Wann wird´s mal wieder richtig Winter?

„Der Februar hat viel Potential in Sachen Schnee und Eis“, behaupten jedenfalls  Wetterexperten in ihren Prognosen für die nächsten 42 Tage. Bitterkalt könnte es demnach zumindest zeitweise werden und Schnee könnte fallen. Alles erst im Februar, aber es bleibt die Vorfreude auf richtiges Winterwetter. Das würde  nicht nur die Kinder freuen.

Der kurzzeitige Wintereinbruch am vergangenen Wochenende hat es deutlich gemacht: Abwechselung und Action an der frischen Luft werden herbeigesehnt. Drei Zentimeter Neuschnee verwandelten Stadt und Land in ein „Winter Wonderland“. Die angerosteten Schlitten wurden hervorgekramt und der Schlosspark wurde wie in den guten alten Zeiten zum Kids- und Familientreffpunkt. Wege, Stiegen, Felsen und Gebäude zeigten sich verschneit und lockten Spaziergänger in die Stadt. Die bildschönen Ansichten mal ganz anders im weißen Kleid bieten schöne Eindrücke, neue Perspektiven, sind Futter für die Seele in tristen Zeiten und machen gute Laune und Spaß. Alles natürlich mit Abstand und Anstand in Stadt, Wald, Venn und Bergen. Platz genug ist ja da.

Kleine Ergänzung zum Eingangssatz: „Möchte man Vorhersagen betrachten, die weiter als einen Tag in die Zukunft reichen, muss man mit kontinuierlich abfallender Qualität rechnen“, meint der Deutsche Wetterdienst. Ich sage: „Auch hier gilt: Optimistisch bleiben, der Winter kommt noch einmal zurück. Vielleicht noch in diesem Jahr“.

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Beste Freunde

Heute ist der „Deutsch-Französische Tag“. Präsident Chirac und Bundeskanzler Schröder initiierten diesen Tag zum 40. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags im Jahr 2003. „Wir wünschen, dass dieser Tag künftig in allen Einrichtungen unserer Bildungssysteme der Darstellung unserer bilateralen Beziehungen, der Werbung für die Partnersprache und der Information über die Austausch- und Begegnungsprogramme sowie über die Möglichkeiten des Studiums und der Beschäftigung im Partnerland gewidmet wird“, heißt es etwas sperrig bei Wikipedia dazu. Nicht nur geschichtsbewussten Menschen in beiden Ländern ist es mit oder ohne einen solchen Tag und abseits aller offiziellen Äußerungen ein großes Anliegen, dass sich die Jugendlichen dieser beiden Länder kennenlernen können. Auch in Bad Bentheim gibt es seit vielen Jahren mindestens eine kontinuierliche Initiative, nämlich den jährlichen Schüler*innenaustausch am Burggymnasium. Wechselseitig besuchen sich die Jugendlichen bei uns oder in Besancon.

Etliche Bentheimer*innen erinnern sich noch gut an die Ferienfreizeiten des Jugendhauses in der Bretagne vor genau 40 Jahren. Schon Jahre vorher entdeckten Bentheimer Jugendliche ihr ganz persönliches Ferienparadies in Camaret sur Mer/Bretagne. Lebenslange Verbindungen und Freundschaften entstanden in jungen Jahren zu Land und Menschen. Es passierte organisiert und ganz privat unorganisiert genau dass, was die Politiker wie de Gaulle, Adenauer und ihre Nachfolger*innen nach den schrecklichen Kapiteln in der Geschichte der beiden Länder im Sinn hatten: Freundschaft -und oft auch mehr- durch Begegnung.

In Krisenzeiten wie jetzt in der Corona-Pandemie bleibt wenig Raum für ganz neue Aktivitäten. Sogar die vielen privaten Beziehungen und Freundschaften können nur digital gelebt werden. Auch Optimisten planen erst einmal keine Ausflüge und Ferien zum Beispiel in der Bretagne, Provence, Cote d´Azur oder Paris.  Nach überstandener Pandemie wird hoffentlich wieder Platz für neue Initiativen besonders, aber nicht nur für Jugendliche sein. Auch in unserer Stadt? Wie wäre es zum Beispiel mit Einladungen an Winzer aus dem Elsass zum alljährlichen Weinfest auf dem Herrenberg? Angesichts der dort überwiegend angebotenen Moseltröpfchen (die selbstverständlich auch munden könnten) würden elsässische Winzer das Niveau noch weiter heben und das Fest bereichern. Das könnte erst recht gelingen, wenn auch das begleitende Kulturprogramm entsprechend ausgerichtet würde. Italienische Freunde sind ja bereits dabei. Ein Weinfest, dass die europäische Einheit feiert, das könnte doch ganz nett werden, oder nicht?

Bis es soweit ist, könnten wir auf den deutsch-französischen Tag  mit einem Glas Bordeaux anstoßen 😉

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ALLE Kinder sollen schwimmen lernen!

„Ich befürchte, dass eine ganze Generation von Kindern entweder extrem schlecht oder gar nicht sicher schwimmen kann“, warnte kürzlich Franziska van Almsick in den Medien vor einer weiteren negativen Folge der Corona-Pandemie. 59 Prozent der Kinder sind keine sicheren Schwimmer, wenn sie die Grundschule verlassen, teilt die DLRG dazu mit und warnt -natürlich vollkommen zu Recht-  davor, dass ein ganzer Jahrgang aufgrund der Bäderschließungen nicht zu sicheren Schwimmer*innen ausgebildet werden kann.

Wenngleich nicht in dieser Ausprägung, aber dennoch leicht erkennbar, zeichnet sich diese Problematik schon lange ab. Schließungen von Frei- und Hallenbädern mögen andernorts dabei eine Rolle spielen und vermutlich ebenso der Zuzug von Kindern aus Ländern, in denen eine Schwimmausbildung purer Luxus sein dürfte und für einen Teil der Kinder auch noch für überflüssig erachtet wird. Und natürlich gibt es auch in unserer Stadt Eltern, die auch in diesem Bereich ihre Kinder nicht im wünschenswerten Maße fördern (können). Im Herbst 2017 ist die Bad Bentheimer SPD folgerichtig mit einem klaren Statement an die Öffentlichkeit gegangen: „Alle Kinder in der Stadt müssen spätestens in der Grundschulzeit zu sicheren Schwimmern ausgebildet werden“. Auch die Bad Bentheimer CDU sieht jetzt Handlungsbedarf und erkennt in einer wohl gemeinsamen Presseerklärung mit der DLRG, dass Schwimmkurse in nächster Zeit verstärkt angeboten werden müssen. Bei soviel Einigkeit sollte es gelingen, künftig möglichst vielen Kindern zum Schwimmabzeichen zu verhelfen.

Die Schulen und der seit vielen Jahren dankenswerterweise ehrenamtlich sehr engagierte örtliche Verband DLRG finden mit unserem zeitgemäßen Badepark beste Bedingungen am Ort vor. Die Wassergewöhnung wird für viele Eltern da zum Freizeitvergnügen 😉 Und Stadtverwaltung und Badepark werden sicher dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Schwieriger wird es, wenn wirklich alle Kinder, also auch Jungen und Mädchen aus Migrantenfamilien und aus sozial benachteiligten Familien erreicht werden sollen. Dafür müssen weitere Anstrengungen durch verschiedene Personen und Stellen unternommen werden. Und wer würde schon bestreiten, dass dies unbedingt erreicht werden sollte?

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Alles Gute für 2021

Der Grafschafter und sein Verein: „Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder um eine konstruktive und faire Diskussionskultur bemüht.“

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Worum geht`s?

„Fußball in Coronazeiten“ ist ein spannendes Thema mit vielen Facetten. Da ist einerseits der Amateurbereich, dessen Spielzeit selbstverständlich unterbrochen werden musste. Mit dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen  wurde früh klar, dass nicht nur im Kinder- und Jugendbereich, sondern folgerichtig auch im Senioren*innenbereich ein Trainings- und Spielbetrieb unmöglich ist.

Uns bleibt jedoch der Profisport, der von Sonderregelungen profitiert. „Am Ende des Tages geht es ums Geld“, sagte bereits im Frühjahr der Oberguru des deutschen Profifußball, Karl-Heinz Rummennige, zu den Ausnahmeregelungen für die Profiligen. Ich habe später nicht erfahren, ob er diese Aussage irgendwann einmal zurückgenommen oder mindestens relativiert hat. Oder ob er sich dafür geschämt hat, als er hoffentlich irgendwann realisierte, dass es am Ende des Tages um andere Dinge geht, nämlich um die Unversehrtheit und Gesundheit der Menschen und damit auch der Fußballer?

Jetzt rollt der Ball unvermindert weiter. In menschenleeren Stadien hören wir das Echo der Coachingversuche der Trainer, Schiedsrichtbeschimpfungen und Jubel- und Entsetzensschreie. Wir dürfen uns über großartige sportliche Leistungen wir die von Robert Lewandowski freuen und den Absturz Lucien Favres beim BVB kommentieren. Wir können uns über nicht für möglich gehaltene Minusleistungen des HSV oder Schalke 04 auslassen und in den spielfreien Wochen bietet uns der DFB mit „Der Mannschaft“ noch ein ganz spezielles Theater. Das sind Zugaben der besonderen Art, wenn Deutschland 0:6 gegen Spanien verliert, ein Bundestrainer zwar ein gut begründetes Konzept durchzieht, dabei aber aufreizende Dickköpfigkeit und Sturheit an den Tag legt. Wir können in diesen „Coronazeiten“ an den wenigen fußballfreien Tagen auch an Rui Pinto denken, der sich vor Gericht für seine Enthüllungen in „Football Leaks“ verantworten muss. Die fast unglaublichen kriminellen Machenschaften in allen Fußballverbänden von der FIFA über die UEFA bis zu den Bundesligaclubs (!) hat er als Whistleblower aufgedeckt, wurde dafür eingesperrt und angeklagt und kann genauso wie wir bestaunen, dass das Geschäft unverändert weiter geht. Der Ball muss rollen und der Rubel natürlich auch, denn wir wissen ja: „Am Ende des Tages geht es doch ums Geld“ (K.H. R.) Und dann wundern wir uns auch nicht mehr darüber, dass der in fast jeder Beziehung führende deutsche Fußballclub demnächst wieder ins Trainingslager aufbricht. Nach Katar. Wahrscheinlich, weil das Wetter da so gut ist und der Rasen so grün 😉 „Sportlich Weltklasse, moralisch Kreisklasse“, meinte kürzlich „Die Zeit“ dazu.  

Und wenn uns gerade einmal nicht packende Partien oder auch Grottenkicks fesseln oder wenn uns gerade nichts Nachdenkliches zum Fußballsport einfällt, dann erinnern wir uns möglicherweise an vermeintlich bessere Zeiten. Zum Beispiel an  Auswärtsspiele in Dortmund, die mit einer Erfrischung vor dem Spiel am alten Stadion „Rote Erde“ in lebenslanger Fanfreundschaft begannen und mit einem fröhlichen Nachspiel im Kreise BVB-Ultras am Bierstand an der Reithalle in aller Fußballerfreundschaft endeten.

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Zum 9. November: Die Aufarbeitung lokaler NS-Geschichte bleibt wichtig

„Friederike Wieking-Fürsorgerin, Polizeiführerin und KZ-Leiterin“ ist der Titel eines in diesen Tag neu erscheinenden  Buches (zu bestellen über info@heimatverein-grafschaft.de, ISBN 978-3-9818211-8-5), das zur Aufarbeitung deutscher und auch lokaler Geschichte einen wichtigen Beitrag leistet. In vier Kapiteln und über 347 Seiten  beschreibt der Historiker Sören Groß das Leben und Wirken einer Frau, die 1891 in Gildehaus geboren und dort aufgewachsen ist. Noch im Kaiserreich und dann in der Weimarer Republik  baute sie als sozial orientierte Fürsorgerin zunächst das Berliner Pflegeamt und dann die Weibliche Kriminalpolizei auf. Als leitende Mitarbeiterin des Reichssicherheitshauptamtes unter der Leitung von Heinrich Himmler war sie später mit der administrativen Leitung von drei Jugendkonzentrationslagern betraut. Nach dem Krieg gehörte sie zum Heer der Täter*innen,  die von persönlicher Verantwortung und Schuld nichts wissen wollten. Herausgegeben wird das Buch vom Heimatverein der Grafschaft Bentheim. Uwe Fitzek schreibt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender im Vorwort: „Der Heimatverein der Grafschaft Bentheim sieht diese geschichtswissenschaftliche Publikation als einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur an. Den nationalsozialistischen Terror und die Gräueltaten des NS-Regimes, begangen von Mitläufern, Nutznießern oder Tätern, müssen auch weiterhin durch Wissenschaft und Forschung ergründet, bearbeitet und dokumentiert werden.“  Die wissenschaftlich fundierte Arbeit ist für den geschichtsinteressierten Laien sehr gut lesbar. Dazu trägt einmal mehr die hervorragende Gestaltung durch den  Verlag A. Hellendoorn sowie die reichhaltige Verwendung von Bildern, Zeitungsausschnitten, Dokumenten und Statistiken bei. Gewidmet hat es der Autor dem Gedenken an die Opfer der Jugendkonzentrationslager.

Wie der Heimatverein drängt auch Peter Weidner für die Geschichtswerkstatt Curriculum Vitae e.V. als Mitherausgeber des Buches auf die weitere Aufarbeitung der braunen Geschichte Bentheims und des Bentheimer Landes. Er nannte in diesen Tagen in einer Mail  Themen, nämlich  die Geschichte der Gestapo und Grenzpolizei Bentheim mit 155 Beamten, das Erbgesundheitsgericht beim Amtsgericht Bentheim, das Bentheimer Gefängnis, die Naziparteileute, die Verfolgung der Juden, die Bentheimer Eisenbahn, die Sterilisationen im Kreiskrankenhaus, die Deportationszüge aus Holland, die Hitlerjugend.

Ich meine ebenfalls, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit wichtiger Teil der Erinnerungskultur, des Gedenkens an die Opfer ist. Und darüber hinaus ist die Aufarbeitung und Kenntnis für die Gegenwart von großer Bedeutung. Heutige und künftige Generationen können damit erkennen, dass Hass, Rassismus und Nationalismus ein furchtbarer Irrweg sind. Sie werden daran erinnert, wie leicht und doch folgenschwer Menschen verführt werden können.

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Jede Stimme zählt

Ich gebe es zu: in der gestrigen Ratssitzung habe ich zwischendurch mehrmals meine Tagesschau-App in Erwartung guter Nachrichten aus den USA aufgerufen. Und tatsächlich beruhigten einige Zwischenergebnisse, wenngleich ich dem amerikanischen Schriftsteller Tom Boyle leider zustimmen muss. Er bezeichnete die Präsidentenwahl unabhängig vom Ausgang schon jetzt als „Desaster für unsere Demokratie“. Beschädigt ist in meinen Augen einmal mehr die Demokratie weltweit. Durch die Wahl mit all seinen unrühmlichen Begleitumständen und erst recht durch die Politik eines Präsidenten der früheren Führungsmacht der freien Welt wurde und wird das Vertrauen in demokratische politische Entscheidungsprozesse schwer erschüttert.

Welch ein Gegensatz zwischen diesen Entwicklungen in den USA und den zwar oft umstrittenen, aber überwiegend auf Ausgleich und Akzeptanz ausgerichteten Entscheidungsprozessen auf dieser Seite des Atlantiks. Und ein kleines, für uns Bentheimer*innen dennoch nicht unbedeutendes Rädchen dieser funktionierenden Demokratie war an diesem herbstlichen Mittwochabend im Forum der Bentheimer Stadtrat. Der Rat beschäftigte sich fast vier Stunden lang unter anderem mit den Grundlagen eines aktualisierten Raumordnungsprogramms,  mit Fakten zur Fortschreibung des Wohnraumversorgungskonzeptes und mit Prognosen zur Kitakinder- und Schulkinderzahlen. All das sind Grundlagen für weitreichende Entscheidungen in unserer Stadt, die Einfluss auf wichtige Lebensbereiche aller Einwohner*innen haben. Entscheidungen werden auf der Basis von Fakten vorbereitet. Das ist mühsam, erfordert hohen Aufwand aller Beteiligten und am Ende möglicherweise Zugeständnisse  und Kompromisse. Das Ergebnis sind in der Regel transparente Entscheidungen nach Faktenlage, die gerade deshalb akzeptiert werden können.

Welch ein Unterschied zu  einer Politik  mit ständigen Falschinformationen und Diffamierungen, die nicht einmal das Votum der Wähler*innen akzeptiert.  Wir haben ausgelernt vom ehemaligen Lehrmeister und das politische System emanzipiert.  Jetzt können wir noch lernen, wie es nicht laufen darf. Lieber rauchende Köpfe als rauchende Colts!

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Große Sorgen auch in der Tourismusbranche

„Ich mache mir Sorgen über die Auswirkungen auf einige Unternehmen, obwohl ich die Gesundheitssicherheit über jede andere Überlegung stelle. Diese Gesundheitskrise ist ein Beispiel dafür, was wir heute berücksichtigen müssen: Wirtschaft, Soziales und Umwelt im weitesten Sinne. Ohne jede der drei Säulen, die eine nachhaltige Entwicklung bilden, werden wir keine ruhige Zukunft aufbauen können“. Das ist nicht etwa das Zitat eines hiesigen  Politikers, Wissenschaftlers oder aus einer beliebigen deutschen Kommune. Vielmehr stammt es von der Bürgermeisterin der südfranzösischen Stadt La Ciotat, der ich mich seit Jahrzehnten verbunden fühle. Die mit der Pandemie verbundenen Probleme dort wie hier gleichen sich und das gilt besonders für beide Tourismusstandorte. Das Ausmaß und die Auswirkungen der Pandemie für diese Branche verdeutlichte in den letzten Tagen eine aufsehenerregende Aktion des Bentheimer Hoteliers Johannes Großfeld. Auf dem Rathausplatz in einem Bett liegend, umringt von Mitarbeiter*innen, forderte er ein Ende des Beherbergungsverbots.  Diese für unsere Verhältnisse drastische Aktion  kann ich gut verstehen wie auch die Verzweifelung in der Veranstaltungsbrache, der Gastronomie und bei Künstlern. In diesem Fall konnte das zuständige Gericht eine Entscheidung fällen. Die Aussetzung des Beherbergungsverbots für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots  durch das Oberverwaltungsgericht wird im Gastgewerbe für Erleichterung sorgen, damit das Herbstgeschäft nicht vollends den Bach heruntergeht. Dennoch: Die Entwicklung der Pandemie in den nächsten Wochen wird Hinweise darauf geben, ob nicht doch strengere Maßnahmen angebracht gewesen wären. Das ist keine leichte Abwägung zwischen Wirtschafts- und Sozialinteressen und dem Gesundheitsschutz andererseits! Sich als Hotelier ausdrücklich für seine Interessen einzusetzen ist jedenfalls mehr als legitim. Ein weiterer Aspekt: In einem Rechtsstaat entscheiden Gerichte auch in solchen Fällen. So geht Demokratie!

Dazu gibt es ein negatives Gegenbeispiel, denn überhaupt kein Verständnis habe ich für die Inhaber*in eines Geschäfts in der Wilhelmstraße. Propaganda für Verschwörungstheorien, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Verachtung von Ärzten und Pfleger*innen sowie allen Menschen, die sich in diesen Zeiten für den Gesundheitsschutz der Menschen einsetzen begegnet uns im Schaufenster (Foto). Da hat jemand keinen Anstand und teilt es auch noch aller Welt mit. Allerdings ist mir das an dieser Stelle keine weiteren Zeilen wert.

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Von der Befragung zur Beteiligung

Die Schüttorfer sind mit der Lebensqualität in ihrer Stadt ganz überwiegend zufrieden, wünschen sich gleichzeitig eine attraktivere Innenstadt, mehr Anerkennung für das Ehrenamt und einen offenen Dialog mit Verwaltung und Politik. Dieses Ergebnisse der „Bürgerumfrage 2020“, veröffentlicht in einem GN-Artikel am heutigen Tag, sind  für unsere Nachbarn von Interesse, denn die Stadtverwaltung beabsichtigt, die Ergebnisse in spätere Projekte einfließen zu lassen. Wer die Obergrafschaft mit Bad Bentheim und Schüttorf auch als gemeinsamen  Lebens-, Bildungs-, Arbeits-, Wirtschafts- und Freizeitraum  betrachtet -und ich sehe das so- wird sich über  jede gute Nachricht aus der Nachbarschaft freuen.

Wie sieht es mit der Zufriedenheit der Bentheimer mit ihrer Stadt aus? Zuverlässige Umfragen sind mir nicht erinnerlich. In meinem Blog vom 25. Januar („Das Bentheimer Paradox) habe ich mich zwar über gelegentliches Nörgeln auf hohem Niveau geärgert, dies jedoch auf Projekte und Veränderungen in der Stadt bezogen. Ich vermute ganz realistisch allerbeste Noten bei der Frage, ob sie, die Bentheimer*innen, gerne in Bad Bentheim leben und mit der Lebensqualität zufrieden sind.  

Wenn es darum geht, das sich Bürger*innen konkret einbringen können, hat unsere Stadt viel Positives geleistet. Neben neu eingerichteten Beiräten, zum Beispiel für Senioren, für Menschen mit Handicap oder Beteiligungsprojekte für Kinder und Jugendliche, erinnere ich an die Bürgerbeteiligung an den Stadtentwicklungskonzepten mit den ganz konkreten Zielen und Projekten in unserer Stadt. Den Bürger*innen wurden in Zukunftswerkstätten vielfältige Mitwirkungsmöglichkeiten eröffnet. Das ist auch unverzichtbar, denn schließlich ist die Stadt bei der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes auf die Mitwirkung seiner Einwohner*innen angewiesen.

Wie gesagt: Leitbilder, Ziele und Projekte beschreibt dieses Konzept und bieten damit einen Rahmen für die Entwicklung der Stadt. Wer sich dafür interessiert, findet darin  Fakten und Grundlagen für die Diskussion, für die berufliche oder unternehmerische  Tätigkeit oder die Arbeit im Verein. Schließlich müssen sich auch die politischen Parteien und die Verwaltung  an den selbstgesteckten Zielen messen und eine Rückkoppelung zur Einwohnerschaft kann dabei nur positiv sein.

Und um auf die Eingangsthesen aus der Nachbarstadt zurückzukommen: Fundierte Mitwirkungsmöglichkeiten auf der Basis von Fakten unterstützen die effektive Beteiligung enorm, sorgen für transparente Entscheidungen, erschweren somit Hinterzimmerpolitik und führen bestimmt zu größerer Zufriedenheit mit dem Wohn- und Lebensort.

Auf der neuen Homepage der Stadt ist das „Stadtentwicklungskonzept Bad Bentheim 2035“ leicht zu finden. Es wird in Kurzform präsentiert und kann auch in vollem Umfang gelesen werden. Es lohnt nicht nur den gelegentlichen Blick! Und später muss es aktualisiert und fortgeschrieben werden. Natürlich mit breiter Bürger*innenbeteiligung.

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Einladung zum Wandern

Sauerland statt Provence, Baltrum statt Adria oder Neuschwanstein statt Eiffelturm. Die Corona-Pandemie sorgt für ein touristisches Hoch im eigenen Land. Sogar das Wandern findet imer mehr Anhänger, die dem ohnehin vorhandenen Trend folgen. Warum dabei in die Ferne schweifen, wenn das Wanderglück doch vor der Haustür wartet? Warum nicht einmal das eigene Lebensumfeld zu Fuß erkunden? Die dritte Auflage des Programms „WANDERbares Bad Bentheim“ in dieser Woche lädt dazu Wanderfreunde und solche, die es werden könnten, ein. In diesem Jahr dürfen sich Interessenten auch aus der näheren Umgebung und aus der eigenen Stadt besonders angesprochen fühlen, denn die geplante Vermarktung der Woche zusammen mit dem inzwischen abgesagten Weinfest konzentriert sich auf den Nahbereich.

Zu zwei Wanderangeboten möchten ich gerne auch persönlich einladen,da ich sie als Ortskundiger leiten darf:

Am Donnerstag, 17. September, starten wir um 10.00 Uhr am Brunnen vor dem Kurhaus zu einer gut zweistündigen Wanderung in die nähere Umgebung.

Am Samstag, 19. September, um 9.00 Uhr ist das Sandsteinmuseum in der Funkenstiege Treffpunkt für konditionsstarke Wanderer, denn mit gut 20 Kilometern ist eine anspruchsvolle Strecke durch Steinbrüche und Wälder zu bewältgen. Neben dem Wandererlebnis gibt es viele Informationen zur Wanderstrecke, Natur und Sehenswürdigkeiten. Gegen 16.00 Uhr werden wir wieder in der Stadtmitte ankommen. Getränke und Verpflegung sind selbst mitzubringen. Gutes Schuhwerk wird empfohlen!

Nähere Infos gibt die Touristinformation Bad Bentheim als Veranstalter der Wanderwoche unter der Telefonnummer 05922 98330. Eine Anmeldung ist ebenfalls unter dieser Nummer erforderlich.

Ich würde mich freuen, bekannte und unbekannte Gesichter bei den Wanderungen begrüßen zu können!

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