Alles Gute im neuen Jahr!

Foto: (c)
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28. Dezember, genau der richtige Tag, um die Fotogalerie durchzusehen und sich an schöne Momente zu erinnern. Hier sind einige Eindrücke:
Januar: Samstagabendspiel im Olympiastadion Berlin, 3:2 gewonnen, eine Stimmung wie beim WM-Finale, dabei kommt doch nur endlich der Aufstieg in Sicht:

Juli: Aufstiegsfreude auf einem Bauernhof in Welbergen:

November, wir sind wieder da, endlich wieder Erstligafußball im Müngersdorfer Stadion mit brennender Leidenschaft:

Juni: Zu Recht vielfach prämiert, mit Schweiß und wachsender Begeisterung bezwungen, der Manderscheider Burgensteig in der Eifel:

Und nach Manderscheid gleich weiter nach Beilstein an der Mosel. Standesgemäßer Empfang mit unseren Landesfarben, und darüber habe ich mich besonders gefreut:

Januar: Berlin. Gerhard Richter in der Neuen Nationalgalerie, Birkenau-Zyklus, ergreifend:

November: Kölner Dom, Richters Fenster, 106 qm, keine Märtyrer, toll:

September: Ein anderer großer Meister stellt in Oberhausen aus, Doci und ich sehen uns das an:

September: Begeisterung in der Lüneburger Heide, Tageswanderung rund um den Wilseder Berg, gerne wieder:

Januar: Berlin, Reichstag, heute wieder ein auch architektonisch beeindruckendes Bauwerk und symbol- und geschichtsträchtiger Ort der parlamentarischen Demokratie mit Narben:

Juli: Ein weiterer Ort mit Geschichte, das Wohnhaus Konrad Adenauers mit einem bescheidenen Wohnzimmer, in dem auch Charles de Gaulle zu Gast war. Besichtigung und vor allen Dingen das dazugehörige Dokumentationszentrum lohnen den Besuch:

6. Dezember, Treff 10: Wiederhören mit „Springfield“ beim 50-jährigen Bühnenjubiläum (in den GN als „Legenden“ bezeichnet) und Wiedersehen mit alten Freunden, schönes Gefühlsrevival!

Dezember-Highlight: Noch mehr große Gefühle bei ZAZ im fantastischen Grünen Bunker an der Hamburger Feldstraße:

Und im Alsterhaus gibt´s zum Jahresausklang den passenden Wein. Ich wünsche den Lesern meines Blogs das nötige Kleingeld für alle Genüsse dieser Welt und jetzt erstmal einen „Guten Rutsch“ 😉

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Samstag, 3. Mai 1975: Ein Opel-Blitz – Leichenwagen findet den Weg durch Schüttorfer Straßen und parkt am Eingang zum Saal Steggewentze. Drei langhaarige junge Männer entsteigen dem außergewöhnlichen Lieferwagen und schleppen Kisten und Koffer in den Saal Richtung Bühne. Der Gitarrist, Bassist und der Schlagzeuger der Rockband Franz K. sind aus aus Witten angereist. Mit ihren Touren in ganz Westdeutschland, zwei Lp´s mit recht brachialem Deutschrock und linken politischen Texten im Gepäck und mit dem Leichenwagen als Erkennungszeichen haben sie sich einen Namen gemacht und werden von der Obergrafschafter Jugend freundlich empfangen. Im Vorprogramm spielen die Schüttorfer und Bentheimer Lokalmatadoren „Springfield“. Das Event hatte ich mit wenigen Wochen Vorlauf auf die Beine gestellt, ermutigt durch einige vorherige erfolgreich verlaufene Konzerte mit lokalen Bands ebenfalls bei Steggewentze. Der Saal war voll, es dürften mindestens 500 junge Leute gewesen sein, darunter viele Freundinnen und Freunde von „Springfield“. Im selbst verfassten, vermutlich unveröffentlichten Pressetext schrieb ich: „Für eine freudige Überraschung sorgte die neue Obergrafschafter Rockgruppe „Springfield“, die in der Besetzung Hartmut Meyer (ex Omega), Kl. Lothar Hienz (ex Imago) und mit Ulrich Frankenberg, Rolf Wangemann und Dietrich Lammering (alle ex Tumbling Dice) auftraten. Die Meinung der begeisterten Jugendlichen war, daß solche Rockkonzerte in der Grafschaft häufiger stattfinden sollten.“

Sehr gerne erinnern sich die damaligen Jugendlichen noch an die Zeiten im „Haus“, einer alten Villa in der Nähe des Schüttorfer Bahnhofs. Das Gebäude diente als Proberaum und darüber hinaus als Treffpunkt einer großen homogenen Gruppe Bentheimer und Schüttorfer Jugendlicher, deren Sozialisation nicht unerheblich in jener Zeit und an diesem Ort geprägt wurde. Freundschaften und Bekanntschaften entstanden dort, die teilweise bis heute Bestand haben. Vor genau 10 Jahren, am Nikolaustag 2015, wurde das wieder einmal deutlich bei einem Revivalkonzert im Treff 10 mit „Springfield“ und vielen Wegbegleitern aus Jugendtagen:

Samstag, 6. Dezember 2025: Die Neuauflage zum 50. Bühnenjubiläum startet im Treff 10 in der Bentheimer Kirchstraße. Freuen wir uns auf ein Wiederhören von „Jessica“, „The King will come“ und den selbst komponierten Nummern von „Springfield“ und auf ein Wiedersehen mit alten Freundinnen und Freunden!
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Ein warmer Sommerabend, Vogelgezwitscher aus dem Grün des Steinbruchs und ein erwartungsvolles Publikum auf der Zuschauertribüne – Premierenstimmung lag gestern Abend auf der Freilichtbühne in der Luft. Ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Theaterabend waren gegeben und weder Publikum noch Spielschar wurden enttäuscht. „Der Besuch der Alten Dame“ erwies sich als gute Wahl für das diesjährige Abendstück im Jubiläumsjahr der Freilichtspiele Bad Bentheim. Dürrematts tragische Komödie um Geld und Macht, um Schuld und um Rache ist einerseits Klassiker und andererseits aktuell wie eh und je. Eine gute Wahl für die Bühne und ein Gewinn für jeden Besucher, denn Regie und Darsteller konnten sich einmal mehr sehr gut beweisen. Hier ist ein Foto, auf dem fast alle Darsteller zu sehen sind:


Eine Reihe von Aufführungen sind geplant. Es wäre schön, wenn zumindest die Bentheimer in großer Zahl den Weg in die alten Steinbrüche finden werden und die tolle Spielschar vor großer Kulisse auftreten kann. Niemand wird es bereuen!
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Die Bentheimer Museen sind einzeln betrachtet Kleinode, also Kostbarkeiten und Juwelen. Als kulturelles Angebot und im Zusammenhang betrachtet sind sie ein außergewöhnliches Alleinstellungsmerkmal über die Grenzen der Grafschaft hinaus und eine Einladung für Einwohner und Gäste gleichermaßen:
Sandstein- und Geologisches Freilichtmuseum, Hartmann-Mühle, Burgmuseen einschließlich GOPEA-Ausstellungen und Aljoscha-Installation, Pankok-Museum und Museum am Herrenberg.

Deutlich wurde dies kürzlich erneut beim Internationalen Museumstag. Zumindest das Museum am Herrenberg war an diesem Tag sehr gut besucht. Das freut mich besonders, da es für meinen persönlichen Geschmack besondere Aufmerksamkeit verdient. Neben den vielen bemerkenswerten Werken der niederländischen Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts sticht “ Das besondere Bild“ heraus:

Jacob van Ruisdaels „Wasserfall mit Burg Bentheim von Nordwesten“ wird nicht nur hervorragend präsentiert, sondern auch gebührend in den Zusammenhang gestellt, näher erläutert und sogar in ein museumspädagogisches Konzept mit Publikationen in diversen Medien und Veranstaltungsformaten eingebettet. Bad Bentheim und seine Bürger haben allen Grund zur Dankbarkeit gegenüber dem großzügigen Stifter und den Mitarbeitenden im Museum und damit eine Verantwortung für die ausreichende und gewissenhafte Unterstützung dieses Juwels.
Bekanntlich hat ein weiteres Ruisdal-Gemälde, „Ansicht der Burg Bentheim von Nordwesten“, einen ebenfalls herausragenden Platz, nämlich in der Kronenburg der Burg Bentheim, gefunden. Bei Burgführungen erlebe ich immer wieder, wie positiv Besucher diese Gemälde aufnehmen, wenn ihnen einige Informationen zum Verständnis vermittelt werden.
Somit verfügt Bad Bentheim nicht nur über ein umfangreiches Museumsangebot, sondern auch über Highlights mit eindeutigem Lokalbezug. Das ist unbezahlbar und verdient weitere Unterstützung! Getoppt wird dies noch durch die Pläne für einen „Ruisdaelweg“ rund um die Burg, um damit Besuchern die Ansichten Ruisdaels an Ort und Stelle in der Landschaft so darzustellen, wie er sie 1652 beim Anfertigen der Skizzen für seine zahlreichen Burg Bentheim-Bilder wahrgenommen hat. Die Bürgerstiftung Bad Bentheim und die Hanni und Peter Nacken-Stiftung zusammen mit der Stadt Bad Bentheim arbeiten an der Realisierung.
Vor einigen Jahren habe ich in Saint-Rémy-de-Provence einen solchen Wanderweg entlang eines van Gogh-Weges erleben und somit einige Motive seiner berühmtesten Gemälde mit der Provencelandschaft mit seinen Augen sehen können. Auch am bayerischen Hintersee bei Ramsau erwartet den Besucher ein spannender Wanderweg mit vielen Motiven bekannter Landschaftsmaler des vorletzten Jahrhunderts. Das touristische Potential von „Kunst in der Landschaft“ ist also nicht zu unterschätzen. Eigentlich ist diese Botschaft auch in der Grafschaft schon länger bekannt, kann jedoch nicht als nachhaltiger Erfolg gewertet werden. Den wünsche ich jedoch den Bentheimer Museen und ganz besonders dem Projekt „Ruisdael-Weg“.
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Fahrten in den anderen deutschen Staat, die „Deutsche Demokratische Republik“, wurden im Zuge der Entspannungspolitik in den 70er-Jahren möglich. Schulklassen und Jugendgruppen machten sich regelmäßig auf den Weg, um etwas mehr über das Leben der Menschen, besonders der jungen Menschen, in der DDR zu erfahren. Finanziell unterstützt wurden diese Fahren von verschiedenen westdeutschen Instituionen, so auch von den Städten und Gemeinden in der Grafschaft und dem Landkreis Grafschaft Bentheim. Ein Aspekt unter anderen dürfte dabei gewesen sein, besonders dem aufmüpfigen, eher linken Jugendprotest jener Jahre durch eigenes Erleben zur Einsicht zu verhelfen, dass das Leben im Westteil Deutschlands im Gegensatz zum Osten erhebliche Vorteile bot. Ich spoiler an dieser Stelle: Diese Erwartung wurde in der Praxis sogar übertroffen.
Der Stadtjugendring Bad Bentheim (Zusammenschluss bzw. Dachorganisation aller Bentheimer Jugendverbände), deren Vorsitzender ich von 1985 bis 1991 sein durfte, bot seit 1984 die mehrtägigen Fahrten an. Dank der staatlichen finanziellen Unterstützung fiel der Teilnehmerbeitrag sehr gering aus. Die Nachfrage unter den Bentheimer Jugendlichen war entsprechend groß, nicht jeder Interessierte konnte mitfahren. 42 Teilnehmer/-innen wurden schließlich beim Grenzübertritt in meinen Reisepass eingetragen. Bereits die Fahrt durch die Grenzanlagen und der Kontakt mit den „Grenztruppen“ sorgte für die Erstfahrer für Aufsehen. An einem Treffpunkt erwartete unsere Reisegruppe eine Reiseführerin des amtlichen DDR-Jugendreisebüros „Jugendtourist“, denn unser Aufenthalt durfte selbstverständlich keinesfalls, und ich meine damit unter keinen Umständen und zu keiner Zeit und an keinem Ort, unorganisiert und unbeaufsichtigt erfolgen. So erging es allen westdeutschen Reisegruppen. Das nun zugängliche und in Teilen erschlossene Staatsicherheitsarchiv weist geradezu irrwitzige Berichte mit Beobachtungen von westdeutschen Schulklassen aus. Wir waren keinesfalls so naiv, uns unbeobachtet zu fühlen und konnten auch unsere Reiseführerin einordnen. Tragischer und nur gut zwei Jahre später wurde deutlich, dass sich das Misstrauen der DDR-Obrigkeit vor allen Dingen gegen ihre eigene Jugend richtete….und erfreulicherweise sehr berechtigt war. Grundlage war ein Befehl des „Ministeriums für Staatssicherheit“: „Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen“. Die Herrschenden wussten um den zunehmenden Jugendprotest mit Friedens-, Menschenrechts- und Umweltgruppen. Viele Jugendliche wollten sich damit dem allumfassenden Zugriff durch Partei und Staat entziehen. Auch die stärker werdende neonazistische Szene in der DDR ist damit erklärbar. Gleichwohl konnte eine flächendeckende Überwachung der Jugend selbst in der DDR nicht erfolgen. Das Bundesarchiv kommt zum Schluss: „Jugendliche haben sich dem DDR-System vielfach konsequent verweigert.“ Denkwürdig ist in diesem Zusammenhang das Bruce Springsteen-Konzert am 19. Juli 1988 in Ost-Berlin vor mindestens 160 000 zumeist jugendlichen Besuchern (dazu gibt es einen lesenswerten Wikipedia Beitrag!) sowie das Bowie-Konzert 1987 nahe dem Reichstag, das im Osten gehört wurde und zu Ausschreitungen mit Forderungen zum Abriss der Mauer endete. Offizielle DDR-Kommentare: „Zusammenrottung von vorberstraften, asozial Lebenden und politisch negativ Eingestellten“.
Erster Programmpunkt war die Besichtigung des Schweriner Schlosses, das in Teilen ansehnlich restauriert war. Nur wenige hundert Meter entfernt wohnten 25 Jahre vorher noch meine Eltern und Geschwister. Diese Tatsache und die bestehenden verwandschaftlichen Beziehungen führten bei mir trotz der Funktion als Reiseleiter zur misstrauischen Zurückhaltung. Eine gute Entscheidung, wie die im Nachhinein aufgetauchten Stasiberichte zu anderen Jugendgruppen und Schulen bestätigen. Sogar Schulklassen mit jungen Schülern wurden von der Staatssicherheit lückenlos überwacht. Unweit des Schweriner Schlosses passierten wir dann den „Platz der Jugend“. Ein Foto sagt fast mehr als tausende Worte und ist entlarvend für die Phrasendrescherei:

Untergebracht wurden wir von „Jugendtourist“ in der Jugendherberge Stralsund. Der Fußweg zu unserer Unterkunft war ein Schock, denn was uns hier als Altstadt präsentiert wurde ähnelte in Teilen einer in sich zusammenfallenden Geisterstadt, die kaum noch bewohnt wurde und nicht bewohnbar war. Jeden Augenblick konnte das Ganze in sich zusammenbrechen, dachten wir. Ähnlich baufällig war die Jugendherberge. Stefan Holtel schrieb in seinem Reisebricht für die Jugendseite der Grafschafter Nachrichten am 1.5.87: „Was sich aber diesmal den Augen der Teilnehmer bot, übertraf alle Vorurteile, die sich der uninformierte Westdeutsche über den zweiten deutschen Staat gemacht haben konnte…..übertrug sich der in den Augen der Bentheimer Jugendlichen erschreckende Zustand der Unterkunft auf die allgemeine Stimmung der Gruppe.“

Touristisch wertvoll und lohnenswert war der Ausflug zu den Kreidefelsen auf Rügen. Auf der Rückfahrt zur Jugendherberge drängten wir unsere Reiseleiterin, die im Umgang mit uns ohnehin schon stark verunsichert war, zu einem Stop in einer Kleinstadt. Wir stürmten ein gut besuchtes Cafe und es passierte, was nicht passieren sollte: Wir waren plötzlich unter DDR-Bürgern, die gar nicht darauf vorbereitet wurden! Ein kurzer ungeplanter Stop mit leckerem Kuchen und einem Hauch Alltagsleben. Mutig geworden setzten wir uns abends von der Jugendherberge und unseren Aufpassern ab, fanden eine Kneipe und konnten wieder einen Hauch Alltag bei einem Bier erleben.
Eine Diskussionsrunde mit FDJ-Vertretern verlief ebenfalls enttäuschend für uns. Unsere Fragen nach Glasnost und Perestroika und den Auswirkungen auf die DDR-Politik wurden selbstverständlich ausweichend beantwortet. Nach meiner Erinnerung war man der Meinung, die Verhältnisse in der UDSSR und der DDR seien doch unterschiedlich und für die DDR sei das alles nichts. Eine zweite Diskussionsrunde mit „jungen Werktätigen“ eines Möbelkombinats in einem Jugendclub war erfreulicher, da ungezwungener mit weniger Aufsicht und Kontrolle. Meinten wir jedenfalls.

Die gelöste Stimmung zeigt sich auch im menschlichen Miteinander zweier junger Bentheimer, die heute bereits seit vielen Jahren miteinander verheiratet sind:

Ein positiveres Bild bot sich uns in Rostock, das als Seehafenstadt der DDR mit Blick auf internationale Gäste besser restauriert war. Wir konnten nicht nur unsere zwangsweise eingetauschte DDR-Mark in Bücher oder Schallplatten eintauschen, sondern uns auch ein weiteres Mal in einem Studentencafe unter andere junge Leute begeben. Unser DDR-Bild hellte sich etwas auf, wurde dann aber bei der Ausreisekontrolle am Grenzübergang wieder zurecht gerückt. Der Aufwand, mit dem die DDR-Grenzer den Ausreiseverkehr unter die Lupe nahmen und die Reisenden schikanierten, ließ auch die ohnehin ausschließlich den Menschen geltenden Sympathien für den zweiten deutschen Staat enorm verblassen.
Es war die letzte DDR-Fahrt des Stadtjugendrings. Das Thema hat sich in kürzester Zeit erledigt….und das ist gut so!
Die Fotos hat unser lieber Freund Willi Hilkenbach, der leider vor drei Jahren verstorben ist, gemacht und mir vor einigen Jahren zum Verbleib überlassen. Die Veröffentlichung des letzten Fotos geschieht mit Einwilligung der „Betroffenen“.
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Bereits vor über 60 Jahren gründeten Bentheimer Jugendverbände den Stadtjugendring Bad Bentheim. Seine Aufgabe war es, als Dachorganisation gemeinsame Interessen gegenüber Stadt, Landkreis und Gesellschaft optimal vertreten und durchsetzen zu können. Es wurden Fördergelder eingefordert, bewilligt und in Selbstverwaltung an die angeschlossenen Vereine und Gruppen, darunter die Jugendabteilungen der Sportvereine und konfessionelle Jugendgruppen, verteilt. Daneben organisierten die wechselnden Vorstände vereinsübergreifende Veranstaltungen. Das waren beispielsweise Podiumsdiskussionen zu jugendaktuellen Fragen und vor Kommunalwahlen, politische Bildungsreisen in die DDR, Protestaktionen wie hier im Oktober-Blog von Wilhelm Hagerott beschrieben, Rockfestivals oder der Einsatz für ein Jugendzentrum. Ab Mitte der 1980er-Jahre erweiterte der SJR das Veranstaltungsangebot für Bentheimer Kinder und Jugendliche in einem Ausmaß, dass die Stadt Bad Bentheim ab 1991 eine hauptamtliche Stelle als Stadtjugendpflege einrichten musste, um das Programm fortsetzen zu können. Es ging um Angebote wie den 1986 eingeführten Ferienpass, die Stadtranderholung, jährliche Fahrten in die DDR, Kindertheaterreihen, Jugendkulturfeste auf dem Herrenberg, Filmvorführungen und jugendkulturelle Angebote wie zum Beispiel Autorenlesungen. In bester Erinnerung geblieben sind mir zwei Lesungen mit Winfried Bornemann, auf die ich heute zurückblicken möchte.
Bornemann, ein Lehrer aus Georgsmarienhütte, erfreute sich in den 80er-Jahren und auch später noch großer Bekanntheit und Beliebtheit in der Bundesrepublik. Seine Bücher tauchten regelmäßig in den einschlägigen Bestsellerlisten auf, Zeitungsartikel zu seinen neuesten Realsatiren sorgten landauf und landab für beste Unterhaltung, es gab sogar eine Fernsehserie. Auch der Vorstand des Stadtjugendrings lachte über seine Realsatiren und wollte ihn unbedingt nach Bad Bentheim holen. Vermutlich habe ich seinerzeit telefonisch Kontakt aufgenommen, ihn eingeladen und den Termin und die Gage vereinbart. Jedenfalls entstieg am 20. Februar 1986 ein freundlicher, vollbärtiger Herr mittleren Alters seinem Volvo und nahm an einem Tisch, der mit meiner Schreibtischlampe und einem Glas Wasser vorbereitet war, auf der Bühne des Gemeindehauses der altreformierten Kirchengemeinde in der Heerestraße Platz. Viele Interessierte waren gekommen. Es hatte sich bis Bentheim herumgesprochen, dass Bornemann Briefe an Prominente, Firmen und Behörden schreibt und diese sich in ihren Antworten fast ausnahmslos als naive, habgierige und/oder besonders dämliche Zeitgenossen entpuppen. Einige Beispiele:
Zwei Jahre nach seinem ersten Gastspiel konnten wir Bornemann erneut in Bentheim begrüßen. Am 4. Februar 1988 war im ehemaligen reformierten Gemeindehaus in der Kirchstraße, heute Treff 10, der Tisch mit obligatorischer Schreibtischlampe und Wasserglas vorbereitet. Bornemann präsentierte unter anderem sein Buch „Fehlanzeigen – Verrückte Inserate, starke Antworten“. Auch hier einige Beispiele:
Fast unglaublich sind die teils bierernsten Antworten. Dem Publikum gefiel es damals! Neugierig geworden? Die Bücher gibt es noch antiquarisch zum Beispiel über die einschlägigen Adressen wie booklooker, medimops usw. für kleines Geld zu kaufen.
Bei der Lesung im Februar 1988 stellte der „Till Eulenspiegel der Literatur“ (Die Zeit) seine frisch erschienene Sammlung von Briefen unter dem Titel „Glanz & Gloria – Eine Brief-Aktion mit internationalen Prominenten“ vor: Als alte Dame von Adel unter den Namen „Carola von Gästern“ alias „Gerda von Nussink“ (engl. nothing) schrieb Bornemann zig Prominente aus aller Welt an und bat sie, ihr Alleinerbe zu werden. Man mag es kaum glauben, aber Hundertschaften von Prominenten beißen darauf an und antworten ernsthaft. Die alte Dame hat ja auch so liebevoll ihr Erbe angeboten: „….. Es wäre eine große Freude, wenn Sie diese Erbschaft (ein beträchtliches Vermögen) nach meinem Ableben annähmen. Ich hoffe sehr, daß es Ihnen mit dieser Hilfe möglich sein wird, Ihr bedeutendes Werk noch intensiver fortzusetzen. Ihre ergebene G.v. Nussink.“ Einige Antworten:
Mit etlichen gierigen Promis entwickelte sich eine rege Korrespondenz. Allerdings kamen einige „Erben“ dem Urheber auf die Schliche: Andre Heller antwortete, auf ihm lastete schon das ganze österreichische Kulturerbe, da könne er kein zweites dazunehmen. Und Udo Lindenberg erklärte, Geld mache nicht glücklich, und er sei schon unglücklich genug.
Glücklich war an beiden Abenden das Publikum und zufrieden war auch der Stadtjugendring seinerzeit mit der guten Resonanz auf diese Angebote. Ob sich dafür auch heute noch ein Publikum finden würde?

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Auch der Herbst hat schöne Tage! Gelegentlich Nieselregen, tagelang keine Sonne, fallende Temperaturen: alles kein Grund für schlechte Laune, sofern man die heimische Heizungsluft mit Frischluft im Garten, im Park oder im Wald tauscht:
Foto 1: Bentheimer Hausgarten
Foto 2: Arboretum de Lutte
Foto 3: Bentheimer Wald.



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„Wann haben Sie sich zum letzten Mal zwei Stunden amüsiert und gelacht? Dann besuchen Sie eine unserer Aufführungen! Freuen Sie sich auf großes, spritziges und kurzweiliges Boulevardtheater, dargeboten von einem glänzend aufgelegten Ensemble!“
Mein Fazit vorweg: Das Programmheft der Bad Bentheimer Kulisse verspricht keineswegs zuviel!
Eigentlich hätte ich nicht gedacht, nach den Erfahrungen aus Kindertagen, nämlich den schwarz-weiß-TV-Aufzeichnungen aus dem Ohnesorg-Theater, Zeuge einer Liveaufführung eines jener Schenkelklopfer (Tratsch im Treppenhaus) zu werden. Und doch wurde es gestern wahr. Nicht Heidi Kabel, nicht Henry Vahl, sondern das Ensemble der Kulisse ist verantwortlich für einen lustigen, wirklich kurzweiligen Theaterabend, den ich hiermit wärmstens weiterempfehlen möchte. Wer noch eine Karte ergattern kann, sollte zugreifen!

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