bühnenzugänge, Probebedingungen und  die mangelnde Barrierefreiheit stellten und stellen sich jedoch als Belastung dar. Eigentlich ist ein Theater in diesem Gebäude ein Dauerprovisorium. Die Mehrfachnutzung mit anderen Vereinen stand Lösungen im Wege.

Durch den Umzug der Schützen in die Zeppelinstraße und des Türkischen Kulturvereins in die Hofstiege gibt es endlich neue Perspektiven für das Theater „Kulisse“ – und darüber hinaus. Die Idee, das Jugendhaus (das Gebäude in der Franziskusstraße ist marode) und die Kulisse gemeinsam in einem renovierten und erweiterten Gebäude in der Kirchstraße 10 unterzubringen, wird sich hoffentlich als großer Wurf für die Beteiligten und vor allen Dingen für die Bentheimer herausstellen.

Warum? Einerseits wird der  Haushalt der Stadt  durch die Zusammenlegung zweier Immobilien, die jede für sich betrachtet viel zu teuer im Unterhalt sind und außerdem nicht den Erfordernissen entprechen,  profitieren.  Das kulturelle Leben in der Stadt und somit der Einwohner wird vielseitiger, weil  die Kulisse entlastet um Umbauten und bereichert um attraktive Räumlichkeiten sich darauf konzentrieren kann, was das Publikum so sehr schätzt: tolles Theater spielen. Das Jugendhaus wird für Veranstaltungen für ein jugendliches Publikum verbesserte Bedingungen vorfinden. Hinzu kommt, dass das Kulturforum neben dem großen Forum am Gymnasium über einen attraktiven kleineren Veranstaltungssaal verfügen könnte. Hinzu kommen Nutzungen zum Beispiel durch den Kinderschutzbund (Bentheimer Kindertheatertage) und andere Initiativen, die sich erst unter besseren räumlichen Voraussetzungen entwickeln können und sich entwickeln werden. So wurde erst kürzlich von einem Bentheimer Künstler eine Kinder- und Jugendkunstschule ins Gespräch gebracht. Ein noch vielfältigeres Kulturangebot für die Einwohner könnte sich also entwickeln. Grund genug für den Autoren, mal wieder von einem großen Wurf in der Stadt zu sprechen (zuletzt war das im Zusammenhang mit dem Grundschulneubau der Fall). Kulturelle Viefalt in unserer Stadt, an der viele Menschen teilhaben können (besonders auch diejenigen, die weniger den Zugang finden), das ist eine prima Perspektive und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit für unsere Kleinstadt.

Und das Jugendhaus? Ohnehin ist der offene Bereich von zugkräftigen Veranstaltungen abgesehen nicht mehr Anlaufpunkt für viele Jugendliche. Das Jugendhaus hat sich mehr zum Zentrum professioneller und unverzichtbarer Jugendarbeit in der gesamten Stadt entwickelt, in dem der offene Treff nur noch ein, wenn gleich unverzichtbarer Arbeitsbereich unter anderen ist.  Auch das Jugendhaus findet in den Räumen im Obergeschoss sowie dem zeitweise nutzbaren Veranstaltungsraum bessere Bedingungen vor und äußert sich entprechend positiv zu den Umzugsplänen.

Wo könnte denn der Haken sein, nachdem die Kulisse, das Jugendhaus sowie Politik und Verwaltung das Projekt in der Kirchstraße 10 so überaus positiv sehen? Natürlich muss die Finanzierung auf die Beine gestellt werden. Voraussetzung für das lebendige Kulturzentrum ist eine umfassende Sanierung. Die Zeit der Provisorien in diesem Gebäude muss ein Ende haben. Es müssen also Zuschüsse hereinkommen, Eigenmittel eingesetzt werden (beispielsweise aus dem Verkauf des jetzigen Jugendhauses)  und im städtischen Haushalt ein erheblicher Betrag zur Verfügung gestellt werden.  Der große Wurf für das kulturelle Leben in der Stadt ist gleichzeitig eine große Herausforderung für den Stadtrat. Das soll gelingen, meine ich!

Und natürlich müssen die direkten Anwohner in allen Phasen des Projektes mitgenommen werden. Ihre berechtigten Interessen müssen  gewahrt bleiben. Auch das sollte gelingen.

Schließlich profitieren Nachbarn und Bentheimer gleichermaßen nicht nur vom verbesserten Kulturangebot, sondern auch von einer Sanierung des Gebäudes. Beim Betrachten des Fotos fällt auf: eine bessere Optik wird dem gesamten Umfeld gut tun. Nicht zuletzt ein weiteres Argument für das „Haus der Kultur“  oder für ein „Soziokulturelles Zentrum“ in der Kirchstraße: Optische Verbesserungen in historisch gewachsener und geprägter  Umgebung sind auch ein Kulturgut.

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Der Kreistag tagt

Gestern tagte erstmals  nach den Wahlen im September der neue Kreistag. Die konstituierende Sitzung mit vielen Regularien, Wahlen,  Ausschussbesetzungen, Benennungen für Gremien in vielen Einrichtungen und mit Ehrungen dauerte fast fünf, mit vorheriger Fraktionssitzung und Andacht weit über sieben Stunden. Die Dauer ist geschenkt, ist demokratischen Regeln geschuldet, die glücklicherweise   unser Leben mitbestimmen.

Es wurde gestern sehr deutlich, dass es im Kreistag bald zur Sache gehen wird. Die Lage und Zukunft des Klinikums und der Themenbereich Abfallwirtschaft werden ab sofort im Mittelpunkt der Diskussionen auf dieser Ebene stehen. Und das kann aus meiner Sicht nur begrüßt werden, weil es hier um die Zukunft zweier Bereiche geht, die für die Einwohner des Landkreises von hoher Bedeutung sind. Ein gut funktionierendes, zuverlässiges, allseits anerkanntes, Vertrauen genießendes und wirtschaftlich gesundes Klinikum ist wichtig für unseren Lebensstandard in der Grafschaft. Das Ringen um die besten Lösungen muss gute Ergebnisse bringen.  Und auch die Abfallwirtschaft berührt die Interessen der Einwohner. Und zwar nicht nur mit Blick auf die Gebühren für die Haushalte, sondern unter anderem auch in Hinsicht auf Umweltaspekte. Spannende Themen!

Zukünftig werde ich neben meiner Mitgliedschaft in der Fraktion  unter anderem im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus und  im Kulturausschuss Schwerpunkte meiner Arbeit im Kreistag haben. Im Bentheim-Blog werde ich jedoch zu allen Themen, die mich als Kreistagsmitglied beschäftigen, schreiben und diskutieren.

Bemerkenswert in der ersten Kreistagssitzung war für mich die Gruppenbildung von „Pro Grafschaft“ und den „Linken“. Frei nach einem bekannten Filmtitel kommentiere ich: „Eine verhängnissvolle  Affäre“. Für wen wohl?

Gerne gewählt habe ich gestern übrigens trotz anderer Parteizugehörigkeit den Bentheimer Heinrich von Brockhausen als neuen Kreistagsvorsitzenden. Und gerne gewählt habe ich als zweite Stellvertreterin des Landrats meine Parteifreundin Liesel Günther. Aber da fehlte dann leider  auf der anderen Seite des Tisches trotz aller anderslautender Bekenntnisse die Konsequenz. Die zweitgrößte Fraktion (also die SPD) an dieser Stelle einzubinden, zumal mit einer anerkannt befähigten Kandidatin, war dann doch eine Herausforderung, der man nicht gerecht werden konnte.

Themen aus dem Kreistag werden an dieser Stelle häufiger behandelt. Das gilt erst erst recht, wenn sie einen inhaltlichen Zusammenhang mit unserer Stadt haben.  Und für uns Bentheimer ist das doch fast immer der Fall. Soviel Selbstbewußtsein sollte schon sein!

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Warum Kommunalpolitik?

Heute erschien sie in der Zeitung, die SPD-Liste für die Stadtrats- und Kreistagswahlen am 11. September. Ich bin wieder dabei und bewerbe mich für den Stadtrat und den Kreistag.

Warum eigentlich?  Frage ich mich auch manchmal. Versuch einer knappen Antwort: vor knapp 20 Jahren bin ich in die Kommunalpolitik eingestiegen, dann Stadtrat geworden und  in verschiedenen Funktionen dabei geblieben. Weil man tatsächlich Einfluss nehmen kann auf die Entscheidungen am Ort, weil man gemeinsam mit anderen etwas bewirken kann.

Einige Beispiele:  In diesen Tagen haben wir den Grundstein für eine neue, schönere Grundschule gelegt. Vor kurzem wurde in Bentheim der Familienpass eingeführt. Jetzt können zum Beispiel auch Kinder aus Familien mit geringem Einkommen Unterricht an der Musikakademie nehmen. Und es wurde entschieden, dass junge Leute in Bentheim besser beteiligt werden und eigene Ideen umsetzen können. Die Kulisse bekommt endlich bessere Räumlichkeiten, die Wilhelmstraße ist jetzt eine Fußgängerzone. In der Bahnhofstraße wurden neue Bäume gepflanzt und keine Parkbuchten gebaut. Die Aufzählung könnte ich lange fortsetzen…

An diesen und weiteren Entwicklungen mitzuwirken macht für mich Sinn, auch wenn manchmal zu viel Zeit dafür aufzuwenden ist und ab und an  mal Ärger damit verbunden sein kann.

Sich einmischen, mitgestalten, das ist nun mal mein Ding. Früher in der Jugendinitiative, später im Stadtjugendring und dann in verschiedenen sozialen Vereinen.

Dieser Blog soll nun aber keineswegs die kommunalpolitischen Themen in den Vordergrund stellen. Dafür gibt es andere Seiten, die ich noch verlinken werde. Kommunalpolitik gehört nun mal dazu, weil es unser Lebensumfeld direkt betrifft. Diese  Themen will ich aufgreifen, sie sollen aber nicht diesen Blog dominieren.  Denn in Bentheim gibt es aus meiner Sicht glücklicherweise genug aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport, einfach auch Unterhaltsames zu kommentieren. Das werde ich tun.

PS: Vielen Dank für die positive Resonanz!

 

 

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