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Gelungene Premiere auf der Freilichtbühne

Ein warmer Sommerabend, Vogelgezwitscher aus dem Grün des Steinbruchs und ein erwartungsvolles Publikum auf der Zuschauertribüne – Premierenstimmung lag gestern Abend auf der Freilichtbühne in der Luft. Ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Theaterabend waren gegeben und weder Publikum noch Spielschar wurden enttäuscht. „Der Besuch der Alten Dame“ erwies sich als gute Wahl für das diesjährige Abendstück im Jubiläumsjahr der Freilichtspiele Bad Bentheim. Dürrematts tragische Komödie um Geld und Macht, um Schuld und um Rache ist einerseits Klassiker und andererseits aktuell wie eh und je. Eine gute Wahl für die Bühne und ein Gewinn für jeden Besucher, denn Regie und Darsteller konnten sich einmal mehr sehr gut beweisen. Hier ist ein Foto, auf dem fast alle Darsteller zu sehen sind:

Und hier ein kleiner Rückblick in den Juni 1974, denn seinerzeit wurde „Der Besuch der Alten Dame“ erstmals auf der Bentheimer Bühne gespielt. Regie führte Wilhelm Michael Mund. Nach meiner Erinnerung passte er einige Details dem damaligen Zeitgeist an. Der Vergleich der beiden Aufnahmen zeigt, dass es dem Kleidungsstil der siebziger Jahre entsprechend wesentlich farbenfroher zuging. Er engagierte auch die Volkstanzgruppe der Landjugend Gildehaus und die Szenen mit der Güllener Bürgerschaft wirkten auch dadurch enorm authentisch. Vor der Generalprobe kam er auf uns Jugendliche zu und erkundigte sich nach unseren Mopeds, die er doch gerne einbauen würde. Gesagt, getan: ab sofort kanatterten wir in einer großen Volksszene mit unseren Mofas und Mopeds über die Brücke auf die Bühne. Unvergessen auch seine energische Regieanweisung an uns junge Männer, mehr Spannung in den Köper zu legen. So sind wir im Hintergrund ohne Mopeds, aber mit ausreichend Körperspannung zu erkennen:

Eine Reihe von Aufführungen sind geplant. Es wäre schön, wenn zumindest die Bentheimer in großer Zahl den Weg in die alten Steinbrüche finden werden und die tolle Spielschar vor großer Kulisse auftreten kann. Niemand wird es bereuen!

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Erinnerungskultur und kulturelle Vielfalt

„Kulturelle Vielfalt“ wünscht sich wohl jede Region und jeder Ort. In Metropolen, Groß- und Mittelstädten ist sie eine Selbestverständlichkeit, gleichwohl haben kleinere Orte mindestens in unserer Gegend die Bedeutung eines lebendigen kulturellen Lebens erkannt. Ein breites Angebot, häufig ehrenamtlich oder halbprofessionell, ist entstanden. Jeder in der Grafschaft kennt die renommierten Veranstaltungen und Angebote in Bad Bentheim wie die Freilichtbühne, Kulisse, mehrere Museen in der Stadt, natürlich die Musikakademie, Jazzkonzerte und Poetry Slam im Treff 10, Chorkonzerte, Filmclub und vieles mehr. Aus meiner Sicht waren die ganz neuen oder noch jungen Veranstaltungsformate während dieses Sommers im positiven Sinne bemerkenswert: Picknickjazzkonzerte am neuen Springbrunnen im Schlosspark, Poetry Slam ebenfalls an diesem schönen Ort und Konzerte am Kurhaus. Und sogar der Wochenmarkt wurde mit Musik -und Wein- bereichert. Toll auch der kommunikative Charakter dieser Angebote, die zudem kostenlos zu besuchen waren. Das sind gute Aussichten für die nächsten Jahre, sofern es gelingt, diese und weitere kulturelle Veranstaltungen in der Stadt zu erhalten und weiter zu entwickeln. Möglicherweise spielt dann endlich die Freilichtbühne als einmalig schöner Veranstaltungsort eine größere Rolle. Spielplan und Gastspiele lassen genug Raum für das Bespielen dieses Ortes mit Alleinstellungsmerkmal. Der neu gestaltete Prinzessinnengarten auf der Burg, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, ist mit neuen Veranstaltungen ein positives Beispiel!

Eine herausragende Bereicherung ist das neue Literaturfestival „Wieder Worte“, das die Emsländische Landschaft zusammen mit den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim zur Zeit an vielen Orten in der Region durchführt. Divers in vielerlei Hinsicht, von den Zielgruppen bis zu den sorgfältig ausgewählten Veranstaltungsorten, wird das Festival hoffentlich für inspirierende Literaturerlebnisse sorgen. Auf der Webseite http://www.wiederworte.net kann man sich ausführlich informieren.

Beeindruckend war Samstagabend eine Lesung mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Eva-Maria Thüne in der Aula des Burggymnasiums. „Nur ein Koffer voller Heimat“ – Der Kindertransport 1938/39 war Thema ihres Berichts, der auf Interviews beruhte, die Prof. Thüne im Jahre 2017 mit Zeitzeugen, also den Kindern von 1938/39, führen konnte, die dem Nazi-Terror durch die Kindertransporte in den Westen, vornehmlich nach Großbritanien, entkommen konnten. Die mittlerweile betagten Geretteten beschrieben ihre Erinnerungen an Eltern und Geschwister, die sie nie wieder sahen, an die dramatische Reise und von ihrem Leben unter den Vorzeichen von Trauma und Rettung.

Die Züge gen Westen passierten den Grenzbahnhof Bentheim, wo sie letztmalig vor ihrer Rettung drangsaliert, schikaniert und ausgeraubt wurden. Es ist aus meiner Sicht sehr positiv, dass in letzter Zeit dank privaten Engagements besonders durch Herrn Wilhelm Hoon, an diese Begebenheiten und das Schicksal der Kinder und ihrer Familien erinnert wird. Ich finde es auch an der Zeit und begrüßenswert, dass die Bentheimer Eisenbahn diesen Aspekt ihrer Geschichte und die des Bentheimer Bahnhofs aufarbeitet und ein Erinnerungsort geschaffen werden soll.

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Let`s go Folky!

Ein Dachbodenfund hilft der Erinnerung an ein längst vergessennes Konzert auf die Sprünge:

Es wird der 27. Mai 1972 oder 1973 gewesen sein. Eine Reihe junger Bentheimer wurden unter dem Dach des Stadtjugendrings, dem Zusammenschluss der Bentheimer Jugendverbände, aktiv. Der Stadtverwaltung wurde die Nutzung einiger Räume im ehemaligen Kindergarten in der Brennereistraße abgeluchst, um einen Treffpunkt zu bekommen. Besonders an den Samstagabenden traf man sich in lockerer Runde bei Bier und Cola, saß tatsächlich um einen alten Couchtisch herum und unterhielt sich. Stundenlang. Häufig ging es um Politik und je später der Abend wurde, desto näher rückte die Revolution. Zunächst in Südamerika und dann irgendwann auch hier bei uns. Es kam dann bekanntlich anders, allerdings führte das Ende der Allende-Ära in Chile im September 1973 zur weiteren Politisierung von Teilen der Bentheimer Jugend. Zunächst galt es, die Langeweile in der Kleinstadt zu überwinden, einfach etwas zu tun und nicht nur zu diskutieren. Zum Beispiel Konzerte zu organisieren. Und so fand ein Folksänger den Weg nach Bentheim und gab im altreformierten Gemeindehaus in der Heerestraße ein Konzert.

Brian Mooney, ein in Irland lebender Australier, „den man nie leid wird“ ;-). So steht es auf dem vergilbten Plakat vom Dachboden. Nach meiner Erinnerung war der Saal gut gefüllt und der Sänger und Gitarrist wusste musikalisch und mit seinen Erzählungen zu gefallen. Außerdem brachte er internationales Flair in den Ort. Laut Internetrecherche lebt Mooney heute wieder in Australien und ist als Maler erfolgreich.

Das von jungen Bentheimern selbst auf die Beine gestellte Konzert beflügelte die Veranstalter. Am 16. Juni 1973 sollte ein erstes Rockfestival auf der Freilichtbühne folgen. Unter anderem spielten Atlantis mit Inga Rumpf bei diesem Festival. Frumpy hatte sich erst kurz vorher aufgelöst. Vor einigen Jahren habe ich hier in meinem Blog ausführlich meine Erinnerungen daran geteilt. Der Eintrag ist leicht zu finden.

In der Rückschau bemerkenswert ist nicht nur die Tatsache, dass Jugendliche selbstständig etwas auf die Beine gestellt haben, sondern damit verbunden auch die politischen Ansätze der vierzehn bis zwanzigjährigen jungen Menschen. Sein Leben in der Stadt mit kulturellen Events zu gestalten, einen internationalen Folksänger einzuladen und sich die leer stehenden Räumlichkeiten des Kindergartens anzueignen, um ungestört diskutieren und feiern zu können und damit das spätere Jugendhaus vorzubereiten, all das war positiv prägend für viele, die daran beteiligt waren. Wer erinnert sich?

Okay, heute ersetzen wir das „Let`s go folky!“ durch ein „Keep on rockin´!“

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Das Bentheimer Paradox

„Frankreich ist ein Paradies, das von Menschen bevölkert ist, die sich in der Hölle glauben“. So zitiert die Welt am Sonntag  am 12.1. einen bemerkenswerten Satz des  französischen Schriftstellers Sylvain Tesson. Und weiter: „Hat man unter dem french paradox einest die hohe Lebenserwartung trotz hohen Weinkonsums verstanden, darf man das Wort heute als Ausdruck eines gesellschaftlichen Widerspruchs auslegen: Wir jammern, also sind wir.“

Fließt in den Adern der Bentheimer*innen noch das Blut der Hugenotten? Bei vielen Gelegenheiten hört man Missfallen, Klagen und oft auch -ich kann es leider nicht anders beschreiben- Meckereien.  Während bei den Franzosen „weder Austern noch Fakten zu einem kollektiven Wohlbefinden führen“, sind es in Bad Bentheim die aus meiner Sicht zahlreichen positiven Entwicklungen in den letzten circa zwölf Jahren, die die Laune zahlreicher Mitbürger*innen nicht heben, sondern verderben. Vor einigen Monaten reagierte ich mit einer E-Mail auf das Pauschalurteil eines alten Freundes. Bentheim habe sich schlecht entwickelt, meinte er. Stimmt überhaupt nicht, so meine Antwort. Im Gegenteil! Meine (hier ergänzte) Antwort:

  • Zahlreiche Gebäude wurden mit Hilfe des Städtebauprogramms von privater Seite saniert: Franziskushospital, Haus Holtkamp, Rentamt, Amtsgericht, Finanzamt, Haus Stoltenkamp, ehemals Pizzeria Vito,  Bistro 1,2,3 und weitere.
  • Etliche Straßenzüge wurden vorbildlich saniert: Ochtruper Straße oben, Gildehauser Straße, Stoltenkampstraße, Wilhelmstraße.
  • Der Schloßpark wird in den nächsten Jahren noch attraktiver durch das Programm „Stadtgrün“.
  • Der Bahnhof erstrahlt in altem Glanz und ist ein Verkehrsknotenpunkt für die Region.
  • Das Bahnhofsumfeld und vor allen Dingen das Kaiserhofgelände sind vom Schmuddelimage befreit. Der Kaiserhof wird saniert.
  • Wir haben eine moderne Grundschule in Bentheim gebaut. In Gildehaus folgt eine neue Wettkampfhalle.
  • Im Krippen- und Kindergartenbereich wird laufend investiert. Am Kaiserhof entstand eine neue KITA.
  • Die Stadt wurde durch Tourismus erheblich belebt. „Frag mal die Gastronomen!“ Ohne florierenden Tourismus sähe es in der Bentheimer Gastronomie noch schlechter aus. Übrigens zum Nachteil der Einwohner.
  • Das Thermalsole- und Schwefelbad expandiert und ist ein großer Trumpf unserer Stadt: Fachkliniken mit inzwischen über 500 Betten, hunderten qualifizierten Arbeitsplätzen, Therapiezentren, Mineraltherme. Auch zum Nutzen der Einwohner.
  • Das Gewerbegebiet Westenberg boomt. Die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen will bestimmt niemand missen. Ein Windpark ist dort entstanden.
  • Das marode Freibad in Bentheim und  das Hallenbad in Gildehaus, beide an den ehemaligen Standorten keinesfalls sanierungsfähig, wurden durch einen Badepark ersetzt.
  • „Das Schloßparkcenter hat Kaufkraft nach Bad Bentheim zurückgeholt“, sagt Falk Hassenpflüger, der Interessenvertreter der Gewerbe- und Handeltreibenden von der Industrie- und Handelskammer Osnabrück.
  • Mit dem Treff 10 haben wir ein tolles Jugend- und Kulturzentrum.
  • In der Ochtruper Straße wurde ein Haus für Wohnungslose und somit Notfälle renoviert.
  • Der Familienpass wurde eingeführt. Viele Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien können  durch ihn seitdem beispielsweise Musikschulunterricht nehmen.
  • Die Freilichtbühne konnte auch dank öffentlicher Unterstützung enorm modernisiert werden.
  • Die Dorfgemeinschaftshäuser wurden saniert und werden von der Dorfbevölkerung reichlich genutzt. Als letztes folgt noch Bardel.
  • Endlich gibt es wieder Bauplätze für unsere jungen Familien, die bauen wollen. Der Wohnungsmarkt wird dadurch entlastet. Bei Mehrfamilienhausbebauungen hat die Stadt dafür gesorgt, dass sich Grundstückskäufer zum Bau von mind. 25 % Sozialwohnungen verpflichten. Wohnen bleibt durch diese Maßnahmen bezahlbar. Der Bauverein leistet unverändert hervorragende Arbeit.

Die „Liste der positiven Stadtentwicklung“ ließe sich problemlos fortsetzen. Deutlich werden viele richtige politische Entscheidungen und die Maßnahmen der Stadt und anderer öffentlicher Träger. Vor allen Dingen sind es aber  Institutionen, Unternehmen, Vereine, Gesellschaften und auch Privatpersonen und Investoren, die zu der aus meiner Sicht sehr guten Entwicklung der Stadt beigetragen und sie ermöglicht haben. Und gerade diejenigen, die investieren und zu einer guten Stadtentwicklung beitragen, rufen Kritiker auf den Plan. Wahrnehmung und Fakten stimmen nach meiner Beobachtung häufig nicht überein. Ein Paradox!

Nun gibt es zweifellos genug Probleme und ungelöste Aufgaben in der Stadt. Die Liste reicht von erforderlichen Schulsanierungen bis zu maroden Fußwegen und schlecht ausgebauten Radwegen. Das „Stadtentwicklungskonzept Bad Bentheim 2035“, einstimmig im Stadtrat verabschiedet, gibt Auskunft dazu. Schön wäre es, wenn die Aufgaben mit Optimismus angegangen werden und Nörgeleien durch sachliche Kritik, interessierte Begleitung oder sogar Mitwirkung ersetzt werden.

 

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Kaninchen können´s besser

Glückwunsch an die Freilichtbühne. Die Premiere heute Abend war aus meiner Sicht einen Riesenerfolg und sollte Auftakt für eine besonders erfolgreiche Spielzeit sein.

„Kaninchen können´s besser“, dazu brauchte es für die Premierenbesucher einiges Vertrauen in die Bühne, denn ein gänzlich unbekanntes Stück und dazu ein doppeldeutiger Titel sind nicht unbedingt ein Garant für einen Publikumserfolg. Der wird sich jedoch hoffentlich einstellen!  Der Auftakt war vielversprechend.

Das Stück mit tausend Missverständnissen und Verwechselungen ist kurzweilig, witzig und richtig gut besetzt. Ich habe mich auch darüber gefreut, dass nicht gesungen wird.

Kurzum mein Tipp für die kommenden lauen Samstagabende: Zur Freilichtbühne pilgern und einen schönen Theaterabend verleben.

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Wanderbares Bad Bentheim

Wandern ist angesagt! Bestätigt wird diese Behauptung durch zahlreiche Medienberichte und die bundesweite Aktion „Wanderbares Deutschland“ unterstreicht dies zudem. Und auch in der Grafschaft konnten wir in den vergangenen Jahren den Trend zum Wandern und vor allen Dingen die Bestrebungen zum Ausbau der entsprechenden Infrastruktur verzeichnen. Der „Podagristenpad“ und die örtlichen Wanderwegenetze sind Beispiele für diese Bemühungen, die gleichermaßen begrüßenswert wie ausbaufähig sind. Und jetzt kommt Bad Bentheim mit einem neuen Ansatz, nämlich dem „Wanderbaren Bentheim“. Für die erste Oktoberwoche wurden von der Touristinformation mit Hilfe des VKV etliche Wandertouren angeboten, vermarktet und durchgeführt. Hier folgt nun ein knapper Bericht zur Wandertour „Bentheimer Gold“, die ich am vergangenen Samstag leiten durfte. Bentheimer können so die gut fünfstündige und 16 Kilometer lange Strecke nachvollziehen. Andere Leser aus der Grafschaft lassen sich hoffentlich zu „Ihrer“ Bentheimer Wandertour animieren:

Immerhin 16 Wanderinnen und Wanderer finden sich um 10.00 Uhr zum Start am Sandsteinmuseum ein. Erwartungsgemäß sind es zahlreiche Niederländer, aber auch Gäste aus Westfalen und einige jüngere Grafschafter. Die Wegeführung ist zum Thema „Bentheimer Gold“ vorgezeichnet, nämlich in Richtung „Bentheimer Berge“. Über den Kathagen mit seinen tollen Aussichtpunkten

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führt der Weg dann zum Freilichtbühnenvorplatz. Entstehung und Abbau des Sandsteins lassen sich hier an Ort und Stelle besonders gut erklären.

Ein Gang über die geöffnete Freilichtbühne ist ein spannender und nicht alltäglicher Abstecher. Weiter geht´s  über die Franzosenschlucht und bergauf in die „Berge“. Über den Kammweg wird zur ersten Verpflegungspause die vom VKV neu errichtete Wanderhütte erreicht. Der Goldene Oktober und die für hiesige Verhältnisse sehr abwechslungsreiche Wegstrecke tragen erheblich zur guten Laune bei.

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Bergab geht es auf schmalen Pfaden in die Steinbrüche.  Kammweg und Steinbrüche mit ihrem Bewuchs, Tümpeln und Abgeschiedenheit werden nicht nur von den auswärtigen Gästen leicht staunend erlebt. Über den Kleidiek geht es in den Bentheimer Wald und zu einer weiteren Rast beim Waldbauern. Der Schlengelweg führt zum Bad. Und hier sind selbstverständlich viele Infos  (nicht nur) für die auswärtigen Gäste gefragt. Der Weg bringt uns über den Höltingstuhl und die Prinzensteine (ein schöner Platz für eine Pause)

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in den Langener Wald zum Ferienpark. Auch hier interessieren  Infos. Die restliche Strecke zurück in den Schlosspark mit Zwischenstopp am Ritterstein ist dann nur noch eine Formsache.

Fazit: Die hier beschriebene Tour können wir als Beispiel nehmen für das erhebliche Potential der Stadt und näheren Umgebung für den Wandertourismus, wie auch als toller Ort für die Naherholung der Bentheimer und Grafschafter. Deutlich wird auch die Schutzwürdigkeit zum Erhalt dieser herrlichen Landschaft. Wir haben Besonderes zu bieten: Den Bentheimer Höhenrücken mit der Sonnenterrasse Kathagen und herrlichen Weitblicken, die beinahe einzigartige Freilichtbühnenkulisse, einen Weg über den Kamm des Bentheimer Höhenzuges mit schroffen Felspartien und schmalen Pfaden in Felsschluchten, eine jahrtausendalten Wald, in dem sich kilometerweit ungestört Ruhe und gute Luft genießen lassen, ein Kurbad mit Mineraltherme und Fachkliniken inmitten dieses Waldes und (es muss sich auch unter skeptischen Bentheimern herumgesprochen haben) einen Ferienpark, der sich in die Landschaft einpasst und nicht von ungefähr so gut besucht und benotet wird.

Kurzum mein Fazit, das natürlich eine politische Komponente hat: Allerbeste Voraussetzungen mit zahlreichen Alleinstellungsmerkmalen für eine florierende Wanderregion. Ein absolutes Pfund, mit dem wir wuchern können, und zwar für die Stadt und seiner Bewohner, für die örtliche Wirtschaft, kulturelle Einrichtungen und für die Gäste gleichermaßen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über die GroKo in Berlin und Meckereien in Bad Bentheim

In Berlin wird ausgezählt und dieser Brief ist dabei. Ich habe ihn bereits am Montag mit einer Ja-Stimme abgeschickt. „Ja“ zur GroKo, nicht ohne Bedenken, am Ende aber doch überzeugt. Warum? Eine Partei, die von sich aus darauf verzichtet, ihr Programm und ihre Wahlaussagen auch praktisch in Politik umzusetzen handelt meiner Meinung nach unverantwortlich gegenüber ihren Wählern und  Mitgliedern.

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Nach einigen ruhigen Wochen kommt jetzt wieder einmal Bewegung in das Veranstaltungsprogramm unserer Stadt. Die 16. Auflage des Waldlaufs wird angekündigt, das jährliche Kammerchorkonzert in der Osterzeit steht ebenso bevor wie die dritte Kulturnacht bereits am kommenden Wochenende. Und so nimmt das Veranstaltungsjahr mit den folgenden Ritterspielen, dem Kunstmarkt an der Burg und so weiter mit tradtionsreichen Veranstaltungen seinen Lauf. Zur Freude der Bentheimer und unserer Gäste wird ein sehr vielseitiges Programm angeboten. Und das ist gut so!

Es wird aber auch mal wieder kräftig gemeckert. Was ist passiert? Ein neues Veranstaltungsformat wird unter dem Namen „Boutique-Festival“ angekündigt.  Und anstatt sich neuen Initiativen gegenüber offen, neugierig und wertschätzend zu zeigen, wird von interessierten Kreisen das Haar in der Suppe gesucht. In der Tat kann man einen der ins Auge gefassten Veranstaltungsorte, nämlich die Steinbrüche östlich der Franzosenschlucht, hinsichtlich ihrer Eignung hinterfragen. Aber daraus eine Veranstaltung generell schon im Planungsstadium schlecht zu reden und gleichzeitig wieder einmal wahlweise die Stadtverwaltung oder den Bürgermeister unqualifiziert anzugreifen, ist  wieder einmal typisch. Denn das Festival wird sich, wenn es denn in den nächsten Jahren stattfinden sollte, möglicherweise als Bereicherung des kulturellen und touristischen Lebens in der Stadt erweisen. Die Burg und endlich auch mal wieder die Freilichtbühne  sind als bemerkenswerte Veranstaltungsorte ebenso im Gespräch wie ganz neue Veranstaltungsformen.

Neue Ideen verdienen eine Chance! Naturschutzrechtliche Aspekte sind selbstverständlich zu beachten und nicht als Totschlagargumente zu missbrauchen!

 

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Advent, Advent

Ritterspiele mit Mitteltermarkt, Kunstmarkt, Freilichtbühnenpremieren, Flohmarkt, Weinfest und schließlich der  Weihnachtsmarkt. Das sind nicht nur  Highlights des Tourismusstandortes, sondern gleichzeitig Fixpunkte des Kleinsstadtlebens. Und zwar überaus attraktive, gesellige und identitätsstiftende Angebote, die in dieser Form, in diesem Umfeld und mit dieser Qualität hervorragend zur Stadt passen.

Bestes Beispiel für diese Art der Lobeshymne ist der Weihnachtsmarkt an diesem Wochenende und das passende Rahmenprogramm. Gute Veranstaltungsformate bedürfen ständiger Überprüfung und Veränderungen. Der seit vielen Jahren hoch gelobte Weihnachtsmarkt auf dem Herrenberg macht da keine Ausnahme. Die Ausdehnung des Geschehens auf die Wilhelmstraße bereits am Freitag, also noch vor dem Nikolausumzug und dem Knobeln, tut dem Format besonders gut. Überraschend viele Bentheimer überzeugten sich gleich davon.

Die weihnachtliche Beleuchtung ist ebenfalls sehr gelungen und dürfte weit und breit ihresgleichen suchen. Kein Kunststück, bei dem Ambiente mit Burg, mit Stiegen und Gassen, könnte man entgegnen und dabei das dahinter stehende Engagement außer Acht lassen. Schönes Beispiel: Szene am Restaurant Mont/Kleine Kneipe mit Pulverturm im Hintergrund (Bild).

Engagement beweisen auch erneut die Ehrenamtler der Konzertinitiative Alternation, die heute Abend in den Treff 10 zum adventlichen Rock einladen. Die After-Weihnachtsmarktpartys in verschiedenen Locations sind bekanntlich mehr oder weniger legendäre Bentheimer Tradition. Der Nikolausrock im Treff 10 reiht sich da prima ein. Viel Spaß dabei. Man sieht sich! – Und nach dem Nikolauswochenende kommen wir auch in meinem Bentheim-Blog nächste Woche auf  ernstere Bentheimer Themen zu sprechen.

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Udo lässt grüßen

Bad Bentheim hat sie: Alleinstellungsmerkmale. Da ist zunächst natürlich die Burg, einzige Höhenburganlage weit und breit. Die Topographie ist ebenso außergewöhnlich für unsere Landschaft. Vergleichbares findet sich in der Umgebung nicht. Dann das Kurbad mit langer Tradition und allerbestem Image. Und natürlich die Freilichtbühne, getragen von den Einwohnern.  Kein Wunder, dass sich daraus auch lokales Selbstbewusstsein entwickelt!

Um wieviel schwerer es anderen Städten in der Region fällt, Alleinstellungsmerkmale zunächst zu identifizieren und dann auch noch ein positives Image damit zu prägen, wurde mir kürzlich anlässlich eines schönen Ereignisses bewusst. Gemeint ist die Verleihung der Ehrenbürgerrechte der Stadt Gronau an Udo Lindenberg. Gronau, eine Stadt, die  nach dem Ende der Textilindustrie zumindest in der Außenwirkung nicht wirklich ein attraktives Image vorweisen kann und es vermutlich auch nie konnte. Natürlich keine Burg, Kurbad oder Freilichtbühne, mir fällt allerdings auch sonst leider nichts Herausragendes ein. Fast, denn aus der Bürgerschaft heraus hat sich auch in Gronau vor Jahren etwas entwickelt, das heute die Stadt weit über seine Grenzen bekannt gemacht hat. Gemeint ist das Jazzfest, alljährlich mit internationalen Stars gefeiert und ein Publikumsmagnet, Werbeträger und inzwischen auch Wirtschaftsfaktor. Große Klasse wie auch das erste Rock & Pop-Museum Deutschlands. Zwischenzeitlich ins Schlingern gekommen, wie so viele Einrichtungen und Projekte im Lande. Aber in jedem Fall auch ein Alleinstellungsmerkmal. Und dann auch noch der größte Sohn der Stadt, der ebenso aus Krisen auferstanden ist wie seine Geburtsstadt. Ehrenbürgerschaft und überlebensgroßes Denkmal  zeugen davon. Glückwunsch nicht nur an Udo, sondern auch nach Gronau für die tolle Arbeit. Mit den erarbeiteten Alleinstellungsmerkmalen  dürfte neben allen positiven Folgen vor allen Dingen die Verbundenheit der Einwohner mit ihrer Stadt  gestiegen sein. Gronau hat´s (jetzt)!

Und welchen Erkenntnisgewinn haben wir dadurch?  Image ist wirtschaftliches, soziales, kulturelles Kapital. Wer über Alleinstellungsmerkmale und daraus abgeleitetes positives Image verfügt,  ist in einer guten Position (Beispiel Bentheim), man kann es sich aber auch erarbeiten (Gronau). Ideen, Phantasie und Mut für ungewöhnliche Wege sind offensichtlich wichtige Zutaten. Jazzfest, Rockmuseum und Udo Lindenberg lassen grüßen.

Und wer glaubt, die Entwicklungen in Gronau hätten uns nicht zu interessieren, ist ganz mächtig auf dem Holzweg. Nur mit regionaler  Zusammenarbeit gehts vorwärts. Bentheim wirbt selbstverständlich im Tourismus mit Rockmuseum und Jazzfest. Und was haben wir vom Gronauer Aufschwung? Na ja, man hört, dass von dort bereits heute Hotelbetten in Bentheim gebucht werden 😉

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Das Historienspiel zum Stadtjubiläum ist ein Glücksgriff

„Wer ist eigentlich nicht hier?“ dürften sich viele Besucher gestern Abend auf der Freilichtbühne bei der ausverkauften Premiere des Historienstücks „Gertrud“ und beim Empfang zum Stadtjubiläum gefragt haben. Wer nicht dabei war, hat in jedem Fall etwas verpasst.
Nämlich zunächst einen Empfang im Festzelt auf dem Funkerplatz an der Bühne. Kurze Redebeiträge, noch kürzere musikalische Vorträge und dafür reichlich Häppchen und Sekt gab es. Sehr bescheiden, dennoch kurzweilig und dem zugegebenermaßen nicht weltbewegenden Anlass „150 Jahre Stadt Bentheim“ durchaus angemessen.
Als Glückgriff für die Zuschauer und Organisatoren erwiesen hat sich die Wahl des eigens für dieses Jubiläumsjahr geschriebenen und eingeübten Stückes „Gertrud“ für drei Aufführungen auf der Freilichtbühne. Riesige Anerkennung verdienen alle daran Beteiligten vom Autor, Regisseur über die Freilichtbühnenspielschar bis zu den erstmals auf der Bühne agierenden Darstellern aus der Stadt. Mit enormen Können und Einsatz (angesichts des Probenplans musste nicht nur ich passen) haben sie sich den Applaus verdient. Hingehen lohnt sich. An den beiden folgenden Samstagen besteht noch die Gelegenheit dafür.
Ein Glücksgriff ist das Historienspiel auf der Bühne aus meiner Sicht aus einem weiteren Grund. Mehr als jedes andere denkbare, vielleicht sogar eingekaufte Event verdeutlicht das Historienspiel vielleicht auch inhaltlich, stärker aber noch durch die Realisierung durch Bentheimer Bürger ganz besondere Werte: Bürgerengagement, Zusammenhalt, Gemeinsinn und kulturelle Aktivitäten sind gemeint. Werte, die gerade bei einem Stadtjubiläum herausgestellt werden dürfen, weil sie in die Zukunft weisen. Und mit dieser Intention und diesem Ergebnis lohnt sich dann auch ein Stadtjubiläum zu feiern. Mit irgendeinem, möglicherweise sehr populären Großevent wäre dieses Ergebnis niemals zustande gekommen.
Freuen wir uns auf die kommende Ausstellung zum Stadtjubiläum, die vielleicht -hoffentlich- ebenfalls nicht den Verlockungen des Nostalgischen erliegt, sondern Perspektiven eröffnet.
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