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Jahresrückblick 2013 (Teil III): Neue Baustellen

Im dritten Teil des unvollständigen und  subjektiven kommunalpolitischen Jahresrückblicks soll es um einige der künftigen Baustellen in Bentheim  gehen. Los gehts mit einem Dauerbrenner, mit einem Ortseingang.

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Unverwechselbar, da weiß man auf den ersten Blick schon, wo man sich befindet. Nämlich an einer der vielbefahrensten Punkte im Stadtgebiet eines Gesundheits- und Tourismuszentrums, das auch für die Einwohnschaft allerhand zu bieten hat. Gute Landluft zum Beispiel. Ironie beiseite: D i e  Mutter aller Bentheimer Baustellen wird uns auch 2014 beschäftigen, und sei es mit dem Schließen der Fenster.

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Drängender noch sind Arbeiten an einer ganz anderen Dauerbaustelle: Armutsbekämpfung. Natürlich gibt es auch auf lokaler Ebene genug Ansatzpunkte. Einige Stichworte: bezahlbarer Wohnraum, Kita-Plätze, Wirtschaftsförderung mit Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und vieles mehr. Wer würde den Einsatz dafür nicht sofort unterstützen? Das gehört doch zum guten Ton in der Politik. Einen kleinen, gleichwohl sehr sinnvollen und nicht selbstverständlichen Schritt weiter gekommen sind wir vor Ort vor drei Jahren mit der Einführung des Bentheimer Familienpasses, von dem bereits gut Gebrauch gemacht wird. Bestes Beispiel sind diejenigen Kinder, die jetzt Musikschulunterricht erhalten können. Den Bentheimer Familienpass weiter intensiv zu bewerben und das Angebot auszubauen ist eine Daueraufgabe, um Teilhabe zu ermöglichen und zumindest ein kleiner Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Mag die Bundesinitiative mit dem Bildungs- und Teilhabepaket auch in 2014 auslaufen, so können wir auf örtlicher Ebene doch mehr Konstanz im Einsatz für finanziell und sozial Benachteiligte beweisen! Immerhin. Ein weiterer Vorschlag in diesem Sinne ist, künftig die Lebenssitauation der Asylbewerber in der Stadt genauer zu betrachten und bei Bedarf zu handeln. Das hervorragende Engagement einzelner Verbände   und Privatpersonen muss  Unterstützung finden. Und sollten wie angekündigt Flüchtlinge aus Syrien nach Bentheim kommen, wird diese Aufgabe noch wichtiger.

Mit dem Prädikat „Städtebaulicher Missstand“ ausgezeichnet ist das Areal an einem weiteren Ortseingang:

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Mit der Erweiterung des Sanierungsgebietes um die Bahnhofstraße und den Bahnhofsbereich ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um hier optimistisch in die Zukunft zu blicken. Nicht nur Kaiserhof und Einkaufszenrum, sondern auch der Bahnhofsbereich und auch die obere Bahnhofstraße können mit Geldern aus dem Städtbauförderprogramm saniert werden. Bund, Land und Stadt Bad Bentheim werden mitfinanzieren. Welch eine Chance, um einen Riesenschritt dort weiterzukommen, wo es unbedingt erforderlich ist!

Der Landkreis als Eigentümer ist an einer anderen Stelle gefordert. Die ehemalige Berufsschule an der Funkenstiege verfällt ganz offensichtlich und wird nur in Teilbereichen von der Musikakademie genutzt. Und diese wäre in anderen Räumlichkeiten wie zum Beispiel der Grundschule sicher in jeder Beziehung besser untergebracht. Was tun mit der Berufsschule? Zumindest die Lage dürfte die Planungsphantasie anregen, oder nicht? Um die Auflösung dieser Frage werde ich mich kümmern und darüber in 2014 berichten.

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Zum Abschluss eine weitere überaus erfreuliche Baustelle des Jahres 2014. Der Kindergarten in der Kirchstraße wird vom Träger, der reformierten Kirchengemeinde, mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt und den Landkreis nach über 50 Jahren Dauernutzung gründlichst saniert und ausgebaut. Damit wird  eine Entscheidung und Entwicklung nachhaltig (hier trifft es der Begriff) bestätigt: Grundschule, Realschule, Kindertagesstätte und Sporthalle werden in  modernen Räumen untergebracht, in unmittelbarer Nachbarschaft, energetisch auf teilweise hervorragendem Niveau, und dazu genau an der richtigen Stelle  (nämlich dort, wo die Kinder jetzt und künftig verstärkt wohnen). Ein Bildungszentrum erster Güte ist entstanden und wird weiter abgesichert!

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Fünf Beispiele für wichtige Projekte 2014 waren das. Fünf Beispiele für Gestaltungsmöglichkeiten trotz unbefriedigender Haushaltslage. Fünf Chancen für die Stadtentwicklung.  Und vor allen Dingen: bezahlbare Projekte, keine Visionen. Jedem Bentheimer fallen mindestens fünf weitere Wünsche ein:  Straßen müssen in Stand gehalten werden, Vereine noch besser unterstützt werden, eine neue Sporthalle soll es sein, und und und. Genug Stoff für weitere Diskussionen, genug Ideen für die nächsten Haushalte der Stadt. Insgesamt gilt: Gute Aussichten für Bad Bentheim!

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Architektur am Schlossparkcenter: Zitterpartie oder nur eine Geschmacksfrage?

Die unansehnlichen und unbrauchbaren Altbauten sind abgerissen, die Reden zur Grundsteinlegung sind gehalten und die Bagger sind inzwischen angerückt. Am neuen „Schlossparkcenter“ wird nun endlich gebaut und im nächsten Jahr soll Eröffnung gefeiert werden. Die Diskussionen drehen sich jetzt nach der Enthüllung des Bauschildes um das künftige Einzelhandelsangebot, also um einen typischen Bentheimer Dauerbrenner.

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Während die Ansiedlung eines Drogeriefachmarktes alleits begrüßt wird, treffen die Geschäftsverlagerungen aus der Stadtmitte hinein ins neue Einkaufszentrum auf kritische Stimmen. Dabei dürfte die attraktive innerstädtische Geschäftslage der Einzelhändler aus meiner Sicht unterschätzt werden, denn die leer werdenden Geschäftsflächen dürften sich -im Gegensatz zu weniger zentral gelegenen Lagen in der Innenstadt-  schnell wieder vermieten und nutzen lassen.

Unterschätzt wird unter Umständen der positive Effekt des neuen Centers auf Konkurrenzsituation am Ort und die daraus erwachsenden Effekte für uns Verbraucher. Konkurrenz belebt nun einmal das Geschäft und wir sollten davon profitieren und uns an günstigeren Preisen, besserer Auswahl und verbessertem Service erfreuen können. So weit, so gut, da gibt es nichts zu mäkeln!

Bauflächen, Geschosshöhen, Zuwegungen und viele Details waren heftig diskutierte Themen mit guten Ergebnissen im Bauleitverfahren zum Projekt. Es bleibt eine andere Sorge, nämlich die Sorge um eine wirklich ansprechende Gestaltung des Centers an exponierter Stelle in der Stadt, nämlich  direkt an der L 39 und in der Nähe des Schlossparks mit Sicht auf den Park und die Burg.   Eine Sorge, die trotz ansprechender Bauzeichnungen und der Hinweise im Vorfeld bestehen bleibt. Wird der Bauherr tatsächlich für ansprechende Architektur sorgen? Müssen wir an dieser Stelle nach der misslungenen Gestaltung der Ortseingangssituation bei Combi-Aldi-Lidl mit einer weiteren städtebaulichen Last leben? Schauen wir uns die Ansichten vergleichbarer Center in Schüttorf an, dann wird diese Sorge verständlicher:

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Vielleicht bleiben uns vergleichbare Ansichten erspart. Hoffen wir auf ein Gespür des Bauherrn für das Bauen an diesem Ort. In einem Jahr sind wir klüger. Und für die Kommunalpolitik bleibt die Aufgabe, bei künftigen Bauprojekten so viel Einfluss wie möglich auch auf Gestaltungsfragen zu nehmen, so schwer und unerfreulich dies auch werden kann.

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