Ehrlich, klar und direkt: Zum Geburtstag von Udo Lindenberg

Udo hat Geburtstag! Zeitungen gratulieren mit Sonderseiten, Facebook quillt über, der NDR sendete am Wochenende pausenlos. Es ist eine der seltenen Momente, an denen gefühlt ganz Deutschland einen ihrer prägenden Künstler angemessen ehrt. Zu Recht, finde ich.

Meine „persönliche“ Begegnung mit ihm begann im Mai 1974 bei Radio Horstmann in der Nordhorner Hauptstraße. Ich erwarb zwei LP´s von deutschen Musikern: Politrock von FRANZ K. und „Alles klar auf der Andrea Doria“ von Udo Lindenberg. Neben dem eher hölzernen deutschen Texten der Politrocker vom Schlage Franz K., Ton Steine, Scherben, Floh de Cologne klang „Andrea Doria“ wesentlich frischer und hatte Witz. Wo gabs denn sowas? Es folgten beispielsweise in gleicher Machart „Ball Pompös“ und „Dröhnland Symphonie“. Der für alle Beteiligten einschließlich des Publikums nervenaufreibenden Fernsehaufzeichnung der „Symphonie“ unter der Leitung Peter Zadeks wohnte ich dann an mehreren Tagen im Hamburger Operettenhaus bei. Kostete fast nichts, erforderte allerdings aufgrund der sichtbar angeschlagenen Arbeitsmoral der Protagonisten auf und hinter der Bühne Ausdauer beim Publikum.

Trotz vieler großartiger Songs und Projekte Lindenbergs, auch nach dem grandiosen Comeback vor einigen Jahren, ist es aber die erste deutschsprachige Platte, deren Songs mich immer noch erreichen. „Daumen im Wind“ aus dem Jahr 1972, von mir erst Jahre später entdeckt, deutete zwar vieles an, was dann später sensationell für die damalige Zeit in „Andrea Doria“ mündete. Viel ruhiger und nachdenklicher kamen allerdings Songs wie „Meer der Träume“, „Good Life City“ und „In den dunklen Gängen der Vergangenheit“ daher:

„In den dunklen tiefen Gängen der Vergangenheit

ein Hauch Erinnerung zieht durch das Labyrinth der Zeit

vor Millionen Jahren

Blume im Lavasee

unter meinen Wurzeln

ein brennender Planet……“

Peter Herbolzheimer spielte Posaune und Michael Naura E-Piano. Großartiges kündigte sich da an.

Ein W. Burghard schrieb seinerzeit (1972) den Covertext:“…Sie alle (gemeint sind die Gastmusiker) sorgen dafür, daß nie ins Hintertreffen gerät, wovon Udo Lindenberg als von seinen fest angepeilten Zielen spricht: Ehrlichkeit, Klarheit, Direktheit“. Ziele grandios erreicht, Udo Lindenberg! Bin gespannt, was noch so kommt und freue mich drauf!

3 Kommentare

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3 Antworten zu “Ehrlich, klar und direkt: Zum Geburtstag von Udo Lindenberg

  1. Martin Liening

    Udo, aus Gronau an der Dinkel, nicht aus Gronau an der Donau, wie der Künstler es seit Jahzehnten in die Mikrofone nuschelt. So viel zum Thema Ehrlichkeit.

  2. HW Köster

    Lieber Friedbert,

    war der Journalist, der den Covertext schrieb nicht „Werner Burkhardt“? Er war Kulturkritiker der Süddeutschen Zeitung in Hamburg, Theaterkritiker und Jazzjournalist und ein wirklich toller Typ. Ich kannte ihn, wir haben oft miteinander geredet und wir mochten uns sehr.

    Und mit Udo Lindenberg habe ich mal längere Zeit über Bentheim und seine Wurzeln geredet. Auch ein toller Typ!

    Beide sehr beeindruckend! Und einfach super drauf… 😊

    Liebe Grüße Dein HW

    Von: Der Bentheim-Blog Gesendet: Montag, 17. Mai 2021 19:11 An: hwkoester@gmx.de Betreff: [Neuer Eintrag] Ehrlich, klar und direkt: Zum Geburtstag von Udo Lindenberg

    Friedbert Porepp veröffentlichte:“ Udo hat Geburtstag! Zeitungen gratulieren mit Sonderseiten, Facebook quillt über, der NDR sendete am Wochenende pausenlos. Es ist eine der seltenen Momente, an denen gefühlt ganz Deutschland einen ihrer prägenden Künstler angemessen ehrt. Zu Recht, finde“ Kommentiere diesen Beitrag, indem Du über dieser Zeile antwortest

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    Ehrlich, klar und direkt: Zum Geburtstag von Udo Lindenberg von Friedbert Porepp
    Udo hat Geburtstag! Zeitungen gratulieren mit Sonderseiten, Facebook quillt über, der NDR sendete am Wochenende pausenlos. Es ist eine der seltenen Momente, an denen gefühlt ganz Deutschland einen ihrer prägenden Künstler angemessen ehrt. Zu Recht, finde ich. Meine „persönliche“ Begegnung mit ihm begann im Mai 1974 bei Radio Horstmann in der Nordhorner Hauptstraße. Ich erwarb zwei LP´s von deutschen Musikern: Politrock von FRANZ K. und „Alles klar auf der Andrea Doria“ von Udo Lindenberg. Neben dem eher hölzernen deutschen Texten der Politrocker vom Schlage Franz K., Ton Steine, Scherben, Floh de Cologne klang „Andrea Doria“ wesentlich frischer und hatte Witz. Wo gabs denn sowas? Es folgten beispielsweise in gleicher Machart „Ball Pompös“ und „Dröhnland Symphonie“. Der für alle Beteiligten einschließlich des Publikums nervenaufreibenden Fernsehaufzeichnung der „Symphonie“ unter der Leitung Peter Zadeks wohnte ich dann an mehreren Tagen im Hamburger Operettenhaus bei. Kostete fast nichts, erforderte allerdings aufgrund der sichtbar angeschlagenen Arbeitsmoral der Protagonisten auf und hinter der Bühne Ausdauer beim Publikum. Trotz vieler großartiger Songs und Projekte Lindenbergs, auch nach dem grandiosen Comeback vor einigen Jahren, ist es aber die erste deutschsprachige Platte, deren Songs mich immer noch erreichen. „Daumen im Wind“ aus dem Jahr 1972, von mir erst Jahre später entdeckt, deutete zwar vieles an, was dann später sensationell für die damalige Zeit in „Andrea Doria“ mündete. Viel ruhiger und nachdenklicher kamen allerdings Songs wie „Meer der Träume“, „Good Life City“ und „In den dunklen Gängen der Vergangenheit“ daher: „In den dunklen tiefen Gängen der Vergangenheit ein Hauch Erinnerung zieht durch das Labyrinth der Zeit vor Millionen Jahren Blume im Lavasee unter meinen Wurzeln ein brennender Planet……“ Peter Herbolzheimer spielte Posaune und Michael Naura E-Piano. Großartiges kündigte sich da an. E

    • Lieber Heinz-Werner,
      mir war der Journalist nicht bekannt. Es wird aber der von dir beschriebene Werner Burkhardt gewesen sein, denn er war Berater bei Teldec und diese hat auch Daumen im Wind herausgebracht. Es gibt einen aufschlussreichen Wikipedia-Eintrag. Danke für die Rückmeldung und herzliche Grüße!

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