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1985 – 1987: Stadtjugendringfeste auf dem Herrenberg

Vor wenigen Tagen durften wir den 1999 von den Vereinten Nationen eingeführten „Internationalen Tag der Jugend“ erleben. Damit soll weltweit auf die Situation, die Anliegen und die Rechte von jungen Menschen aufmerksam gemacht werden. Gutes Anliegen, nur wer hat`s wahrgenommen?

Ganz anders war das vor 41 Jahren, als die UN gleich ein ganzes Jahr als „Jahr der Jugend“ ausriefen. Das wurde in Deutschland und auch in der Grafschaft und in unserer Stadt zum Anlass genommen, um auf die Situation der Jugendlichen aufmerksam zu machen. Grundlage dafür war die renommierte „Shell-Jugendstudie“. Bevor wir hier nostalgisch auf die Bentheimer Veranstaltungen beziehungsweise die Nachfolgeveranstaltungen zurückschauen, schauen wir kurz auf die Lebenswelt und Einstellungen der Jugend zur Mitte der 1980er-Jahre:

Die Jugendlichen werden als „tolerante und liberal gestimmte Demokraten“ beschrieben. Hervorgehoben wird die Differenzierung der Jugendkultur, beispielsweise mit Gothic-Anhängern, Skinheads, Heavy-Metal-Fans und so weiter. Betont wird in der Sozialstudie der jugendliche Protest gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen, gegen den Bau von Atomkraftwerken und das Waldsterben. Gleichzeitig ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit ein großes Problem in dieser Zeit. Aus heutiger Sicht ein wahrlich bemerkenswerter Befund!

Zurück nach Bentheim. Hier nimmt der Stadtjugendring (Zusammenschluss bzw. Dachorganisation aller örtlichen Jugendverbände und Vereine) das „Jahr der Jugend“ zum Anlass, sich und vor allen Dingen die Mitgliedsverbände bei einem Straßenfest auf dem Herrenberg zu präsentieren und für sich zu werben. Das Fest wurde zum Erfolg. Der anschließend neuformierte Vorstand des Stadtjugendrings wollte es keinesfalls dabei belassen („Das Herrenbergfest 1985 soll keine Alibiveranstaltung gewesen sein“) und organisierte ähnlich konzipierte und strukturierte Neuauflagen in den folgenden zwei Jahren.

„Straßenfest war voller Erfolg“, schrieb die GN am 2. Juni 1986, berichtete von tausenden Besuchern. Zum Programm: Die Mitgliedsverbände vom CVJM über Jusos und JU bis hin zu den Funkern präsentierten sich, die Freilichtspiele spielten Szenen aus dem Märchenstück, die Katholische Jugend zeigte „Veteranenturnen“, Kinder bauten Flohmarktstände auf und der Spielmannzug der Feuerwehr spielte auf. Lokale Rockbands standen für die aktuelle Jugendkultur. Es spielten „Oktession“, „TAO“, „Da Capo“ und „Radio Chaotika“. Dazu gab es zu essen und trinken, während ein junger Bentheimer, nämlich Horst Calconi, „seine Späße mit dem Publikum machte“(GN). Heute nennen wir es Comedy.

Im Mai 1987 gab es eine weitere Auflage des Stadtjugendring-Herrenbergfestes mit ähnlichem Programm mit ähnlich guten Wetter und Publikumsresonanz. Rockmusik spielten „Rob the Bob“, „Paradox“ und erneut „TAO“. Die CVJM-Songgruppe trat mit christlichen Liedern auf. Jojo Jauer aus Nordhorn erschien als Feuerschlucker und Jongleur und „Horst Calcon“ erfreute das Publikum erneut mit seinem komödiantischen Talent.

Schon erstaunlich, was damals selbstorganisiert von jungen Erwachsenen auf die Beine gestellt wurde und wie groß das Interesse in der Stadt daran war!

Michael Leuchtmann hat damals fotografiert und natürlich der Veröffentlichung der Fotos zugestimmt. Hier sind die Zeitdokumente. Wer erkennt sich oder Freunde?

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