„Ein starkes Stück Leben“ – Ein Fußballblog mit kommunalpolitischer Note und einem Bischof

„Fußball ist ein starkes Stück Leben“ ist ein Zitat des früheren Bischofs Huber aus dem WM-Jahr 2006, das nichts von seiner Aktualität verloren hat. Fußball ist mehr denn je Gesprächsthema, bewegt in jeder Beziehung Millionen und weckt Emotionen ohne Ende. Ein prima Beispiel dafür war der gestrige Champions-League-Abend im Bentheimer Warsteiner Treff, der bis zum letzten Platz mit Bayern- und Fußballfans gefüllt war. 50 Leute mit Blick auf die TV-Geräte, Bierchen in der Hand, staunend (Ribery) und kommentierend (Vidal, Tore). Und das in einer Bentheimer Kneipe am Dienstagabend um halb elf. Das macht Spaß und ist zumindest ein starkes Stückchen Leben!

Ein gewisser Lesegenuss war in den vergangenen kalten Winterwochen die Beschäftigung mit aktueller Fußballliteratur. Die Lebenserinnerungen Theo Zwanzigers wurden überflogen, das war vollkommen ausreichend. Wesentlich mehr Substanz findet sich dagegen in Uli Borowkas Buch „Volle Pulle“, einer ausführlichen und eindringlichen Beschreibung seines Doppellebens als Fußballprofi und Alkoholiker. Und auch Rudi Assauers verblassende Lebenserinnerungen sind in etlichen Passagen packend, berührend und daher lesenswert. Und genau dies gilt erst recht für Ronald Rengs hervorragend geschriebene und sehr empfehlenswerte Biografie über Robert Enke (Ein allzu kurzes Leben), die der Autor eigentlich mit Robert Enke zusammen nach dessen Karriereende herausgeben wollte.

Alle genannten Bücher können übrigens in der Nordhorner Stadtbibliothek entliehen werden. Und Achtung, denn jetzt kommt der kommunalpolitische Background dieses Blogs: Auch beim Entleihen von Fußballliteratur durch Grafschafter Bürger drängt sich die Frage auf, warum der Landkreis Grafschaft Bentheim diese herausragende, unverzichtbare und überregional genutzte Einrichtung nicht anständig fördert. Gelegentlich soll hierzu eine Antwort versucht werden.

„Fußball ist ein starkes Stück Leben“ – und zum Leben gehört bekanntlich auch das Leiden. Der Autor dieser Zeilen glaubte einst, vor über drei Jahrzehnten das Schlimmste überstanden zu haben, nämlich eine vernichtende Niederlage gleich beim ersten Besuch eines HSV-Auswärtsspiels. Am 26.9.1971 verlor der HSV 8:1 bei Rot Weiß Oberhausen. Wer hätte das gedacht nach einer 1:0 Führung durch Bubi Hönig in der 7. Minute vor 16.000 Zuschauern im Niederrheinstadion, darunter ein kleiner großer HSV-Fan aus Bentheim? Immerhin gabs zum Trost gleich nach der Klatsche noch am Stadion eine kleine HSV – Fahne vom großen Bruder geschenkt und die empfindliche junge Fanseele wurde nicht nachhaltig geschädigt. Und wer hätte gedacht, dass nach über dreißig Jahren als Fan und Vereinsmitglied ein weiteres Bischofszitat nach einer vernichtenden 2:9 Niederlage die immer noch empfindliche Fanseele trösten sollte: „Wer nicht gewinnt, ist noch kein Versager. Auch wer beim Schritt vom Machen zum Gelingen zurückbleibt, soll aufrechten Hauptes vom Platz gehen“.

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Kein Fußballblog im Bentheim-Blog ohne Loddar-Zitat: „Wenn du tief im Leistungsloch steckst, holt dich nicht mal die Bergrettung raus.“

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bad Bentheim

Eine Antwort zu “„Ein starkes Stück Leben“ – Ein Fußballblog mit kommunalpolitischer Note und einem Bischof

  1. Martin Liening

    zum Thema Fußball, nicht nur Loddar hat uns tolle Zitate beschert…. der Kaiser, nach seiner Rückkehr aus den Staaten:

    „Nein, eine Identitätskrise hatte ich nicht, jedenfalls nicht mit mir selbst.“

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