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Antikriegstag 1. September 1980: Friedensdemonstration in Bad Bentheim

Heute wie vor 43 Jahren ist der 1. September der „Antikriegstag“. Im Spätsommer 1980 habe ich mich nicht in Bentheim aufgehalten. Ansonsten hätte ich als Anhänger der damaligen Friedensbewegung jedoch sicherlich an einer denkwürdigen Veranstaltung zum „Antikriegstag 1980“ in unserer Stadt teilgenommen. Ich habe Wilhelm Hagerott aus Münster gebeten, einen Beitrag darüber zu verfassen. Er war Initiator und verantwortlicher Leiter der Gesamtveranstaltung. Hier sind seine Erinnerungen und einige Dokumente dazu:

„Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall des deutschen Naziregimes auf die Volksrepublik Polen der 2. Weltkrieg. Aus diesem Anlass wird in vielen deutschen Städten der 1. September zur Erinnerung als Antikriegstag  begangen, heute vornehmlich organisiert durch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

In Bad Bentheim erhielt der Antikriegstag 1980 als Gedenktag ein besonderes Augenmerk. Am Vorabend zum 1. September fand am Sonntag, 31. August 1980 und zum Ende der Sommerferien, eine Friedensdemonstration statt. Der Landkreis Grafschaft Bentheim benannte als zuständige Behörde damals die Veranstaltung in einem  Genehmigungsschreiben  als „Aufzug im Sinne des Versammlungsgesetzes in Form eines Fackelzuges“. In dem Schreiben der Kreisverwaltung wurde insgesamt eine 8 Punkte umfassende Anordnung als Auflage für die Durchführung erteilt:

Organisiert wurde die Veranstaltung von Wilhelm Hagerott vom Vorstand der Grafschafter Jungsozialisten in der SPD. Er schmiedete hierzu ein breites Bündnis von nachstehenden Jugendverbänden, die gemeinsam als Veranstalter auftraten: CVJM Bad Bentheim, Dritte Welt Laden Schüttorf, Jugendzentrum Schüttorf, Jugendhaus Bad Bentheim, DGB Gewerkschaftsjugend Kreis Emsland, Jungsozialisten in der SPD Grafschaft Bentheim, Junge Union Ortsverband Bad Bentheim, Deutsche Jungdemokraten Grafschaft Bentheim.

Die Demonstration begann am Sonntagabend um 20.30 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Herrenberg. Als Redner traten Pastor Hans Jürgen Schmidt von der evangelisch reformierten Gemeinde Bad Bentheim und Harald  Schliekert von der SPD aus Bonn ans  Mikrofon. Pastor Schmidt rief die Zuhörer auf, an die Gerechtigkeit zu glauben und sich nicht an die Ungerechtigkeiten in der Welt zu gewöhnen. Er würdigte die Haltung der Kriegsdienstverweigerer und sprach sich gegen ein Prüfverfahren des Gewissens aus. Harald Schliekert aus Bonn, der persönliche Referent des damaligen Grafschafter SPD Bundestagsabgeordneten Jan Oostergetelo, mahnte in seiner Rede vor dem Hintergrund des Krieges und der Invasion der Sowjetunion in Afghanistan vor einem Nachlassen der Entspannungspolitik zwischen Ost und West. Die Zuhörer dankten zum Schluss den beiden Rednern an diesem Abend mit anhaltendem Applaus.

Im Anschluss an die Kundgebung auf dem Herrenberg formierten sich dann rund 150 Friedensdemonstranten zu einem Schweigemarsch mit entzündeten Fackeln in  den Händen durch die Bad Bentheimer Innenstadt. Begleitet von einem Polizeifahrzeug und einem Ordnerdienst führte die Wegstrecke von der Schloßstraße zur Stadtmitte in die Wilhelmstraße, über die Lingerstiege und den Paulinenweg zurück durch die Kirchstraße und die Wilhelmstraße zum Marktplatz in die Stadtmitte. Hier wurde gegen 21.45 Uhr der Schweigemarsch mit Fackelzug offiziell beendet. Anschließend nahmen noch etliche Demonstranten an einer interessanten Diskussionsrunde im Jugendhaus in der alten „Kaufmannschen Stadtvilla“ am Marktplatz teil. Dort konnte als Teilnehmer auch der Oberstleutnant a.D. der Bundeswehr, Hubertus Prinz zu Bentheim und Steinfurt begrüßt werden. Gegen 22.30 Uhr  endete die Abschlussdiskussion.

 Die Friedensdemonstration zum Antikriegstag 1980 in Bad Bentheim war in der Rückschau eine gute Sache für ein erweitertes Bewusstsein für den Frieden. Gleichwohl unterliegt die Zeitgeschichte in Europa neben dem stetigen Wandel politischer Veränderungen immer wieder kriegerischen Auseinandersetzungen oder verheerenden Angriffskriegen wie den durch Russland in der Ukraine. Freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratien sollten heute nach innen und außen gut wehrhaft aufgestellt sein.  W.H.“

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Der Flohmarkt lebt!

43 Jahre sind seit dem ersten Bentheimer Flohmarkt, seinerzeit auf dem Herrenberg, vergangen. Mir ist nicht bekannt, wieviele Stände damals aufgebaut wurden, wieviele Besucher kamen oder welche Gegenstände ich damals erfolgreich unter das Volk bringen konnte. An die besondere Atmosphäre und den Spirit unter allen Beteiligten kann ich mich allerdings noch gut erinnern. Der schöne Veranstaltungsort und der Zauber des Neubeginns 😉 haben wohl dazu beigetragen.

Ein „paar“ Jahre später ist der Flohmarkt immer noch ein Renner. Die Organisation ist einfach super, das Orga-Team versprüht nicht nur zu jeder Nacht- und Tagesstunde gute Laune, sondern lässt den vielen Hobbyhändlern mit moderaten Standmieten deren mehr oder weniger bescheidenen Umsatzerwartungen Wirklichkeit werden. Und auch der Anspruch, ein „Internationaler Flohmarkt“ zu sein ist nicht übertrieben. Menschen vieler Nationalitäten und Mentalitäten treffen beim Feilschen an den Ständen aufeinander.

Nicht mehr benötigte Alltagsgegenstände, Dachbodenfunde, Unnützes oder Überflüssiges, Ungeliebtes, Abgelegtes, Platz sparendes – nichts davon landet einfach auf dem Isterberg oder in der Tonne, sondern findet eine weitere Verwendung, oder macht den neuen Besitzern einfach nur Freude wie zum Beispiel meine alte Küchenwaage, eine Nelson Mandela-Biografie, die Plüschtiere vom Dachboden oder die Playmobilautos am Nachbarstand. Viel Spaß damit!

Vom Flohmarkt 2023 bleiben mir zwei weitere Erinnerungen. Einmal die Frau, die meine Fahrradklingel mit HSV – Raute als Geschenk für ihren Ehemann erstand und ihrer Aussage nach diesem riesen HSV-Fan ein besonderes Geschenk vom Flohmarkt mitbringen konnte. Ihre Vorfreude darüber stand ihr ins Gesicht geschrieben. Und dann war da noch die Geschichte mit der alten Schrankuhr meiner Großmutter. Jahrelang konnte ich keinen neuen Besitzer finden, was wohl auch daran lag, dass ich keinen Schlüssel für das Aufziehen des Uhrwerks und des Schlags mehr hatte. Eben dieser Schlüssel fand sich jetzt in einer anderen Trödelkiste wieder. Umgehend wurde die Uhr aufgezogen und die Angelegenheit dann wieder vergessen. Einige Zeit später erklang dann unerwartet nach Jahrzehnten wieder der vertraute Schlag, und zwar gleich 12 mal. Leicht spooky, aber das passt ja prima zum Flohmarkt!

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Advent, Advent

Ritterspiele mit Mitteltermarkt, Kunstmarkt, Freilichtbühnenpremieren, Flohmarkt, Weinfest und schließlich der  Weihnachtsmarkt. Das sind nicht nur  Highlights des Tourismusstandortes, sondern gleichzeitig Fixpunkte des Kleinsstadtlebens. Und zwar überaus attraktive, gesellige und identitätsstiftende Angebote, die in dieser Form, in diesem Umfeld und mit dieser Qualität hervorragend zur Stadt passen.

Bestes Beispiel für diese Art der Lobeshymne ist der Weihnachtsmarkt an diesem Wochenende und das passende Rahmenprogramm. Gute Veranstaltungsformate bedürfen ständiger Überprüfung und Veränderungen. Der seit vielen Jahren hoch gelobte Weihnachtsmarkt auf dem Herrenberg macht da keine Ausnahme. Die Ausdehnung des Geschehens auf die Wilhelmstraße bereits am Freitag, also noch vor dem Nikolausumzug und dem Knobeln, tut dem Format besonders gut. Überraschend viele Bentheimer überzeugten sich gleich davon.

Die weihnachtliche Beleuchtung ist ebenfalls sehr gelungen und dürfte weit und breit ihresgleichen suchen. Kein Kunststück, bei dem Ambiente mit Burg, mit Stiegen und Gassen, könnte man entgegnen und dabei das dahinter stehende Engagement außer Acht lassen. Schönes Beispiel: Szene am Restaurant Mont/Kleine Kneipe mit Pulverturm im Hintergrund (Bild).

Engagement beweisen auch erneut die Ehrenamtler der Konzertinitiative Alternation, die heute Abend in den Treff 10 zum adventlichen Rock einladen. Die After-Weihnachtsmarktpartys in verschiedenen Locations sind bekanntlich mehr oder weniger legendäre Bentheimer Tradition. Der Nikolausrock im Treff 10 reiht sich da prima ein. Viel Spaß dabei. Man sieht sich! – Und nach dem Nikolauswochenende kommen wir auch in meinem Bentheim-Blog nächste Woche auf  ernstere Bentheimer Themen zu sprechen.

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Ein Super-Flohmarkt

Als weiteres Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt  erweist sich heute einmal mehr der Flohmarkt im Schloßpark. Bei idealem Flohmarktwetter schoben sich schon am frühen Vormittag Besuchermassen vorbei an den mehr oder wenigen originellen Flohmarktständen

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Der solide und souverän veranstaltete Flohmarkt ist zweifellos ein Gewinn für die Stadt, eine interessante Veranstaltung vor der Haustür und ein Tourismusmagnet. Gleichwohl könnten die positiven Effekte für Stadt und Einwohnerschaft noch größer sein, schließlich stellt besonders der Verkehr auch eine Belastung dar. Der Marktplatz, der Herrenberg und die Funkenstiege könnten mit entsprechenden Angeboten einbezogen werden und das müsste keinesfalls zwangsläufig ein Flohmarktangebot sein.  Mit frischen Ideen sollte da mittelfristig am Gesamtevent gearbeitet werden können. Warum Gutes nicht noch besser machen?

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Kunst für jeden Geschmack

Einen Besuch wert ist wieder einmal der Bentheimer Kunstmarkt an der Burg: Einmaliges Ambiente, Kunst für jeden Geschmack, Jazzmusik und gute Gastronomie werden geboten und sogar das Wetter scheint in diesem Jahr mitzuspielen. Hier mein persönlicher Favorit des Jahres, Künstler: Gerd Kleynen, Haaksbergen:

CIMG0068Angekündigt für das nächste Jahr sind Veränderungen. So könnte es vielleicht gelingen, das Programm zu erweitern, denn Platz genug ist auf der Wiese vor der Burg und zwischen den Burgtoren allemal. Vermutlich würden sich Kunstinteressenten, Tagesbesucher und Touristen aus Hotels und Ferienpark, Zufallsbesucher und auch die Einwohnerschaft gleichermaßen  über ein breiteres Angebot freuen. Die Schar der Besucher würde durch ein umfangreiches, zielgerichtetes und  rechtzeitiges Marketing wachsen und die Tourismuswirtschaft einen noch stärkeren Nutzen aus dem Topangebot ziehen. Gutes noch besser machen!

Das heute eröffnete Museum am Herrenberg trägt mit Sicherheit dazu bei. Alte Meister passen in jeder Beziehung in die Landschaft und das denkmalgeschützte Gebäude erstrahlt in neuem Glanz:

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Dauerbrenner Flohmarkt

Der Bentheimer Flohmarkt ist ein Dauerbrenner und immer einen Bummel wert! Das hat sich herumgesprochen. 15.000 Besucher sollen es in den vergangenen Jahren jeweils gewesen sein. Der Schnappschuss von 10.30 Uhr vermittelt einen kleinen Eindruck davon:

Ebenfalls um 10.30 Uhr wurde das Foto am Herrenberg aufgenommen:

Und nur wenige Minuten später ein Eindruck aus der Wilhelmstraße und vom Marktplatz:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gähnende Leere während keine einhundert Meter weiter im Schloßpark tausende Gäste unterwegs sind, die sich einige nette Stunden machen wollen – und dafür ihre Geldbörse eingesteckt haben.

Regelmäßig wird folgenlos auf dieses Missverhältnis hingewiesen.  Dabei könnte sicherlich mit etwas Kreativität ein Teil des Besucherstroms  in die Wilhelmstraße und auf den Herrenberg geleitet werden. Der Mehrwert des Flohmarkts wäre erheblich größer. Und das hätte die Stadt verdient, denn neben dem Imagegewinn ist auch ein erheblicher Aufwand zum Beispiel mit dem Verkehrsaufkommen für die Stadt und die Einwohnerschaft verbunden.

Aber an diesem dicken Brett kann ja weiter gebohrt werden. Ein positives Beispiel für lang geplante Entwicklungen  soll in den nächsten Tagen an dieser Stelle in Wort und Bild  präsentiert werden.

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Bentheim 2011: Ein Rückblick und die Perspektiven

Zum Jahresende 2011 erscheint heute eine persönlich gefärbte und ganz individuelle Bentheim-Bilanz im Bentheim-Blog. Angereichert wird der Beitrag mit  teilweise tagesaktuellen Fotos, die den Stand der Dinge bei einigen Projekten dokumentieren sollen.  Anmerkungen, Kommentierungen  und Ausblicke auf 2012 sollen nicht fehlen. Und los gehts natürlich mit dem

Schützenfest

Das großartige Stadtfest ist ein echtes Pfund für die Stadt. Monatelange Vorbereitungen in den Nachbarschaften und eine intensive Festwoche prägen nicht nur das Stadtbild nach außen. Das Stadtschützenfest hat vielmehr eine enorme soziale, da integrative  Bedeutung für die Stadt. Neu hinzugezogene Einwohner und Alteingesessene, junge und alte Leute – egal, man lernt sich kennen, „arbeitet“ in den Bogengemeinschaften zusammen und feiert gemeinsam. Die Tradition wird fortgesetzt. Gut so!

Kultur

Meine Bentheimer Kulturhighlights 2011? Da muss ich nicht lange überlegen, denn selten habe ich soviel Spaß gehabt  und  gelacht bei einer Ausstellung wie beim Betrachten der  Hühnerzeichnungen und weiterer Cartoons von Peter Gaymann. Im Mai zeigte einer der bekanntesten und erfolgreichsten Cartoonisten Deutschlands eine Auswahl seiner Arbeiten im  Altstadthaus in der Wilhelmstraße. Genial!

Und auch die Kulisse lief 2011 zur Höchstform auf. „Die Nervensäge“ passt ideal ins kleine Theater an der Kirchstraße und ist darüber hinaus den Schauspielern, allen voran Ernst Schröder und Heiko Arnink, auf den Leib geschrieben.

Hoffen wir, dass sich die Ausbaupläne, die Zusammenlegung der Kulisse und des Jugendhauses  in der Kirchstraße, realisieren lassen. Bereits jetzt bewerten die Bentheimer ihr Kulturangebot am Ort überduchschnittlich hoch (siehe GN-Umfrageergebnisse vom September). Mit besseren räumlichen Voraussetzungen dürften Quantität und Qualität des Bentheimer Kulturangebotes  noch weiter zu steigern sein.

Stadtentwicklung

Die neue Grundschule in der Brennereistraße wird wohl pünktlich im Sommer fertig werden. Am 9.9. war Grundsteinlegung und am 9.12. Richtfest.  Zwischen den Feiertagen ruht der Bau, ein gutes Zeichen. Tolle Aussichten, durchaus mehrdeutig gemeint, für künftige Grundschulkinder! Und das der Neubau einer Sporthalle am Burggymnasium in den Haushaltsplan des Landkreises aufgenommen wurde, ist eine weitere gute Entwicklung im Bildungsbereich.

Sehr erfreulich ist, dass kurz nach der Finanzkrise und den Schwierigkeiten der öffentlichen Kassen ausgerechnet jetzt in Bentheim wichtige Objekte saniert werden. Im Franziskushospital haben die Vorbereitungen begonnen. Die geamte Umgebung wird davon profitieren. Das alte Amtsgericht wird folgen und das alte Finanzamt  strahlt in neuem Glanz – und mit neuer Nutzung. Am Herrenberg wird ebenfalls durch einen Privatinvestor ein dringend sanierungsbedürftiges Haus saniert. Eine fast unglaubliche Entwicklung auf diesem Gebiet, die der gesamten Stadt nützen wird.

Weniger euphorisch müssen wir in die Wilhelmstraße blicken. Die Gastronomie profitiert vom Tourismus, von Entwicklungen im Einzelhandel ist trotz einiger Neueröffnungen noch nicht genug zu sehen. Auch öffentlich werden konkrete Maßnahmen diskutiert, die hoffentlich realisiert werden können.

Einige Nostalgiker bedauern vielleicht den Abriss der Bauernhöfe an der Südstraße. Aber landwirtschaftliche Betriebe, die von Wohngebieten umgeben sind und dort keine Zukunft gesehen haben, können besser an anderer Stelle fortgeführt werden und Platz machen für die innerstädtische Entwicklung. Flächenverbauch im Innenbereich, verdichtetes Bauen und Schonung landwirtschaftlicher Flächen im Außenbereich sind die Stichworte. Die Bagger sind angerollt. Zahlreiche Familien können sich über das attraktive Baulandangebot freuen und die Stadt verfranst nicht weiter. Das passt, meine ich.

Weniger erfreulich ist der Zustand vieler Straßen und besonders der Gehwege im gesamten Stadtgebiet.  Davon betroffen sind besonders weniger mobile Einwohner wie zum Beispiel Senioren. Auch da besteht Handlungsbedarf.

Soziales

Über die Jugendarbeit wird zu Recht oft und intensiv diskutiert in unserer Stadt:  Mit einer besseren Beteiligung wird die öffentliche Jugendarbeit neu und zeitgemäß ausgerichtet, die Unterbringung des Jugendhauses ist ein Thema und vom besseren Kulturangebot profitieren besonders junge Leute.

Ich meine: Trotz des regen Seniorenbeirats mit guter Öffentlichkeitsarbeit sollten die Seniorenthemen stärker in den Vordergrund treten. Bessere Gehwege sind ein Punkt, der Bedarf an seniorengrechten und bezahlbaren Wohnungen ein weitere gewichtiger Aspekt. Die neue Wohnanlage der Bürgerhilfe an der Schüttorfer Straße schließt eine Lücke. Der Bedarf dürfte darüber hinaus gehen. Und das Thema Altersarmut müsste uns künftig stärker beschäftigen. Der neu eingeführte Bentheimer  Familienpass richtet sich in der ersten Phase an Kinder und sollte künftig auch anderen Personengruppen bessere Teilhabe bieten.

Politik

Die Kommunalwahlen im September machten es deutlich: für die Wähler sollte es so bleiben wie es ist. Die SPD hat einen Sitz an die Grünen abgegeben und ansonsten gab es keine Veränderungen. „Und das ist auch gut so“, behaupte ich mit Blick auf die auch in diesem Jahresrückblick gewürdigten Entwicklungen in unserer Stadt. Ach ja, und der Verfasser dieser Zeilen bedankt sich bei den Wählern für über 1500 Kreuzchen bei den Stadtrats- und Kreistagswahlen, weil dieses Ergebnis eines der Topergebnisse in Bentheim darstellt und die engagierte Weiterarbeit im Stadtrat und Kreistag möglich macht.

Sport

Bei den Sportvereinen in der Stadt schnurrt es offensichtlich. Die Arbeit dort und besonders in den Jugendabteilungen läuft in bewährter Manier. Ein Kunstrasenplatz in Bentheim würde sicher helfen, aber wird die Finanzierung jetzt wirklich zu stemmen sein?

Mit einem Kraftakt haben die Tennisvereine des TUS und  Rot-Gelb Bentheim fusioniert und eine neue Anlage geschaffen. Auch hier gilt: beste Aussichten für Sportbegeisterte und für den Nachwuchs. Ach ja: herzlich willkommen in Bentheims „Neuer Mitte“. Der Wohn- und Freizeitwert Bentheims wird noch besser.

Wermutstropfen: Künftige Baumaßnahmen zwischen den Ortsteilen müssen aus meiner Sicht sehr kritisch betrachtet werden. Die Halle stellt einen soeben noch akzeptablen Eingriff in die Landschaft dar. In diesem Bereich geht nichts mehr, darf nichts mehr gehen. Obwohl: ein Golfplatz wäre noch eine Bereicherung, oder nicht?

Eine tolle Perspektive zeigt aus meiner Sicht übrigens der Vorschlag des zweiten Vorsitzenden des SVB, Gerd Heilen, auf. Ein FC Grafschaft könnte für höherklassigen Fußball in der Grafschaft stehen und das Angebot in den örtlichen Vereinen sinnvoll ergänzen. Eine klasse Idee! 2012 wird sich zeigen, ob Innovationen beim üblichen Kirchturmdenken eine Chance haben.

Zum Ende

Über Kommentierungen, Kritik und Zustimmung zu diesem individuell zusammen gestellten Jahresrückblick freut sich der Autor. Die Kommentarfunktion kann dafür ebenso genutzt werden wie der Telefonhörer, Outlook oder das persönliche Gespräch. Guten Rutsch!

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Eine Eislaufbahn in Bentheim? Warum nicht?

Der Tag nach Nikolaus. Es weihnachtet sehr, sollte man denken. Und wenn das feuchtnasse Wetter nicht mitspielt, dann sorgen doch in vielen Innenstädten Weihnachtsmärkte für den Hauch von Weihnachtsstimmung. So gesehen und erlebt  in der vergangenen Woche in Heidelberg und natürlich am Wochenende auf dem Bentheimer Herrenberg.

Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen diesen Märkten. Der Bentheimer Weihnachtsmarkt überzeugt seit Jahren mit  Kunsthandwerk, einem erfreulicherweise begrenzten Angebot an Speisen und Getränken, einem attraktiven Programm und ausgezeichneter Atmosphäre im Schatten der Burg. Natürlich gibt es all das in Heidelberg ebenfalls zu erleben. Und zwar nicht geballt an einem Ort, sondern verteilt in der historischen Innenstadt und bei allem Kommerz doch keinesfalls  unangenehm. Das gilt jedenfalls für die Abendstunden an normalen Wochentagen. Heidelberg ist (nicht nur)  in der Vorweihnachtszeit durchaus eine Reise wert.

Eine Parallele zwischen den ansonsten arg verschiedenen Orten fehlt leider noch. Am Fuße des Heidelberger Schlosses finden Besucher und besonders Familien eine künstliche Eislaufbahn, umgeben von einer kleinen Budenstadt und insgesamt winterlich und publikumsfreundlich hergerichtet.  Eine tolle Attraktion für Einwohner und Gäste, die in unserer Stadt ebenfalls auf großes Interesse treffen würde. Ob nun in der Adventszeit oder im Januar, vielleicht „zwischen den Jahren“, im Schloßpark oder an anderer Stelle. Bentheimer und Touristen wären begeistert; da bin ich ganz sicher!

Die Idee wurde vor einigen Monaten an die Verwaltung und den Rat mit einem Antrag der Sozialdemokraten herangetragen, wurde freundlich aufgenommen – und vertagt. Vielleicht muss sich der Gedanke erst setzen, das Bild einer gut besuchten künstlichen Eisbahn im Schatten unserer Burg langsam entstehen und nicht zuletzt eine Finanzierung zunächst angedacht und dann in Angriff genommen werden.  „Wir müssen unser Potenzial noch besser nutzen“, hört man immer wieder.  In Vergessenheit geraten sollte der Vorschlag deshalb nicht, es wäre schade drum.

 

 

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Feuerwerke

Ein Feuerwerk war wieder  Höhepunkt des gestrigen Lampionsfestes am Bade. Nachdem in den letzten Wochen das Veranstaltungsprogramm  in unserer Stadt für junge Leute (Stonerock-Festival) und für jung gebliebene Leute (Rock am Pool, Beatles-Coverband) so manches Highlight bot, wurden jetzt auch andere Bedürfnisse bedient. Für jeden Geschmack ist etwas dabei im Veranstaltungskalender und so sollte es auch sein, finde ich.  Am Bad finden sich auch immer sehr viele Gäste ein; gut für den Tourismusstandort Bad Bentheim. Und wenn demnächst beim Weinfest auf dem Herrenberg wieder kräftig geschunkelt wird, dann kann man sich mitfreuen über die allseits gute Laune. Vom alten Fritz war in der letzten  Woche in den Medien die Rede, er wurde umgebettet. Zu Lebzeiten prägte er den zutreffenden Satz „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“. So isses!

Ein musikalisches  Feuerwerk erlebten  am Freitag   6500 Menschen, darunter zwei Bad Bentheimer, beim Open-Air in der Bonner Museumsmeile. Die französische Sängerin ZAZ begeisterte und bezauberte in einem vielumjubelten Konzert. Gypsy Jazz, Chanson, orientalische Einflüsse und Pop und Rock waren die Zutaten für ein unvergessliches Konzerterlebnis. „Piaf des Blues“  ist der Versuch einer Einordnung, trifft es aber nicht. Zu vieleitig, viel zu unverwechselbar  und eigen ist ZAZ.  Viele kennen  ihren bekanntesten Song „Je veux“, der an diesem Abend gleich zwei Mal gespielt wurde. Die Energie dieser Musik und die damit verbundene gute Laune wird in diesem Stück besonders deutlich, finde ich.

Das Publikum  war bunt wie die Musikmischung. Musikbegeisterte aller Generationen von der 12-Jährigen, Jugendliche bis zu ganzen Familien liessen sich in den Bann der Sängerin und ihrer ausgezeichneten Band ziehen.  Die nächsten Gelegenheiten, um in den Genuss eines ZAZ-Konzertes zu kommen sind am 31. August in Hamburg (Trabrennbahn Bahrenfeld) und am 5. November in Leverkusen.  Voraussetzungen für einen großen Konzertabend: Sinn für diese Musik und gute Laune. Französischkenntnisse sind wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich, denn ZAZ-Konzerte sind universell.  Vielleicht sieht man sich ja!?

Interessant auch unter anderem wegen der Musikeinspielung: www.zazofficial.com/de

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Gourmets unter uns

Alle Tische besetzt, offensichtlich zufrieden speisende Menschen, erste Gerichte  von der Karte gestrichen, Jazzmusik im Hintergrund und glücklicherweise kein Regen. Das Gourmetfest erfüllte zumindest heute bestimmt die Erwartungen der beteiligten Gastronomen und der Besucher.

Welche Erkenntnisse konnte ich heute  noch mitnehmen?

Zum einen war  im gesamten Innenstadtbereich viel los. Die Wilhelmstraße präsentierte sich mal wieder so, wie wir sie uns häufiger wünschen, nämlich als lebendige Bummel- und Flaniermeile. Auch dank Neupflasterung und Sperrung. Und auch die Gastronomiebetriebe abseits des  Herrenbergs  waren hervorragend besucht. Leere Kuchenauslagen,  lange Schlangen vor den Eisverkaufsständen und kaum freie Plätzen in den Biergärten und Außenterrassen. Der Tourismus floriert zum Nutzen der Stadt!

Bedauerlich, dass der Herrenberg an so vielen anderen Wochenenden nicht genutzt wird. Der Platz bietet enormes Potenzial. Nicht nur für unseren  hervorragenden Weihnachtsmarkt, die Feste der BBI sowie die Oldtimertreffen, sondern darüber hinaus. Mit Kreativität und Einsatz könnte der Platz häufiger genutzt werden zum Beispiel für Antiquitätenmärkte, Bücherflohmärkte, Konzerte oder Feste verschiedener Art. Gäste und Einheimische würde es vermutlich freuen. Und die Gastronomen bestimmt auch. Inititative ist gefragt. Stattdessen wird der Herrenberg unverständlicherweise in letzter Zeit wieder als Parkplatz missbraucht. Und das ist wirklich schade für diesen schönen Platz im Schatten der Burg.

 

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