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Ruisdael in Bentheim – Ein Glücksfall für Bad Bentheim 2025

Die Bentheimer Museen sind einzeln betrachtet Kleinode, also Kostbarkeiten und Juwelen. Als kulturelles Angebot und im Zusammenhang betrachtet sind sie ein außergewöhnliches Alleinstellungsmerkmal über die Grenzen der Grafschaft hinaus und eine Einladung für Einwohner und Gäste gleichermaßen:

Sandstein- und Geologisches Freilichtmuseum, Hartmann-Mühle, Burgmuseen einschließlich GOPEA-Ausstellungen und Aljoscha-Installation, Pankok-Museum und Museum am Herrenberg.

Deutlich wurde dies kürzlich erneut beim Internationalen Museumstag. Zumindest das Museum am Herrenberg war an diesem Tag sehr gut besucht. Das freut mich besonders, da es für meinen persönlichen Geschmack besondere Aufmerksamkeit verdient. Neben den vielen bemerkenswerten Werken der niederländischen Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts sticht “ Das besondere Bild“ heraus:

Jacob van Ruisdaels „Wasserfall mit Burg Bentheim von Nordwesten“ wird nicht nur hervorragend präsentiert, sondern auch gebührend in den Zusammenhang gestellt, näher erläutert und sogar in ein museumspädagogisches Konzept mit Publikationen in diversen Medien und Veranstaltungsformaten eingebettet. Bad Bentheim und seine Bürger haben allen Grund zur Dankbarkeit gegenüber dem großzügigen Stifter und den Mitarbeitenden im Museum und damit eine Verantwortung für die ausreichende und gewissenhafte Unterstützung dieses Juwels.

Bekanntlich hat ein weiteres Ruisdal-Gemälde, „Ansicht der Burg Bentheim von Nordwesten“, einen ebenfalls herausragenden Platz, nämlich in der Kronenburg der Burg Bentheim, gefunden. Bei Burgführungen erlebe ich immer wieder, wie positiv Besucher diese Gemälde aufnehmen, wenn ihnen einige Informationen zum Verständnis vermittelt werden.

Somit verfügt Bad Bentheim nicht nur über ein umfangreiches Museumsangebot, sondern auch über Highlights mit eindeutigem Lokalbezug. Das ist unbezahlbar und verdient weitere Unterstützung! Getoppt wird dies noch durch die Pläne für einen „Ruisdaelweg“ rund um die Burg, um damit Besuchern die Ansichten Ruisdaels an Ort und Stelle in der Landschaft so darzustellen, wie er sie 1652 beim Anfertigen der Skizzen für seine zahlreichen Burg Bentheim-Bilder wahrgenommen hat. Die Bürgerstiftung Bad Bentheim und die Hanni und Peter Nacken-Stiftung zusammen mit der Stadt Bad Bentheim arbeiten an der Realisierung.

Vor einigen Jahren habe ich in Saint-Rémy-de-Provence einen solchen Wanderweg entlang eines van Gogh-Weges erleben und somit einige Motive seiner berühmtesten Gemälde mit der Provencelandschaft mit seinen Augen sehen können. Auch am bayerischen Hintersee bei Ramsau erwartet den Besucher ein spannender Wanderweg mit vielen Motiven bekannter Landschaftsmaler des vorletzten Jahrhunderts. Das touristische Potential von „Kunst in der Landschaft“ ist also nicht zu unterschätzen. Eigentlich ist diese Botschaft auch in der Grafschaft schon länger bekannt, kann jedoch nicht als nachhaltiger Erfolg gewertet werden. Den wünsche ich jedoch den Bentheimer Museen und ganz besonders dem Projekt „Ruisdael-Weg“.

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