Schönes und frohes Wochenende!

Eine delikate Adresse 😉

(Werbetafel am Alten Postweg)

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Kunst für alle – umsonst und draußen!

Das Bentheimer Kulturangebot kann sich sehen lassen! Bei einer GN-Umfrage wurde das Angebot mit 2,72 benotet.  Ein hervorragendes Ergebnis. Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren vieles getan, der frische Wind in der Stadt hinterläßt auch auf kulturellem Gebiet seine Spuren. Und andere kulturelle Aktivitäten gehören schon lange zum Standard in unserer Stadt.  Beispiele für die Vielfalt: Freilichtbühne und Kulisse, Rock- und Kneipenmusikfestival, Kurkonzerte, Chöre und Musikakademie, Kindertheatertage und Jugendkulturpreis, Galerien und Haus Westerhoff, Museen und Büchereien, Kulturforum und Zauberfestival. Und selbstverständlich gehört auch Kunst im öffentlichen Raum in diese Aufzählung. Nicht nur die ehrwürdigen Denkmäler, sondern vielmehr die Sandsteinskulpturen und aktuelle Projekte sind Teil eines vielfältigen kulturellen Lebens.

Es ist Kunst für alle (im Sinne des Kulturpolitikers und Praktikers  Hilmar Hoffmann) und zudem umsonst und draußen (und das gab es doch früher schon einmal auch in der Rockmusik). Zumindest räumlich gibt es keine Barrieren für den Zugang. Leider aber viele Hindernisse anderer Art wie zahlreiche Kommentare beweisen. Dabei kann es nur im Interesse von  Kunst sein, sich der öffentlichen Diskussion und Kritik zu stellen und dabei Ablehnung und auch Empörung zu riskieren. Aus meiner Sicht führte das in Samern glücklicherweise dazu, das Brückenprojekt zu verhindern. Glücklicherweise gab es diese Entwicklung, denn die Brücke hätte einen erheblichen und  öffentlich wahrnehmbaren Eingriff in die Landschaft bedeutet, der auch noch ohne ausreichende Bürgerbeteiligung geplant wurde.  Anders sieht es in Bentheim aus. „Das Bentheim-Schwein hats“, habe ich am 24. September mit voller Überzeugung in meinem Blog geschrieben. Ich höre seitdem zwar manche kritische und oft spöttische Kommentare. Aber von strikter Ablehnung  kann keine Rede sein. Der Hinweis auf die unterschiedlichen Geschmäcker und auf den touristischen Nutzen sorgt im Gespräch für größere Übereinstimmung.

Von vielen Bentheimer noch gar nicht richtig wahrgenommen wurden die neuen Objekte und Installationen am Bad. Die Lichtobjekte der Hamburger Künstlerin Gabriele Staarmann sind unübersehbar:

Hier die Objekte auf dem Teich und im Vordergrund einer der die bekannten „Steine aus Simbabwe“. Für die Kugeln auf dem Teich und für die weiteren Objekte an den Bäumen im Kurpark gilt natürlich gleichermaßen, dass sie  in der Dunkelheit  einen besonderen Reiz entfalten und gerade  für Bentheimer die allzu bekannte Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes in neuem Licht erscheinen lassen:

Infos zur Künstlerin: staarmann.com

Die Raucherschutzhütte (Smoking Shelter) von Eva Grubinger am Badteich ist ein neues Objekt des raumsichten – Projektes.    Sehr hilfreich, wenn man sich damit beschäftigen will:

raumsichten.org oder evagrubinger.org

Nachtrag: mein persönlicher Favorit steht in Nordhorn, im Stadtpark in der Nähe des Cafes: „Confidence“ vom Belgischen Bildhauer Eugene Dordeigne.

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Eine sehr empfehlenswerte Ausstellung mit Bentheimer Motiven

Stadtschreiber und Stadtmaler gibt es in zahlreichen deutschen  Städten. Als Stipendiaten setzen sie während ihres finanziell geförderten Aufenthaltes in der Gaststadt ihre Eindrücke künstlerisch um. Auch  in Bentheim fand dieser Ansatz in der Vergangenheit bereits Anklang und wurde mit Künstleraufenthalten im Haus Westerhoff umgesetzt. Das ist schon länger her.

Bentheim kann sich glücklich schätzen, einen Stadtmaler am Ort zu haben. Gemeint ist der  Bentheimer Heinz Bornemann, der immer wieder Motive aus der Stadt aufgreift und künstlerisch umsetzt. Vielen ist sicher noch das während des letztjährigen Kunstmarktes ausgestellte Bild in der Katharinenkirche in Erinnerung. Zur Zeit gibt es wiederum  in der Katharinenkirche eine umfangreiche Ausstellung mit Werken von Heinz Bornemann zu sehen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Für den Autoren gehören die stimmungsvollen und ausdrucksstarken Bilder mit Bentheimer Motiven zu den Highlights der Ausstellung.  Hier ein schönes Beispiel (übrigens der Blick des Autors und seines vierbeinigen Freundes Walter  von ihrer früheren Wohnung „Am Wasserturm 2“ aus auf die Stadtmitte):

Diese Bilder  zeigen die starke Verbundenheit  des Künstlers mit seiner Heimatstadt und bergen für den Betrachter  so manche Überraschung. Die Ausstellung läuft noch bis zum nächsten Samstag in der Katharinenkirche und ist kostenlos zu besuchen. Meine Empfehlung!

Und nochmals einige Gedanken zur Idee eines externen  Stadtschreibers oder Stadtmalers  für Bentheim. Die Künstler wären mit Sicherheit eine Bereicherung für das kulturelle Leben der Stadt. Mit ihren Werken könnten sie einen neuen, ungewohnten Blick auf den Heimatort ermöglichen. Darüber hinaus wären interessante Ausstellungen, Lesungen, Projekttage für Schulen und Workshops  für  interessierte Erwachsene denkbar.

Eine Idee, die Zukunft haben könnte und die der Autor weiter verfolgen wird.

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Wer Schmetterlinge lachen hört… (Teil II)

Glückwunsch an Klaus und Monika!  Gefragt war im Blog vom 5. Oktober nach dem Titel des Bentheimer Open-Airs 1977. Richtig ist „Summer Rock Meeting“. Ich freue mich auf den Nostalgieabend!

Bei der Gelegenheit eine Frage an die Leser des Blogs: Wer hat noch Fotos von diesem Festival?

Und hier noch eine Auflösung: „Wer Schmetterlinge lachen hört“ ist ein Song von Novalis. Zu Novalis und zum Festival 1977 folgt in einigen Tagen ein ausführlicher Beitrag.  Bis dahin genießen wir den Indian Summer!

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Neues aus der Kuhle

Fast vergessene Plätze am Ort zu entdecken oder wieder zu entdecken kann zur spannenden Angelegenheit werden. Das gilt erst recht, wenn man sich mit den Kindern auf den Weg macht. Die Steinbrüche hinter der Franzosenschlucht sind ein Beispiel dafür.  Oder das Geologische Freilichtmuseum in Gildehaus. Und zwar nicht nur wegen der Ausstellungsstücke oder der Infotafeln, sondern einfach als ruhiges und angenehmes Plätzchen zum Entspannen und manchmal auch  für ein Picknick.

Ein besonderer Ort der Kindheit ist der Ruembült am Wasserturm. Abenteuerliche Spielmöglichkeiten haben wir dort gefunden und herrliche Ferientage in der Gruppe erlebt. Ein „außerschulischer Lernort“ der anderen Art, denn gelernt wurde besonders Sozialverhalten ganz ohne pädagogische Begleitung. Gleich neben dem Ruembült lag und liegt Schlüters Kuhle. Ein damals unzugänglicher und vernachlässigter Bereich, der sich heute für Besucher wesentlich freundlicher darstellt. Jahrelang betreuten Schüler der Realschule das Gelände, um Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen zu erhalten; ein „außerschulischer Lernort“ moderner Prägung.

Jetzt wird Schlüters Kuhle zudem touristisch genutzt. Nachdem engagierte Gruppen und  Bürger mit Unterstützung der Stadt viel Arbeit in das Projekt investierten, konnte heute in einer Feierstunde und Präsentation das Gelände wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit Steinmetzhütte und Infos erleben wir die Kuhle jetzt als interessanten naturnahen Erlebnisort für Bürger und Gäste der Stadt und als Teil der Sandsteinroute.

Es  fehlt noch eine gute Beschilderung der Bentheimer Sandsteinroute, damit nicht nur meine Lieblingsorte Steinbrüche und Freilichtmuseum, sondern alle Punkte der Sandsteinroute auch von Ortsunkundigen gefunden werden können.  An einer Ausschilderung auch dieser Route wird meines Wissens gearbeitet.

Eine wirklich gute Informationsquelle mit Wegbeschreibung und Bildern findet sich im Internet unter sandsteinmuseumbadbentheim.de

Und informativ ist auch folgender Filmbeitrag von Albrecht Dennemann:youtube.com/user/dennemann65?blend=2&ob=5#p/a/u/0/lfMTLiOcDgI

Viel Spaß auf unserer Sandsteinroute! Viel Spaß in Schlüters Kuhle!

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Indian Summer

Den „Indian Summer“ besang Jim Morrison mit den Doors vieldeutig vor vielen, vielen Jahren. Wer in diesen Tagen  nach den extrem sonnigen und warmen Tagen immer noch einen Hauch des Spätsommers einfangen möchte, ist im niederländischen Arboretum „Poort-Bulten“ gut aufgehoben. Die schönsten Herbstfarben am Ahorn und anderen Bäumen und Sträuchern können wir jetzt dort erleben. Hier zwei Eindrücke, heute Mittag aufgenommen:

Im  Arboretum finden wir 2500 Bäume und Sträucher in 1000 Arten und Sorten, darunter riesige Platanen und gigantische Mammutbäume. Außerdem  eine Findlingsroute, Skulpturen, ein Bienenhaus, eine Rhododendron-Allee, Teiche und Bäche und für die Kinder einige schöne Kletterbäume. Neuerdings ist auch zeitweise eine kleine Gastronomie geöffnet. Also ein kleines Paradies für Naturfreunde.

Für ruhige Stunden ist der Park mit seinen zahllosen schönen Winkeln ebenfalls wie geschaffen.  Das passt dann auch zum Lebensgefühl, dass man mit den Doors verbinden kann. Aber das ist bestimmt auch Ansichtssache.

Die Anfahrt ist denkbar kurz und einfach: durch de Lutte fahren und direkt hinter dem Bahnübergang in Richtung Losser befindet sich rechts der Parkplatz. Hier ein informativer Link natuurlijk.nl/twente/losser/arboretum.htm

„Indian Summer“ ist auf Morrison Hotel erschienen. Auf you tube finden sich diverse Versionen. Eine interessante Homepage zu den Doors: thedoors.com

Sonnige Herbsttage uns allen!

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Wer Schmetterlinge lachen hört,… – Vorgeschmack auf einen Beitrag zum Bentheimer Festival 1977

Die Reihe zur Bentheimer Festivalgeschichte wird demnächst in meinem Blog fortgesetzt. Zum Nachlesen: Bereits am 10. Juli erschien der Beitrag zum Festival 1973 (Atlantis in Bentheim) und am 16. September zum Festival 1974. Weiter geht es dann mit einem Bericht zum Open – Air 1977. Dazu wieder eine Preisfrage:

“ Unter welchem Titel  lief das Open – Air 1977 auf dem Vorplatz der Freilichtbühne?“

Antworten bitte bis zum 14. Oktober  per  E-Mail einsenden oder  die Kommentarfunktion (Antwort wird erst ab dem 15. Oktober sichtbar)  nutzen. Dem Gewinner droht wieder ein nostalgisches Treffen mit Freigetränken. Viel Spaß beim Nachdenken und Erinnern!

Und hier ein kleiner Vorgeschmack auf den Festvalbericht. Eine der Top-Acts textete:

„Wer Schmettleringe lachen hört,

der weiß, wie Wolken schmecken,

der wird im Mondschein

ungestört von Furcht,

die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,

zum Tier, zum Narr, zum Weisen,

und kann in einer Stunde

durchs ganze Weltall reisen.

Er weiß, dass er nichts weiß,

wie alle anderen auch nichts wissen.

………“

Die Auflösung mit Nennung des Autoren  folgt  natürlich.

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Der lange Schatten des Stadtschützenfestes

Das Schützenfest in unserer Stadt hat seinen Schatten lange voraus geworfen und ist jetzt schon wieder Geschichte. Auf denkwürdige Art und Weise  werden wir jetzt einige Wochen später mit den Nachwirkungen des Festes konfrontiert. Der Trainer unserer ersten Mannschaft (SVB), sicher ein tadelloser Sportsmann und Trainer, wird entlassen. Natürlich wegen Erfolgslosigkeit. Wie kam es nur dazu? Die  Mannschaft habe zuviel Begeisterung beim Stadtschützenfest gezeigt und die Trainingseinheiten zur „Ausnüchterung“ (Zitat) genutzt, wird neben anderen Gründen angeführt.

Endlich einmal eine nachvollziebare Begründung für plötzlich auftretende Leistungsschwankungen, finde ich. Jedoch auch ein deutliches  Bekenntnis der Spieler zu ihrer Heimatstadt. Eine klare Prioritätensetzung ist das und ein eindeutiger Fall von teambildender Maßnahme. Oft wird im Fußball über Söldner geklagt. Hier erleben wir das Gegenteil, die volle Identfikation mit der Stadt.

Der Mannschaft wünsche ich gute  Erholung und viele Punkte in den nächsten Spielen. Und eine Einladung des bedauernswerten Trainers beim nächsten Bentheimer  Schützenfest (2017 ?) sollte Ehrensache sein.

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15 Dinge, die ein Bentheimer einmal getan haben könnte – Teil III

Teil I und Teil II der Serie „50 Dinge, die ein Bentheimer einmal getan haben könnte“ erschienen am 31. August und 8. September. Heute geht es weiter mit den Nummern 12 bis 14:

12. Sich mit Kunst befassen

Man muss sie nicht mögen, die kunstwegen –  Route und die neuen Projekte der Skulpturenroute durch die Obergrafschaft. Die distanzierte Haltung vieler Obergrafschafter beispielsweise gegenüber dem Brückenprojekt in Samern ist nachvollziehbar. Das „Bad Bentheim Schwein“ des Künstlers Paul Lincoln dagegen ist nach meiner Auffassung überaus interessant, auch wenn  sich dies nicht sofort erschließt. Informieren kann man sich unter raumsichten.org. Der Aufwand lohnt sich und führt dann vielleicht weiter zur sinnvollen Beschäftigung mit anderen Objekten.   Das „Bentheim Schwein“ hats, finde ich! Und optisch ist schon jetzt das Objekt auf der Insel im Schloßpark eine Bereicherung; ganz besonders im Dämmerlicht:

13. Tennis spielen

Zwei Vereine fusionieren und sichern auf Dauer ein wichtiges Sportangebot für alle Generationen. Das Bad hat weitere Entwicklungsmöglichkeiten und kann Arbeitsplätze sichern und schaffen. Die Stadt wächst zusammen und bietet in der Mitte neue attraktive Freizeitmöglichkeiten ( Infos unter tc-rg.de ). Die neue Tennisanlage in Hagelshoek, für die in diesen Tagen der erste Spatenstich erfolgte, wird eine Bereicherung für die Stadt darstellen. Eines sollte jedoch klar sein: weitere Bauprojekte in diesem Bereich entlang der Düsteren Stiege verbieten sich. Das typische Landschaftsbild muss erhalten werden.

14.    Freunde treffen und  Live-Musik hören

Immer mehr Gaststätten verschwinden von der Bildfläche. Steenweg, Müst, Bergwirt, Landsknecht sind einige Beispiele. Umso besser, wenn andere Betriebe rege sind und offensichtlich florieren. So wie das Alte Museum in der Bahnhofstraße. Ab und an gibt es auch Live-Musik im Alten Museum zu hören. Vor einigen Monaten Country-Rock mit North and About, im Sommer ein kleines Open-Air mit Oldies und jetzt am 30. September Dixieland für Freunde des Jazz. Infos unter altesmuseum.de

Diese  Serie wird fortgesetzt. Anregungen und Beiträge sind willkommen.

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Festival 1974

Am 10. Juli habe ich in diesem Blog unter dem Titel „Atlantis in Bentheim“ eine kleine Serie mit Berichten zur Bentheimer Festivalgeschichte gestartet. Die Resonanz war ermutigend. Viele Leute, darunter etliche alte Bekannte und Freunde, zeigten großes Interesse am nostalagischem Rückblick. Und wie versprochen folgt jetzt endlich ein Beitrag zum Bentheimer Festival 1974.

Zunächst mal wieder eine kleine geschichtliche Einordnung. Was passierte 1974 in der Grafschaft?  Im Nordhorner Capitol läuft  am 8.8.1974 „Ob Dirndl oder Lederhos-gejodelt wird ganz wild drauf los“. Außerdem gibt es in Nordhorn Sorgen um den Abbruch des Jugendzentrums. In Bentheim wird das „Kur- und Erholungszentrum Funkenkamp“ der  Öffentlichkeit übergeben (heute einfach Schloßpark genannt). Und die „Palette“ (ein Getränkefachmarkt/wer erinnert sich noch?)  hat eine tolle  Marketingstrategie entwickelt und wirbt in den GN:  „Sonderangebot – 1 Kiste Union Siegel Pils + 1 Liter Schierhölter Korn – DM 19,50“. Ungelogen: 1 Liter, das Siegel-Pils will schließlich runtergespült werden!! (der Verfasser).

Das Festival 1973 auf der Freilichtbühne mit Altlantis und Earth & Fire war mit 2500 Besuchern ein guter Publikumserfolg. 1974 unterstützte  auch die Stadt Bad Bentheim die Neuauflage. Die Stadt trug das finanzielle Risiko für das „Open-Air-Festival“ auf der Bühne, das dann als Veranstaltung im Rahmen der  Deutsch-Niederländischen Kulturtage angekündigt wurde. Partner der Stadt war wieder der Stadtjugendring mit Helga Großkopf an der Spitze. Und die Freilichtbühne war ebenso beteiligt wie 30 jugendliche Ordner des Jugendrings. 2000 Besucher wurden erwartet und Radio Hilversum, der NDR und das Fernsehen des WDR zeigten sich interessiert. Investiert wurden „8000 Mark zuzüglich Werbungskosten“, schrieben die GN einige Tage vor dem Festival.

Erste Panne vor der Veranstaltung: „Triumvirat“, eine  hoch gehandelte Band,  sagte kurzfristig ab und musste durch „Stormy Monday“ aus Mönchengladbach ersetzt werden. Top-Act war „Birth Control“. Dazu kamen  „Alquin“ aus den Niederlanden (Deutsch-Niederländische Kulturtage) und „Preludium“. Hier das Plakat zum Festival 1974 mit einigen weiteren Detailinfos:

Peter Roeder begann seinen Festivalbericht am 9. September mit dem Satz „Wie sehr eine Überdachung der Zuschauerränge auf der Freilichtbühne fehlt, trat am Sonnabend beim Open-Air-Festival deutlich zutage: Insgesamt etwa 800 überwiegend jugendliche Musikliebhaber verbrachten bei hartem Rock und teilweise strömenden Regen einen stürmischen Abend.“  Wieder einmal stand unser Nordatlantiklima  einem rauschendem Festivalerlebnis im Wege. 1977 sollte es ähnlich sein, aber davon wird erst in einigen Wochen hier im Bentheim-Blog die Rede sein. Die Veranstaltung wurde jedenfalls zum Zusatzgeschäft für die Stadt. Der Stadtjugendring ging leer aus und es sollte für lange Jahre die letzte Open-Air-Veranstaltung des Stadtjugendrings sein.

Tatsächlich kann ich mich noch an „Stormy Monday“ erinnern, die Blues-Rock spielten und nach meinem Empfinden gar nicht mal  schlecht. Die GN schrieb:“ Die Band spielte lustlos. Auch die Mick-Jagger Masche des französischen Sängers Eric Bourgeois blieb farblos.“ Dafür bewies der Sänger Humor bei der Wahl seines Künstlernamens, finde ich.  Gelobt wurde in der Zeitung der Auftritt der Nordhorner Band „Preludium“. Ich kann mich nicht mehr erinnern und das lag nicht am „braunen Gerstensaft, der kistenweise auf die Freilichtbühne geschleppt wurde“ (GN vom 9.9.74).  Vielleicht können Leser dieses Blogs etwas zu Preludium berichten?

Top-Act war „Birth Control“.  Die Band trat erstmals 1968  in Erscheinung, und zwar mit dem Gründungsmitglied Hugo Egon Balder (späterer Moderator der Sendung mit den Länderpunkten und heutiger Gastronom in Hamburg, Zwick). Bereits 1969 übernahm Bernd „Nossi“ Noske den Platz am Schlagzeug, den er bis heute hält (dazu später). „Birth Control“ war schon zu jener Zeit bekannt für Rock ohne viel Schnörkel und für hervorragende Live-Qualitäten. Neben Noske waren unter anderem Bruno Frenzel an der Gitarre/Gesang und Bernd Held   an der Orgel/Gesang  dafür verantwortlich. Bekanntester Song war und ist „Gamma Ray“,  ein 20 – Minuten Stück, das auch auf der 74er Live-LP zu hören ist. In meinem Regal fand ich es eben zwischen den Beatles und den Beach Boys. Na ja, und trotzdem, das Zitat auf dem ansonsten immer noch geschmacklosen Cover trifft es: „Man sollte sie Rockarbeiter nennen“. Besonders auf Nossi Noske traf dies zu. Sein Solo auf Gamma Ray war und ist für mich immer noch ein Highlight des Deutsch-Rock jener Jahre.

Peter Roeder schrieb in den GN: „Die Zuschauer waren begeistert und tanzten plötzlich auf den Bänken…..Die Besucher erklatschten sich drei Zugaben.“   So habe ich es auch in bester Erinnerung. Ich gehörte zu denen , die bei Birth Control „in der Ecke stehend den Kopf auf und ab werfen“ („Record Mirror“  laut “ Rock in Deutschland“/Taurus 1975).  Nur mittendrin wars…

„Alquin“ war der holländischen Beitrag zum Festival im Rahmen der Deutsch-Niederländischen Kulturtage. Nachdem 1973 „Earth & Fire“ auf der Bühne dabei waren, sorgten jetzt „Alquin“ für Musik außerhalb des damaligen Rock-Mainstreams und „veranlaßten die Besucher zuzuhören. Die Kombination der Musikinstrumente (unter anderem Saxophon, Violine) wurde zuerst belächelt, dann jedoch mit starkem Beifall belohnt „, schrieben die GN.

Ein schönes Festival war es damals, trotz des Regens. Ein außergewöhnliches Ereignis in der ansonsten verschlafenen Kleinstadt, die jetzt  schon eine kleine Festivaltradition vorzuweisen hatte. Ein Highlight war es damals und eine schöne Erinnerung ist es  heute. Und ein bischen geprägt haben diese Events auch. Den Musikgeschmack und mehr noch das Lebensgefühl.

Nachtrag: Im letzten Jahr war ich in der Nordhorner Alten Weberei zugegen bei einem Doppelkonzert der Bands „Guru Guru“ (auf die Gurus komme ich in einigen Wochen bei meinem Bericht zum Festival 1977 zurück) und „Birth Control“. Und was „Birth Control“ zu bieten hatte, war aller Ehren wert. Mit einem Nossi Noske am Schlagzeug und  einigen  jüngeren  Musikern konnte die Band  begeistern.  „Gamma Ray“ erweist sich immer noch (mit einem fulminanten Schlagzeugsolo) als Renner des Konzerts. Respekt! Es lohnt sich, mal rein zu hören in eine der über 25 LP`s und CD`s  der Band oder auch einmal ein Konzert zu besuchen (nächste Woche in Lengerich/Info auf der Homepage), denn BC  ist immer noch agil. Und das ist auch gut so! Informieren kann man sich unter  birth-control.de      Viel Spaß dabei!

Über Kommentare und eigene Erinnerungen, Meinungen und Hinweise würde ich mich sehr freuen. Und die Leser wahrscheinlich ebenso. Danke dafür.

In einigen Wochen werde ich in meinem Blog über das Festival 1977 an der Freilichtbühne schreiben. Vorher gibts mal wieder eine kleine Preisfrage zu diesem Ereignis. Reingucken lohnt sich also.

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