Ein Super-Flohmarkt

Als weiteres Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt  erweist sich heute einmal mehr der Flohmarkt im Schloßpark. Bei idealem Flohmarktwetter schoben sich schon am frühen Vormittag Besuchermassen vorbei an den mehr oder wenigen originellen Flohmarktständen

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Der solide und souverän veranstaltete Flohmarkt ist zweifellos ein Gewinn für die Stadt, eine interessante Veranstaltung vor der Haustür und ein Tourismusmagnet. Gleichwohl könnten die positiven Effekte für Stadt und Einwohnerschaft noch größer sein, schließlich stellt besonders der Verkehr auch eine Belastung dar. Der Marktplatz, der Herrenberg und die Funkenstiege könnten mit entsprechenden Angeboten einbezogen werden und das müsste keinesfalls zwangsläufig ein Flohmarktangebot sein.  Mit frischen Ideen sollte da mittelfristig am Gesamtevent gearbeitet werden können. Warum Gutes nicht noch besser machen?

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Architektur am Schlossparkcenter: Zitterpartie oder nur eine Geschmacksfrage?

Die unansehnlichen und unbrauchbaren Altbauten sind abgerissen, die Reden zur Grundsteinlegung sind gehalten und die Bagger sind inzwischen angerückt. Am neuen „Schlossparkcenter“ wird nun endlich gebaut und im nächsten Jahr soll Eröffnung gefeiert werden. Die Diskussionen drehen sich jetzt nach der Enthüllung des Bauschildes um das künftige Einzelhandelsangebot, also um einen typischen Bentheimer Dauerbrenner.

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Während die Ansiedlung eines Drogeriefachmarktes alleits begrüßt wird, treffen die Geschäftsverlagerungen aus der Stadtmitte hinein ins neue Einkaufszentrum auf kritische Stimmen. Dabei dürfte die attraktive innerstädtische Geschäftslage der Einzelhändler aus meiner Sicht unterschätzt werden, denn die leer werdenden Geschäftsflächen dürften sich -im Gegensatz zu weniger zentral gelegenen Lagen in der Innenstadt-  schnell wieder vermieten und nutzen lassen.

Unterschätzt wird unter Umständen der positive Effekt des neuen Centers auf Konkurrenzsituation am Ort und die daraus erwachsenden Effekte für uns Verbraucher. Konkurrenz belebt nun einmal das Geschäft und wir sollten davon profitieren und uns an günstigeren Preisen, besserer Auswahl und verbessertem Service erfreuen können. So weit, so gut, da gibt es nichts zu mäkeln!

Bauflächen, Geschosshöhen, Zuwegungen und viele Details waren heftig diskutierte Themen mit guten Ergebnissen im Bauleitverfahren zum Projekt. Es bleibt eine andere Sorge, nämlich die Sorge um eine wirklich ansprechende Gestaltung des Centers an exponierter Stelle in der Stadt, nämlich  direkt an der L 39 und in der Nähe des Schlossparks mit Sicht auf den Park und die Burg.   Eine Sorge, die trotz ansprechender Bauzeichnungen und der Hinweise im Vorfeld bestehen bleibt. Wird der Bauherr tatsächlich für ansprechende Architektur sorgen? Müssen wir an dieser Stelle nach der misslungenen Gestaltung der Ortseingangssituation bei Combi-Aldi-Lidl mit einer weiteren städtebaulichen Last leben? Schauen wir uns die Ansichten vergleichbarer Center in Schüttorf an, dann wird diese Sorge verständlicher:

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Vielleicht bleiben uns vergleichbare Ansichten erspart. Hoffen wir auf ein Gespür des Bauherrn für das Bauen an diesem Ort. In einem Jahr sind wir klüger. Und für die Kommunalpolitik bleibt die Aufgabe, bei künftigen Bauprojekten so viel Einfluss wie möglich auch auf Gestaltungsfragen zu nehmen, so schwer und unerfreulich dies auch werden kann.

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Lästerliche Roheit: Die Schule beginnt wieder

„Vier Wochen, eine Zeit, die an ihrem Beginne nicht zu übersehen und ermessen war, an deren Ende zu glauben unmöglich und von deren Ende zu sprechen eine lästerliche Roheit war. … Nach den Ferien! War das überhaupt ein Gedanke? So wundervoll weit in graue Ferne entrückt war Alles, was jenseits dieser vier Wochen lag!“
(Thomas Mann in den Buddenbrooks)

Und aus vier Wochen wurden sechs Wochen und auch die sind nun vorbei. Wünschen wir den Kindern und Jugendlichen und auch den Lehrern alles Gute für den Start ins neue Schuljahr. Der Rahmen dürfte stimmen mit renovierten Schulräumen in Gildehaus, an der Realschule und am Gymnasium. Und die Bentheimer Grundschüler dürfen sich auf ihre immer noch nagelneue helle, freundliche Schule mit den Traumaußenanlagen freuen. Allen sollten wir Spaß am Lernen und Lehren wünschen, wenig Frust und ganz viele Erfolge. Und dass die Schule ein Lern- und Lebensort sein möge, auf den man sich jeden Tag freuen darf.   

Gute Wünsche sind das, die allerdings auf eine manchmal harte Realität treffen! Und wenn es dann  mal nicht gut läuft, dann spendet ein Gedanke doch noch Trost: Nach den Ferien ist vor den Ferien, denn es sind nur noch 39 Schultage bis zu den Herbstferien 😉

Nur für die Politik in Stadt und Land (und im Bund) sollte es keine Ferien geben. Die Inklusion umzusetzen ist eine der Topaufgaben wie auch Qualitätssteigerungen und der Ausbau der Schulsozialarbeit. Und größere Schritte zur Ganztagsschule müssen jetzt auch kommen. Immerhin wird im aktuellen Bundestagswahlkampf erstmals von einem Rechtsanspruch auf eine Ganztagsplatz in der Schule gesprochen, jedenfalls in der SPD. Zukunftsmusik ist das natürlich. So wie einst vor einigen Jahren  der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für die Kleinsten und beitragsfreie Kindergartenjahre. Übrigens: Dieser Anspruch kann zumindest bei uns heute erfüllt werden.

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Begeisternde Events

Welch ein Wochenende in Bad Bentheim! 1.200 Besucher bei der „Heißen Ecke“ auf der Freilichtbühne, viele begeisterte Rockfans bei „Rock am Pool“ und beim „Stonerock“, volle Biergärten in der Stadt und buntes Treiben zum Saisonstart an den Vereinsheimen der Sportvereine. Eine quicklebendige, lebens- und liebenswerte Kleinstadt  zeigt sich den Einwohnern und Besuchern von seiner besten Seite. So soll es weitergehen mit Funkertagen und Flohmarkt im August, weiteren ausverkauften Abendvorstellungen auf der Bühne und dann kündigen sich dank der neuen Bürgerstiftung noch mehr attraktive Veranstaltungen und positive langfristige Entwicklungen an.

Alles prima, zurücklehnen, genießen und abwarten? Kein Grund zur Selbstzufriedenheit, denke ich. Der heutige Tag der offenen Tür bei der Bentheimer Tafel macht deutlich, dass es um noch mehr geht, dass an der  erfreulich hohen  Lebensqualität in unserer Stadt nicht alle Einwohner gleichermaßen partizipieren. Es sollte gelten, Zugänge denjenigen zu verschaffen, die nicht mitmachen können. Die nicht über Mittel im weitesten Sinne verfügen, um Veranstaltungen besuchen zu können oder sie sogar wie die Akteure auf der Bühne oder die jugendlichen Organisatoren des Stonerock mitgestalten zu können. Dort Wege zu schaffen und die von manchen Konservativen oder Liberalen abgelehnte  Gleichmacherei   zu betreiben, das  bleibt eine Aufgabe auch in der Kommunalpolitik, die ab dieser Woche wieder mit zahlreichen Sitzungen und Beschlüssen Gelegenheit dafür bietet. In diesem Sinne werde ich in meinem Bentheim-Blog nicht nur die tollen Events verdientermaßen bejubeln, sondern auch die (sozialen) Zusammenhänge  betrachten.

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Mut machen!

Gute Tradition sind die Nachtwanderungen des Kinderschutzbundes in den Sommerferien. Seit über 20 Jahren in Nordhorn und seit etwa 7 Jahren in Bad Bentheim geht es immer am letzten Ferienwochenende in den Wald zur kleinen Wanderung mit Grusel- und Erlebniseffekten. Am gestrigen Abend führte der Weg durch die Dämmerung zunächst  durch die Große Maate in den düsteren Lebericht. Dort waren schon von Weitem etwas unheimliche Mundharmonikamelodien (Spiel mir das Lied vom Tod) zu vernehmen und es war eine kleine Mutprobe zu bestehen, die besonders für die Jüngsten im Alter von fünf bis sieben Jahre eine Herausforderung darstellte. Und darum geht es neben dem Spaß an der Sache uns Leuten vom Kinderschutzbund auch: Kindern etwas Mut machen. Einige knifflige Situationen durchzustehen kann dabei nur helfen, denken wir. Entspannter ging es dann am Lagerfeuer beim Dorfgemeinschaftshaus Sieringhoek zu. Es gab Würstchen, kalte Getränke und noch einmal Gruselstorys, die von Martin Liening vorgetragen und gespielt wurden. Herzlichen Dank an alle Beteiligten wie den Bewohnern am DGH, den Vätern, die spontan beim Grillen geholfen haben und bei Martin Liening für die Begleitung der Nachtwanderung.  Auf ein Neues im nächsten Jahr!

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„Da steht nen Rind im Wald“

„Da steht ein Pferd aufm Flur“, wer kennt ihn nicht, den Gassenhauer und holländischen Karnevalsschlager?! „Da steht nen Rind mitten im Wald“  könnte die Bentheimer Antwort mit Realhintergrund sein:

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Der Huteald nördlich des Bades war bereits im vergangenen November Thema des Bentheim-Blogs und kann natürlich noch gelesen werden. Unter der Überschrift „Runter vom Sofa – Rein in den Wald“ gab es einige Anmerkungen zu diesem außergewöhnlichen Projekt, das  gerade an warmen Sommerabenden einen Abendspaziergang lohnt. Viel Spaß mit Rind und Ziege!

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Es geht ums Schulessen, und um viel mehr!

Die öffentliche Diskussion um das Schulessen in der Grafschaft wird bereits seit dem letzten Jahr geführt. Angesichts der Themen, die ansonsten in der Öffentlichkeit und besonders in den Räten der Städte und Kreise geführt werden (Stichworte: Rabenkrähenbejagung, Abfallbehältergröße), ist die Aufmerksamkeit für ein soziales Thema, das besonders Kinder und Jugendliche betrifft, positiv zu bewerten. „Kostenloses Mittagessen löst die Probleme nicht“ ist die Kernaussage der Kreisverwaltung in der aktuellen Diskussion. Und das ist ebenfalls meine These, die ich in einem  Grundsatzpapier nach längerer Recherche bereits im März dieses Jahres formuliert und begründet habe und das  zunächst ausschließlich für die interne Auseinandersetzung zur Verfügung stand.  Heute möchte ich es kommentierend öffentlich machen, denn diese Diskussionen  sollen meiner Überzeugung nach zu konkreten Verbesserungen   führen.

Es gibt bei uns glücklicherweise keine hungernden Kinder. Das liegt auch daran, dass an den Schulen unkonventionell gehandelt und geholfen wird. Es liegt auch daran, dass Kinder sich außerhalb des Schulessens ernähren und vor allen Dingen daran, dass in immer mehr Familien abends gegessen wird. Die Tatsache, dass Kinder, die am Ganztagsangebot teilnehmen, nicht zum Mittagessen angemeldet werden und keine Verpflegung in der Schultasche haben, ist noch lange kein Indiz für hungernde Kinder. Auf den zweiten Blick ist gleichwohl deutlich erkennbar, dass wir in vielen Fällen von Fehlernährung und in einigen Fällen auch von Mangelernährung sprechen müssen.  Allein dies wäre und ist Grund genug zum Handeln!

Etlichen Familien ist das Schulessen zu teuer. Und dies, obwohl bei Zuschussberechtigten ein Eigenanteil von 1 € pro Essen anfällt, also 4 € bei viertägiger Teilnahme pro Woche am Ganztagsprogramm oder 16 € im Monat. Gerade bei mehreren schulpflichtigen Kindern in der Familie werden diese Summen für einige Eltern zum Argument. Das kann man teilen – oder auch nicht und dabei auch noch auf das übliche Konsumverhalten in Familien verweisen. Das allein ist nicht lösungsorientiert und führt zunächst zu gar nichts.

Das wesentliche Problem für Familien, die ihre Kinder nicht ausreichend oder nicht richtig ernähren liegt woanders. Ich sehe mangelnde Fürsorge, ein Verantwortungsproblem. Das fehlende Essen ist nur ein Symptom für andere familiäre Probleme. Wo Kinder nicht ausreichend ernährt werden, finden sie möglicherweise auch nicht ausreichend emotionale Zuwendung, gibt es Betreuungs- und Aufsichtsprobleme und andere Problematiken.  Und die Lösung dieser Problematiken kann nicht darin liegen, isoliert einmal am Tag in der Schule ein kostenloses Mittagessen auszugeben. Vielmehr ist ein breiterer, helfender und unterstützender Ansatz sinnvoll. Eine der Ansatzpunkte neben anderen Maßnahmen  für effektivere Hilfen für diese Kinder und deren Familien ist Schulsozialarbeit an allen Schulen. Auch und gerade an den Grundschulen. Sie, die Schulsozialarbeiter haben über die Schule einen Zugang zu den Familien, können einwirken, den Kontakt zu den Hilfesystemen herstellen. Sie können, sofern die Rahmenbedingungen, Aufgabenbeschreibungen und Stellenbemessungen ausreichen,  insgesamt an den Problemlagen der Familien ansetzen. Sie können langfristig dazu beitragen, dass es den betreffenden Familien und Kindern besser geht.

Die Familienbildungslotsen, die im Auftrage vom Bund und mit Unterstützung des Landkreises einen Teil dieser Aufgaben  bereits durchführen (Bildungs- und Teilhabepaket), stellen ihre Tätigkeit im Frühjahr 2014 ein. Die Finanzierung läuft aus. Kontakte zu vielen Familien, die einer Unterstützung bedürfen, werden dann gekappt. Das ist Folge einer zu kurzfristig angelegten Sozialpolitik, die natürlich mit Blick auf die Kosten betrieben wird. Die langfristigen monetären und gesellschaftlichen Kosten durch Mangelbetreuung von Multiproblemfamilien fließen nicht in die Überlegungen ein. So läufts, wir wissen es ja. Die Alternative kann nur das Bohren dicker Bretter sein, übrigens in allen Parteien. Denn die Forderung nach Einstellung von Schulsozialarbeitern trifft zwar zumindest in meiner Partei auf wohlwollendes Verständnis, führt aber auch zu Verweisen auf den Finanzhaushalt des Landes. Im SPD Regierungsprogramm 2013 – 2018, und zwar in der vor der Landtagswahl publizierten Fassung, heißt es wortwörtlich: “ Gute Schule…ergänzt das pädagogische Konzept mit präventiver Hilfestellung durch Schulsozialarbeiter, Psychologen und Beratungslehrer für alle Schulformen. Dabei ist verlässliche, schulische Sozialarbeit eine Landesaufgabe.“ Das Land sollte seine Aufgaben schon erfüllen, oder nicht?

Zu den konkreten Ansätzen bei der Mittagsverpflegung in unseren Schulen gehört auch, das Bestellsystem für das Essen zu vereinfachen. An diesem System scheitern bereits zahlreiche Eltern. Der fehlende Internetzugang kann dabei Teil des Problems sein, aber auch das Verstehen zum Beispiel aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse. Der Beitragseinzug kann  ebenfalls zum Problem werden, das eine Teilnahme des Kindes an der Mittagsverpflegung verhindert. Was für viele Mittelschichtsfamilien, für Leute wie du und ich, zur Selbstverständlichkeit geworden ist, nämlich Onlinebestellungen und Beitragseinzug, ist für andere Bevölkerungsgruppen ein simpler Ausschlussgrund. Es fehlen schlicht die Kompetenzen hierfür.

Ein weiterer Aspekt ist die Qualität des Essens. Wenn es nicht schmeckt, wird  das Angebot auch nicht genutzt. Das würde mir auch nicht anders gehen. Bei den Qualitätsprüfungen sollten die Kinder einbezogen werden, denn es geht schließlich um sie.

Der Kinderschutzbund hat ein drängendes Problem aufgegriffen und eine wichtige Diskussion angeschoben. Wir alle gemeinsam, engagierte Sozialarbeiter, Lehrer- und Elternschaft, soziale Organisationen und Politiker auf allen Ebenen sollten  dafür sorgen, dass die Diskussion um die Mittagsverpflegung an unseren Schulen in konkrete Verbesserungen insbesondere für Familien mit Unterstützungsbedarf führt und darüberhinaus das Schulessen an unseren Schulen noch besser in vielerlei Hinsicht wird. Und wir können auch richtig grundsätzlich werden: die „richtige“ Ganztagsschule muss kommen! Zum Thema Visionen verweise ich gerne auf den Schluss meines Blogs vom 31. Mai.

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Applaus, Applaus!

Standing Ovations auch bei der zweiten Aufführung der „Heißen Ecke“ heute Abend auf der Freilichtbühne! Verdient ist das  und der Publikumserfolg dürfte  gewiss sein.  Gerne rühre ich  die Werbetrommel: Hingehen, Astra ordern, Sitzkissen unterschieben und dann  unterhaltsame 2 1/2 Stunden erleben. Hier schon mal ein Eindruck vom Schlussapplaus:

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Prima Aussichten

Milde 16 Grad sind für den Abend gemeldet, kein Regen. Und im Schatten der Felsenbühne wird der Wind auch nicht stören. Allen Bloglesern und -abonnenten und den  Facebook-Freunden, die am vergangenen Samstag nicht bei der Premiere auf der Freilichtbühne waren, sei die „Heiße Ecke“ heute ab 20.30 Uhr wärmstens empfohlen. Beste Unterhaltung für einen  Frühsommerabend vor der Haustür ist garantiert!

Die Sonnenseiten des Tages dokumentiert auch das Gartenfoto – mit bunten Sommerfarben und zum Kontrast einem  emotionalen Mittelpunkt:

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Mit Visionen in die Schule gehen

Alles richtig gemacht! Nicht sehr oft kann das bei den Entscheidungen und Projekten am Ort gesagt werden, aber hier trifft es zu. Es war und bleibt die vielleicht wichtigste Entwicklung dieser Zeit für unsere Stadt.

Mit dem Neubau der Grundschule an der Brennereistraße, und der damit verbundenen Einkaufszentrumentwicklung an der Marktstraße,  ist ein modernes Schulzentrum entstanden. Und alle gemeinsam können sehr zufrieden sein. Selbstverständlich zunächst  die von Beginn an überzeugten Projektplaner und -unterstützer in Rat und Verwaltung, die unbeirrt gegen Widerstände  für die richtigen Beschlüsse gesorgt haben. Und selbstverständlich die Eltern- und Lehrerschaft der Johannesschule und Grundschule Marktstraße. Dann aber auch die zunächst Zögerlichen, die Bildungssparfüchse und Bedenkenträger. Auch wenn sie sich –glücklicherweise (!) – nicht durchsetzen konnten, so haben sie doch letztendlich mit kritischer  Unterstützung  zum  Gelingen beigetragen. Beispielsweise zur Punktlandung beim Kostenrahmen von 5,2 Millionen Euro. Und sie haben uns allen erspart, diese Weichenstellung mit knappen Mehrheiten treffen zu müssen. Freuen wir uns gemeinsam über die Schule, das Schulzentrum und  die damit verbundenen städtebaulichen Entwicklungen. Gelegenheit dafür gibt es  für Bentheimer und Gäste, die Inspirationen  suchen,  am morgigen Samstag beim Tag der Offenen Tür in der Brennereistraße.

Schon ein Blick auf die Außenflächen mit den sensationell vielfältigen Spiel- und Aufenthaltsflächen (nur Ausschnitte  auf Foto 1), in den Hang hineingebaut und mit überzeugenden Lösungen im Detail (Foto 2) begeistert:

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Auch am Burggymnasium wurde und wird kräftig investiert und der Schulstandort somit für die kommenden Schülergenerationen ausgebaut. Die neue Sporthalle wird dazu beitragen, dass nicht nur die Grundschüler die Schule ganz anders erleben, als es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Alles neu, alles gut? Schön wäre es, aber davon sind wir weit entfernt. Auch wenn wir vor Ort unsere Hausaufgaben machen und für die besten Voraussetzungen sorgen, so bleibt dennoch viel zu verbessern. Der „Frankfurter Zukunftsrat“ hat vor Jahren mit 19 Thesen zur Zukunft der Schule eine aus meiner Sicht bemerkenswerte und immer noch aktuelle Leitlinie vorgelegt. Wenn wir vor Ort, auf Stadt- und Kreisebene, mit den eingeschränkten, gleichwohl aber vorhanden Mitteln im Sinne der Thesen an dem Rad mitdrehen können, dann sollten wir es tun! Hier die wesentlichen Auszüge:

„- Die bisherigen Reformen im Bildungswesen sind an den wichtigsten Personen, den Lehrern, vorbeigegangen…. Bisher haben sich die Reformen weitgehend auf die Veränderung von Strukturen beschränkt; um die Veränderung der Personen, die die Strukturen mit Leben füllen sollen, die Lehrer, hat man sich wenig gekümmert.

– Den Mittelpunkt aller Anstrengungen bildet bisher das akademische Lernen; die Persönlichkeitsbildung findet nur unzureichend Beachtung. Zu viele Kinder leiden an einem Mangel an Zuwendung von Erwachsenen und an einem Mangel an gestalteter Gemeinschaft. Die Chancen für Kinder aus bildungsfernen Schichten, eine höhere Bildung zu erlangen, bleiben gering. Die Integrationsförderung von Kindern ausländischer Herkunft gelingt nur bedingt, auch die Förderung und Charakterbildung der Hochbegabten aller Schichten bleibt unzureichend.

– Eine Ursache vieler Defizite liegt in dem einseitigen Bildungsbegriff der deutschen Bildungspolitik. Sie reduziert Bildung technokratisch auf Kompetenz und Wissenserwerb. Die Bildung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen bleibt weitgehend der Familie überlassen, die diese Aufgabe oft nur noch unzureichend erfüllen kann.

– Bildung heißt, sich Werte, Wissen und Können aneignen, um daraus Orientierung für das Handeln zu gewinnen. Wer bildet, muss sich des Menschenbildes versichern, dem er folgt. Wenn Bildung gelingt, führt sie zu einer Haltung, wie man der Welt und anderen Menschen begegnen sollte. Kinder erwerben Bildung durch Nachahmung von Vorbildern, durch Anleitung von Erwachsenen, durch gestaltetes Zusammenleben, durch alle Formen des Spielens (Sport, Theater, Musik und anderes) und durch akademisches Lernen. Dabei spielt der Erwerb von Sprachkompetenz eine zentrale Rolle.

– Die Vorschläge des Zukunftsrates konzentrieren sich auf die Schule. Diese soll über ihren bisherigen Bildungsauftrag hinaus dafür sorgen, dass Lehrer sich jungen Menschen innerhalb und außerhalb des Unterrichts intensiv zuwenden können, um das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

– Alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland müssen an jedem Schultag eine lebendige Gemeinschaft finden, die ihnen hilft, Vertrauen in die eigenen Kräfte zu gewinnen und zu lernen, respektvoll miteinander umzugehen.

– Alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland müssen die Sprache, zentrales Medium der Bildung, in Wort und Schrift beherrschen. Zur Förderung der deutschen Sprache und der interkulturellen Kompetenz müssen eigene Programme entwickelt werden.

* ….Lehrer….Sie sollten sich nicht nur als „Unterrichter“ verstehen, sondern zu „Menschenbildnern“ werden. Sie müssen bereit sein, Vorbilder für junge Menschen zu sein und ihnen über den Unterricht hinaus als Ratgeber, Förderer, Kritiker und Wegweiser zu dienen.

– Kein Kind geht verloren, an das ein Lehrer glaubt. Um aber an ein Kind glauben zu können, müssen Lehrer Gelegenheit haben, die Kinder in ihren Stärken zu entdecken. Das können sie besser, wenn sie Kinder nicht nur im Unterricht, sondern auch in anderen Zusammenhängen erleben. Die Veränderung von Strukturen ist notwendig, aber nicht ausreichend, um die genannten Defizite zu beheben. Kinder brauchen die Zuwendung und die Zeit von Menschen, die ihren Glauben an die eigenen Begabungen stärken.

– Die beste Möglichkeit, den Bildungs- und Erziehungsauftrag in gleicher Weise zu erfüllen und allen Kindern und Jugendlichen gestaltete Gemeinschaften und Zuwendung von Erwachsenen zu sichern, ist die Ganztagsschule.

–  Die Schulen müssen so eingerichtet werden, dass sich Lehrer und Schüler gern auch am Nachmittag dort aufhalten.

– Die Aus- und Fortbildung von Lehrern muss grundlegend erneuert werden. Lehramtsstudierende müssen dahin geführt werden, ihre grundsätzliche Eignung für den Lehrerberuf im Laufe des Studiums zu prüfen.

– In Deutschland muss die Ganztagsschule flächendeckend und verpflichtend eingeführt werden.*Ganztagsschule heißt mehr als den ganzen Tag Schule! Ganztagsschule heißt nicht den ganzen Tag Unterricht, sondern morgens Unterricht, gemeinsames Mittagessen und am Nachmittag Hausaufgaben, Förderunterricht, Spiel und Erlebnispädagogik: Theater, Sport, Musik, handwerkliche Arbeit, Schülermitverantwortung, Unternehmungen in der Natur, schöpferische Medienarbeit, wirtschaftliche Schülerunternehmen, Raum für Stille.

– In der Ganztagsschule werden Kinder und Jugendliche von Lehrern ganzheitlich gefördert. Eine entscheidende Bedingung muss dafür allerdings erfüllt sein: Wer morgens unterrichtet, muss auch am Nachmittag Schüler betreuen, mit ihnen Hausaufgaben machen, Förderunterricht geben und Partner im Spiel und bei anderen Tätigkeiten sein.

– Durch die flächendeckende Einführung der Ganztagsschule gewinnt Deutschland den Anschluss an Europa. Der internationale Vergleich zeigt: Dieses Schulmodell ist erfolgreich und ein Gewinn für alle — Kinder, Eltern und Lehrer. Konzeption und Wirklichkeit vieler Ganztagsschulen, die es in Deutschland schon gibt, sind so überzeugend, dass immer mehr Eltern ihre Kinder gerne solchen Schulen anvertrauen, in die die Kinder und Jugendlichen auch selber gern gehen. „

Das sind hehre Ziele, das sind Visionen. Und in der Politik wird immer wieder kolporiert, dass man doch zum Arzt gehen möge, wenn man Visionen habe. Aber war nicht noch vor kurzem ein Schulzentrum mit neuer Grundschule in der Brennereistraße auch nur eine Vision? Wünschenswert zwar, aber doch auf absehbare Zeit nicht zu realisieren? Also: vergessen wir die Patholisierung von Visionen. Die Arbeit an  Visionen  dürfte  Pflichtaufgabe der Politiker auf allen  Ebenen sein!

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