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On Air

Peter Urban ist d e r Experte in Sachen Rock- und Popmusik. Er ist bekannt als Musikjournalist und Moderator (u.a. ESC, NDR 2), als Autor (u.a. Sounds) und als Musiker (Bad News Reunion). Auf Einladung des Fördervereins der Alten Weberei war er am gestrigen Samstag in Nordhorn zu Gast und stellte sein vor drei Jahren erschienenes Buch „On Air“ vor. In einem Blog am 5.10.23 habe ich von der damaligen Präsentation der Autobiografie in der Hamburger Fabrik ausführlich geschrieben. Das kann bei Interesse hier nachgelesen werden. Auch in Nordhorn unterhielt er eine stattliche Zahl älter gewordener Rockfans mit seinen Erinnerungen an Begegnungen mit den Größen der Musikwelt von Bruce Springsteen und den Beatles bis Keith Richards, Paul Simon und Harry Belafonte. Das war unterhaltsam, informativ, manchmal lustig, in jedem Fall kurzweilig und zudem gekonnt und charmant vorgetragen.

Es war auch ein gelungener Auftakt für eine Ausstellung des Fördervereins „Swinging Nordhorn – Jugend in einer Textilstadt im Grünen / Jugend zwischen Rock´n Roll, Pop, Mode, Kino, Festivals und Protest“, die aus einer ganzen Reihe großformatiger Collagen besteht, die im Saal 2 der Weberei zu sehen sind. Interessant wird dieses Projekt erst recht, wenn es demnächst auf der Homepage der Alten Weberei studiert werden kann. Entstaubte Heimatkunde, super! Die versprochene Zugabe zum Schüttorf Open-Air besteht allerdings lediglich aus den gerahmten Veranstaltungsplakaten und ist somit nicht der Rede wert.

Spannend wäre ein vergleichbares Projekt für den Raum Bentheim/Schüttorf: „Jugend zwischen Protest, Mode, Kino und Festivals in den 70er- und 80er- Jahren“. Ob sich dafür Mitstreiter finden lassen? Ich bin gespannt.

Live-Musik gab es im Anschluss an die Ausstellungseröffnung und die Lesung. „Frank Stehle und Friends mit Peter Urban an den Keyboards“ coverten wie immer gekonnt Klassiker der Rockmusik von eben den Musikern, von denen Peter Urban vorher so blendend erzählt hat, zum Beispiel Eric Clapton, den Stones und Bob Marley. Ein gelungener Abend!

Unbedingt möchte ich nochmals den Podcast „Urban Pop“ bewerben. Peter Urban stellt hier kenntnisreich und mit Musikbeispielen garniert in über 100 Folgen die Rockstars unserer Zeit vor. Zu finden sind diese Perlen musikjournalistischer Arbeit ganz leicht in der ARD-Audiothek.

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Ein Leben mit der Musik

Peter Urban (75) ist Radio- und Fernsehmoderator, Musiker, Anglist und d e r Experte in Sachen Rock, Pop, Jazz. Kürzlich konnte ich ihn mal wieder live auf der Bühne erleben; diesmal im Rahmen des „Harbour Front Literaturfestivals“ bei der Vorstellung seiner Lebenserinnerungen „On Air“ in der Altonaer Fabrik und damit in einer meiner absoluten Lieblingslocations.

Peter Urban erzählt mit seiner ruhigen, sonoren Stimme von seiner Kindheit in Quakenbrück, seiner Studienzeit in Hamburg, unterbrochen von längeren London-Aufenthalten mit prägenden Erlebnissen in Musikclubs und Szenevierteln und er berichtet von seinen folgenden Karrierestationen. Der Anglist mit Doktortiel („Die Poesie der Rockmusik“/Fischer) wurde mit seiner Moderation in Jugendprogrammen wie beispielsweise „Musik nach der Schule“ und „Der Club“ bekannt. Das waren Sendungen mit großer prägender Bedeutung für Jugendliche der siebziger Jahre. Mit seinem Insiderwissen und feinem Gespür für die Rockmusik und dessen gesellschaftliche Zusammenhänge arbeitete er nicht nur für den NDR, sondern auch schreibend für meine damalige Hauspostille „Sounds“. Bei der Vorstellung seiner Biografie sorgt er mit seinen Erinnerungen und den Anekdoten zu zahllosen, teilweise freundschaftlichen Begegnungen mit Größen aus der Musikwelt von Harry Belafonte bis Bruce Springsteen, von David Bowie bis Keith Richards, für spannende Unterhaltung. Und natürlich gehörten auch Geschichten zu seiner langjährigen Moderation des Europäischen Songcontests dazu. Ein Wettbewerb und eine Veranstaltung, die für mich überhaupt nur mit Urbans trockener Kommentierung samt seines feinsinnigen Humors konsumierbar war.

Glücklicherweise können wir Peter Urban auch weiterhin hören, und zwar in seinem Podcast „Urban Pop“, in dem er uns an seinem enzyklopädischen Wissen über die ganz Großen der Rockmusik und seine persönlichen Erlebnisse mit ihnen teilhaben lässt. „Urban Pop“ kann man streamen (ARD-Mediathek). Übrigens ist dies ein weiteres Beispiel dafür, dass wir den öffentlich rechtlichen Rundfunk unbedingt brauchen, der uns nicht nur, aber auch mit einem so wertvollen Programm versorgt. Die Rundfunkgebühr ist nicht nur für die Grundversorgung mit Nachrichten und Hintergrundinfos, Sport und Unterhaltung, sondern auch für die kulturelle Dienstleistung ein Schnäppchenpreis. 0,50 € am Tag zahle ich gerne dafür und verzichte vollständig auf Bild- und Welt-TV, RTL und andere von Werbegeldern oder von Interessengruppen abhängige Medien.

Als Keyboarder der Hamburger Band „Bad News Reunion“ kenne ich Peter Urban seit Mitte der siebziger Jahre aus Rocknächten im Logo und der Fabrik. Die Songs der Band und deren gelungenen Coverversionen wie Neil Youngs „Like a Hurricane“ oder Dylans „Like a Rolling Stone“ kann man übrigens ebenfalls streamen. Das empfehle ich fast genauso wie die Biografie „On Air“ und ganz besonders den Podcast „Urban Pop“.

„On Air“, Rowohlt Verlag, 2023

Urban Pop, http://www.ardaudiothek.de + div. Streamingportale

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