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Multimediales Erlebnis in Gronau: „rock´n´pop museum“

In Gronau hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Wenngleich die Stadtentwicklung mit dem Strukturwandel lange nicht so dynamisch und erfolgreich gestaltet wurde wie in Nordhorn, so kann Gronau durchaus einige Pluspunkte vorweisen. Zuerst natürlich das alljährliche hochkarätige Jazzfestival, das weit ausstrahlt. Ein weiteres  Leuchtturmprojekt stellt das einzigartige „rock´n´pop museum“ dar. Ein Besuch lohnt nach der grundlegenden Umgestaltung mit Neukonzeptionierung erst recht: Die multimediale Aufbereitung des Themas, die Liveatmosphäre bei Konzerteinspielungen und die Ausstellung ausgewählter Relikte macht den Gang zum kurzweiligen Erlebnis.

Über einige Merkwürdigkeiten und kleinere Ärgernisse muss man allerdings dabei hinwegsehen. So funktioniert das Audiosystem nicht einwandfrei. Wenn an einer Themeninsel zu den Rolling Stones dann Pink Floyd die Hintergrundmusik beisteuert trübt diese Tatsache das Erleben. Bei allem Verständnis für den Zwang zur Beschränkung des Riesenthemas verwundert es auch, dass Größen wie Springsteen keine Erwähnung finden, während lokalen niederländischen Bands Platz gegeben wird. Rio Reiser wird zurecht hervorgehoben, während das Genre des Krautrock außen vor bleibt. Und bei der Ausstellung der Relikte finden sich zwar Schuhe von Jan Delay. Das in der alten Ausstellung präsentierte gestrickte Oufit  eines 60er-Jahre Deutschrockers fehlt aber zu meinem Leidwesen. Diese subjektiv empfundenen „Mängel“ können das positive Fazit keineswegs entscheidend beeinflussen. Schließlich gilt es eine Auswahl zu treffen und der niederländische Markt spielt für das Museum sicherlich eine wichtige Rolle.

Das Rock´n´pop Museum Gronau ist für Gronau und die Region ein Alleinstellungsmerkmal, das es auch touristisch zu nutzen gilt. So ist es bestimmt ein willkommenes Schlechtwetterziel für Gäste des Ferienparks und sicher auch der Fachkliniken und damit ein Marketingtrumpf auch für den Tourismusort Bad Bentheim.

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Shine on! (mit Aktualisierung am 21.9.)

Jazzfest in Gronau, Klassikkonzerte und Pop Open-Air in Nordhorn, Fettes Brot und Pur in Lingen, Jazzkonzerte in Bentheim. Diese unvollständige Aufzählung zeigt, dass dem Konzertpublikum in unserer Gegend ein prima Programm geboten wird.Und dennoch geht es so manchem Konzertgänger wie dem Kunden an der Wursttheke: manchmal darf es halt ein wenig mehr sein!
Meine persönlichen Konzert-Highlights des Sommers 2015 waren bislang Mark Knopfler und Jackson Browne. Beide gastierten und begeisterten in Hamburg.Diese Erlebnisse zu toppen konnten eigentlich nur noch einem absoluten Ausnahmemusiker gelingen: David Gilmour gestern Abend in Oberhausen.
Ausgerechnet in Oberhausen? Gigantischen Stadionevents und auch Großhallen hat Gilmour (vorerst?) abgeschworen und tritt bei seiner ersten kleinen Tour seit acht Jahren in kleinsten und kleineren Arenen und Hallen auf, darunter (für Pink Floyd – Fans wenig überraschend) in den römischen Amphietheatern in Pula, Verona und Orange – und jetzt das einzige Konzert in Nordeuropa in in Oberhausen vor 10.000 natürlich begeisterten Fans aus ganz Europa und Übersee. Schwarzmarktpreise in vierstelliger Höhe, Superpreise in den Halsabschneiderbörsen, vor allem aber begeisterte Fans sind ein Nachweis der ungebrochenen Popularität und Fasznination eines Gitarristen, Sängers, Songwriters, der ganz offensichtlich nur noch „just for Fun“ spielt, seine Konzerte genießt und dies seinem Publikum in den kleinen Arenen auch zugesteht. Finanziell nötig hat der Mann das seit Ewigkeiten nicht mehr. Nachgesagt wird dem „linken Bildungsbürger“, dass er schon lange Teile seines immensen Vermögens spendet, besonders an Organisationen in der Obdachlosenhilfe. Umsonst dürfte aber auch die aktuelle Produktion nicht sein. Die Show überwältigt musikalisch und emotional, ist ein Hochgenuss, die Musik ist überaus klar und dennoch, wie es sich für diese Songs gehört, laut, sehr laut. Ein Konzertbesucher hat es in WDR 2 auf den Punkt gebracht: “ Er spielt einen Ton und schon weiß man, dass es David Gilmour ist. Und er zelebriert jeden Ton, als sei er der letzte.“
Musiker, die auch schon vor zig Jahren bei Pink Floyd auf der Bühne standen wie Jon Carin oder Phil Manzarena (Roxy Music)helfen dabei, das die neuen Songs und natürlich die Klassiker optimal rüberkommen: Us and them, Comfortably Numb, Dark Side, Money,Run like Hell, Wish you were here und wie sie alle heißen. Songs, die zeitlos sind und heute immer berühren.
Angeblich sollen nächstes Jahr weitere Konzerte in Europa folgen. Konzertbesucher berichteten gerüchteweise von einem Auftritt auf der Kölner Domplatte. Heute, am Montag, wird nach Gilmours Abstechern in süd- und nordamerikanische Metropolen ein erstes Konzert in Europa angekündigt: im Juni in Polen, Wraclaw, Europas Kulturhaupststadt 2016. Man wird sehen; wir werden uns vielleicht sehen.
Und hier noch meine kleine persönliche Best-of-Liste dieses Konzertsommers:
Platz 2 teilen sich Mark Kopfler mit „Telegraph Road“ und Jackson Browne mit „Running on empty“. Ganz vorne, keine Frage (und mit einer kleinen Träne im Augenwinkel): „Shine on you crazy diamond“.
Genau das möchte man den drei Ausnahmemusikern Knopfler, Browne und Gilmour zurufen. Und ein Wort noch: Zugabe!
Und hier noch noch wegen der Resonanz auf den Blog einige Ergänzungen: In der Printausgabe der heutigen Süddeutschen Zeitung schreibt in einem sehr lesenswerten, weil hervorragend recherchierten und verfassten Artikel Alexander Garkow als Bildunterschrift: „Als die ersten Töne den Melancholievorhang weit aufreißen, entlädt sich bei den 10.000 Menschen in der Halle ein unfassbarer Gefühlsstau, an dem Adorno noch lange zu knabbern hätte“. Wie treffend und verständlich für alle PF- und DG-Fans, auf die dann im Konzert auch noch Perlen warten wie „Astronomy Domine“ von Ummagumma, ein Syd Barrett-Song von 1969.
Über den Vorverkaufsstart für eventuelle Konzerte im nächsten Jahr informiere ich im Bentheim-Blog, sobald sie mir bekanntwerden. Ganz offensichtlich gibt es Interesse daran.
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