Was haben wir vom Tourismus?

„Was haben wir vom Tourismus?“ Eine Frage, die in letzter Zeit häufiger in der öffentlichen Diskussion auftaucht. Bei der Beratung des Haushalts des Eigenbetriebs Tourismus am Mittwochabend im Rathaus habe ich für die SPD-Fraktion in einem längeren Wortbeitrag eine Antwort auf diese Frage formuliert. Herausgekommen ist dabei gleichzeitig ein Plädoyer für den Tourismusstandort Bad Bentheim und natürlich eine Begründung für den städtischen Zuschuss in Hohe von über 200 000 € für den Eigenbetriebshaushalt, also die direkte Tourismusförderung durch die Stadt.

Drei Punkte dazu:

1. Der Bentheim-Tourismus verzeichnet in den letzten Jahren enorme Wachstumsraten. Die Investitionen haben sich gelohnt!

2. Zur Ausgangsfrage „Was haben wir vom Tourismus“ einige Zahlen (Danke an die Verwaltung für die Aufbereitung), die für sich sprechen?

  • 600 000  Tagesgäste    und  550 000 Übernachtungen pro Jahr (Verwandtenbesuche und ähnliches wurden dabei nicht mitgezählt)
  • 52 Millionen Euro Umsatz   und  30 Millionen Euro  Wertschöpfung pro Jahr
  • Über 1 000 Arbeitsplätze

Tourismus ist ein Top-Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt!

Private Anstrengungen und Investitionen  werden durch das städtische Engagement unterstützt. Und das bürgerschaftliche Engagement wird gefördert, oft durch die Förderung erst ermöglicht. Denken wir in diesem Zusammenhang  beispielsweise an die umfangreichen Programme der Verkehrsvereine.

Und außerdem: Wir verfügen über attraktive Einrichtungen und Veranstaltungen, die auch von den Einwohnern gerne angenommen und besucht werden. Musikveranstaltungen, Ritterturniere und gerade jetzt aktuell unser toller Weihnachtsmarkt.

Fazit:  Alle profitieren – Tourismus kommt  allen zu Gute.

3. Ausblick

Es gilt, mit alten und neuen Projekten das Niveau zumindest zu halten und Wachstumschancen weiter zu nutzen. Es gibt allgemein diese weiteren Wachstumschancen für den Tourismus, wir sollten uns am Ort eine Scheibe davon abschneiden können. Dafür müssen die  Voraussetzungen stimmen. Personal-  und Sachmittel müssen eingesetzt werden. Und wir sollten künftig Ziele genauer definieren. Das schafft auch mehr Transparenz. Unser neues Leitbild ist eine gute Grundlage dafür.

Nicht nur die Tourismusförderung war Thema der Ratssitzung. Die Verabschiedung des Haushalts stand ebenso auf der Tagesordnung wie der Vertrag mit der Musikakademie. Außerdem wurde ein neuer Flyer zur Bürgerstiftung vorgestellt: Kunst und Kultur fördern von Bürgern für Bürger. Es tut sich also etwas in Bentheim!

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Long, long time ago, I can still remember…

Nach einger Zeit gibt es in diesem Blog mal wieder eine Preisfrage, bei der es eine kleine Überraschung zu gewinnen gibt, nämlich einen leckeren Cidre in angenehmer Umgebung.

Und hier die Frage: Wann, wo und bei welchem Anlass entstand dieses Foto?

Kleiner Tipp: Das Jugendhaus spielt eine Rolle dabei. Und: Wer sich wieder erkennt, ist von der Teilnahme ausgeschlossen. Antworten an meine E-Mail, per Facebook, telefonisch oder über die Kommentarfunktion. Viel Spaß beim Raten!

 

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Foto: Franko

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Demenz – ein Fachausschuss auf dem Irrweg!

Seltsames, nein Ärgerliches gibt es aus dem Sozialausschuss der Stadt zu vernehmen. Thema war in der vergangenen Woche das Projekt „Demenz – eine Stadt auf dem Weg“. Seitens der CDU wird eine finanzielle Beteiligung der Stadt an dem Projekt abgelehnt. Das ist ärgerlich und ebenso unverständlich wie die Vertagung des Themas. Es ist ein wichtiges Thema, das besonders, aber keineswegs ausschließlich ältere Menschen betrifft und  deren  Problemlagen stehen leider nicht allzu oft im Mittelpunkt des Interesses. Eine gute Chance, dies zu ändern und ein Familien- und Seniorenthema positiv und unterstützend zu begleiten, wurde vom Fach(!)ausschuss vertan. Vorerst.

Worum geht es? Die Robert-Bosch-Stiftung als Träger des Projektes schreibt:“…Wir alle sind als Bürgerinnen und Bürger gefordert, uns mit Vorurteilen und Ängsten gegenüber Demenz auseinanderzusetzen. Es gilt, ein neues soziales Miteinander anzuregen und gemeinsam zu gestalten, welches von Wertschätzung und Respekt getragen ist.“ Nähere Informationen gibt es auf der Homepage http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/20834.asp

Mit 9.300 € wäre die Stadt am Projekt beteiligt. Der Rat wird auch sicher noch mehrheitlich in diesem Sinne entscheiden, denn der Fachausschuss spricht lediglich eine Empfehlung aus. Die Beratungsunterlagen sind im öffentlichen Teil des Ratsinformationssystems der Stadt für Jedermann einsehbar: http://www.stadt-badbentheim.de/index/ und dort in das System und den Sitzungskalender einklicken: Sitzung des Sozialausschusses am 26.11. – Sitzungsdetails.

Übrigens: Seniorenthemen waren in diesem Blog schon häufiger Thema und werden es weiterhin sein. Zwei Beispiele: Am 23. Juli 2011 der Blog „Alt werden will jeder, älter werden niemand“ und am 13. November 2011 „Seniorengerechtes Wohnen“.

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Runter vom Sofa – Rein in den Wald!

„Wintersport, Formel 1, Sportschau, Essen, Schlafen in der ungefähren Reihenfolge.
Einfach ein klasse Sonntag.“ Diesen Beitrag und diese Einschätzung eines gelungenen Sonntags lese ich heute bei Facebook, verfasst von einem meiner Jugendfreunde, K.H. aus S. Lieber K.H.: Das Gute liegt manchmal auch vor der Tür, zum Beispiel nördlich des Bades im früheren Totenwald, jetzt ein Hutewald, und ideales Ziel für einen Sonntagsspaziergang.

Das noch relativ junge Projekt führt uns bekanntlich zurück in die historische Waldnutzung. Rinder, Ziegen, Schweine besiedeln wieder die 26 ha große Waldfläche mit gekappten Buchen, finden dort Nahrung und Lebensraum und sorgen  wieder für Weideflächen mitten im Wald. Interessant anzusehen sind die von Menschenhand zunächst hergerichteten Waldflächen (unten), in deren Randbereichen zudem immer noch skurile Baumruinen zu bewundern sind (oben): Das Projekt entstand in enger Kooperation zwischen Besitzer, Landes- und Kreisbehörden sowie dem Tierpark Nordhorn und ist für den Verfasser dieses Blogs ein besonders gelungenes und vorbildliches Beispiel für Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Weitere Aktivitäten könnten folgen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Wildgehege im oder am Bentheimer Wald. Rotwild, Wildschweine und Fuchs und Hase einmal dort aus der Nähe erleben, wo sie sich Guten Tag sagen. Das wäre bestimmt ein weiteres lohnendes Ausflugsziel!

Übrigens: Rindviecher und andere Neubewohner des Hutewaldes wurden zwar heute nicht gesichtet, sind  aber offensichtlich tatsächlich dort, wie frische Spuren beweisen:

Also, mein Vorschlag: auch mal runter vom Sofa, gerade am Sonntag, und rein in den Hutewald. Man sieht sich vielleicht (möglichweise auch K.H.?). Und über neue Projekte lohnt das Nachdenken!

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Goldener Oktober

Passend zum Oktobersonntag einige Herbstimpressionen vom Sonntagsspaziergang im Arboretum  de Lutte und aus dem Bentheimer Hausgarten. Und dazu noch zwei klassische Herbstgedichte – viel mehr braucht es nicht an diesem Sonntag!

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel
(1852)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!

Theodor Storm
(1848)

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Der Name bleibt – die Diskussion geht weiter (hoffentlich anders)

Vor genau 12 Jahren hat der Autor dieses Blogs im Verwaltungsauschuss der Stadt Bad Bentheim die Frage aufgeworfen, ob die Carl-Diem-Straße in unserer Stadt nicht aufgrund der Verfehlungen des Namensgebers in der Nazizeit umbenannt werden sollte. Daraufhin wurden die Anwohner befragt, die sich nach Auskunft der Verwaltung ganz überwiegend negativ zur Umbenennung äußerten und besonders praktische Aspekte für ihre Haltung anführten. Auch der Hinweis auf historische Quellen, die Diems Verstrickungen in das System belegen, änderte an dieser Haltung nichts. Nach einigen Diskussionen in städtischen Gremien (Fraktion und Verwaltungsausschuss) wurde von mir (der Autor) aufgrund des eindeutigen Anliegervotums kein weitergehender Antrag gestellt. Das war soweit ein teilweise frustierender Vorgang, denn die Haltung der Anwohner war schon damals nach Studium der Geschichtsforschung schwer nachvollziehbar, ja geradezu ernüchternd. Ganz ehrlich: erschütternd. Andererseits gab es ermunternde Unterstützung für eine Namesänderung aus allen Fraktionen. – Nun, die Sache ruhte.

Was hat sich gegenüber der Situation im Jahre 2000/2001 geändert, um nunmehr in der entscheidenden Ratssitzung für eine Umbennenung zu stimmen? Zunächst kamen Anregungen hierzu von außen, nicht aus dem Rat heraus. Gerade die ausführliche Begründung eines jungen Bentheimers sorgte ebenso für eine erneute Diskussion wie eindeutige Meinungsbekundungen aus den Fraktionen und des Bürgermeisters. Und es gibt neue wissenschaftliche Stellungnahmen, so im Auftrage der Deutschen Olympischen Gesellschaft durch den Historiker F. Becker. Auszug aus einem Interview der Zeit im November 2011:

„ZEIT ONLINE: Was wiegt in der Bewertung der Person Diem schwerer: Seine Verdienste für den deutschen Sport oder seine Verstrickungen mit dem NS-Regime?

Becker: Wenn man heute die geschichtspolitische Frage stellt, ob Diem noch als Vorbild taugt, dann wirken seine Verfehlungen stärker. Es ist heutzutage nicht erträglich, jemanden zu ehren, der in seinem Leben viele antisemitische Äußerungen getätigt, der im Nationalsozialismus engagiert mitgetan und kurz vor Kriegsende eine Durchhalterede vor Hitlerjungen gehalten hat. All diese Dinge sind inakzeptabel und man kann sie nicht durch Verdienste aufwiegen.

ZEIT ONLINE: Besonders umstritten ist die Sparta-Rede, mit der Diem Volkssturmmänner und Hitlerjungen in die Schlacht um Berlin und somit in den sicheren Tod geschickt haben soll. Was macht Sie so sicher, dass er diese Rede auch wirklich gehalten hat?

Becker: Es gibt zwei Quellen, die diesen Sachverhalt unabhängig voneinander belegen. Da ist einmal der Zeuge Reinhard Appel, der als Hitlerjunge vor Diem gestanden hat. Er sagt, es soll eine flammende Rede gewesen sein. Dann gibt es zweitens ein Stichwortmanuskript von Diems eigener Hand. Darin wird die Rede skizziert. Diem sprach über die Jugenderziehung in Sparta, die militärisch geprägt war und Opferwilligkeit für das Vaterland forderte. Er verglich sie mit der Jugenderziehung in den Organisationen des NS-Staates. Während er diese Rede hielt, hörte man in Berlin schon das Artilleriefeuer der Sowjets, die an der Oder standen. In diesem Kontext konnte eine solche Rede nur als Durchhalterede verstanden werden.“

Das vollständige Interview kann hier nachgelesen werden:

http://www.zeit.de/sport/2011-12/interview-becker-diem-nazi

Auch wenn der Olympische Sportbund mit der Arbeit Beckers nicht gänzlich einverstanden war, hieß es doch in einer Erklärung vom 31.1.2012 eben des Olympischen Sportbundes; dass man sich „nicht zu einer ablehnenden oder zustimmenden Umgang mit Carl Diem durchringen könne und Namensgebungen oder -änderungen weiter den betreffeden Institutionen und Organisationen vorbehalten bleiben soll“ (zitiert nach Studien zur Geschichte des Sports, Lit Verlag, Münster 2012). Eben!

Der Autor stimmt der Einschätzung des Historikers zu: Carl Diem ist kein würdiger Namensgeber für eine Straße in Bad Bentheim. Wir wären besser dem Beispiel vieler Städte wie Köln, Münster und Frechen gefolgt und hätten  die Straße umbenannt. Der Rat hätte die Entscheidung eines Vorgängerrates durchaus revidieren können. Die Entscheidung ist selbstverständlich demokratisch (nicht diktaktorisch wie die CDU-Ratsfrau Helena Hoon bemerkte) gefallen und gilt entsprechend. Die Diskussion im Rat verlief mit den Wortbeiträgen aus SPD, Grünen und CDU angemessen. Fraglich wird bleiben, ob eine breitere Befassung der Einwohnerschaft, zum Beispiel auch mit Schulprojekten, hilfreich gewesen wäre oder ob nicht eine längere Diskussion für unvertretbaren Unfrieden gesorgt hätte. Weitere Fragen drängen sich auf. Einige Beispiele: Warum fallen einzelne betroffene Anlieger (einzelne!) in Wort und Schrift dermaßen aus der Rolle und missachten Grundregeln des Anstands? Sollen wir Straßen überhaupt noch nach Personen benennen? Können wir, müssen wir Rückschlüsse daraus ziehen, welche Auseinandersetzungen uns erwarten, wenn wir anläßlich des Stadtrechtsjubiläums 2015 endlich die dunklen Seite der Stadtgeschichte aufarbeiten werden? Es bleibt spannend – und vielleicht auch kontrovers. Und das ist gut so!

 

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Was lange währt, wird endlich gut + Irren ist menschlich

Was lange währt, wird endlich gut. Das gilt auch für einige Projekte in Bad Bentheim.

Beispiel Nummer 1: Samstag konnte nun die neue Grundschule offiziell eingeweiht werden. Fünf Jahre sind seit den ersten Diskussionen um einen Neubau als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Schulbau in der Marktstraße vergangen. Eine moderne, helle und freundliche Grundschule bietet jetzt tolle Lern- und Lehrbedingungen. Eine Reihe richtiger, und zum Teil umstrittener Entscheidungen war dafür erforderlich. An einem entscheidenden Punkt konnte sich eine Mehrheit aus SPD und Grünen nur ganz knapp im Rat durchsetzen. Zuvor hätte eine Entscheidung für ein Einkaufszentrum nahe der Feuerwehr schon die Voraussetzungen für den Erwerb der Marktstraßenflächen durch K+K   und somit für die Neubaupläne der Grundschule verhindert. Das war nur von Hellsehern vorhersehbar, aber gleichwohl -zugegebenermaßen- die richtige Entscheidung. So hat der  Bau der neuen Grundschule viele Väter und Mütter.

Beispiel Nummer 2: Tatsächlich wurden jetzt auf dem Rathausplatz neue Bäume gesetzt. Nach Überzeugung des Autors dieser Zeilen ein lange überfälliger Schritt, denn der Bereich rund um den Rathaus- oder Pariser Platz gilt keinesfalls als gelungenes Beispiel der Stadtentwicklung. „Das Beste daraus machen“ kann da nur die Devise sein. Und etwas Grün trägt sicher zu einem optisch angenehmeren Gesamtbild bei. Gleichwohl: Das hätten wir auch früher haben können. Hier ein Auszug aus dem Protokoll der 8. Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Stadt Bad Bentheim am 11.05.1998 im Sitzungssaal des Rathauses: „Nach einer eingehenden Ortsbesichtigung beantragte Herr P., auf der Westseite des Platzes Säulenbuchen zu setzen, wie es die Kreissparkasse beantragt habe. Auf der Ostseite sollten 2,50 Meter von der Hauswand des neuen Gebäude entfernt insgesamt vier Kübel mit den gleichen Bäumen aufgestellt werden,…..“ Es entwickelt sich eine Diskussion, in der seitens der Grünen eine Fassadenbegünung mit Kletterpflanzen ins Gespräch gebracht wurde und von der Verwaltung darauf hingewiesen wurde, dass die Aufstellung von Kübeln dort unmöglich sei. Dennoch: „Herr P. hielt seinen Antrag aufrecht, auf der Ostseite des Platzes jeweils gegenüber denen auf der Westseite Säulenbuchen in Kübeln aufzustellen.“ Und dann hält das Protokoll fest: „Dieser Antrag wurde zur Abstimmung gestellt und mehrheitlich abgelehnt“. Der Protokollant meinte es gut mit Herrn P., denn es gab nur eine einzige Stimme für den Antrag zur Aufstellung weiterer Bäume, nämlich die eigene Stimme des Antragstellers P. Kein Parteigenosse fühlte sich zumindest zu einer Stimmenthaltung verpflichtet. Immerhin: der als Gast in dieser Ausschussitzung anwesende Ratsherr Herr R. gab unterstützend zu Protokoll: „Auch sollten die Bäume vor der Kreissparkasse einen Gegenpol auf der anderen Seite des Platzes erhalten.“ Es fand sich dann als Lohn für das mutige und einsame  Vorpreschen  im Beschluß (!) die Formulierung…“Die Frage der Begrünung der Ostseite des Platzes ist weiter zu verfolgen“.

Tja, und das hat dann 14 Jahre gedauert. Und aus der Ostseite wurde die Nord- und Südseite, darauf muss man ja erst einmal kommen. Mit der Gestaltung der Innenstadt und den Gebäuden dort müssen und können wir inzwischen leben, die zusätzlichen Bäume werden  sicher etwas dazu beitragen.

„Was lange währt wird endlich gut“. Oder „…wird endlich etwas besser“, könnte man feststellen und gleichzeitig einen Gruß nach Italien an Ratsherrn R. schicken.

Manche Dingen müssen sich wohl langsam entwickeln und darauf warten, dass die Zeit reif wird für Entscheidungen. Weitere Beispiele aus der Bentheimer Lokalpolitik hierfür folgen in den nächsten Wochen. Im Rathaus und hier im Bentheim-Blog.

Und hier die Nord- und Südseite des Platzes mit den frisch gepflanzten Säulenbuchen, die hoffentlich kräftig wachsen und viel Grünmasse entwickeln werden:

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Hurra wir leben noch!

Zufriedene Gesichter bei Stars und Fans nach dem emotionalen 3 : 2 Sieg des HSV über den aktuellen Deutschen Meister BVB. Heung-Min Son, Doppeltorschütze und zweiter der Torjägerliste, zeigte sich beim Sonntagstraining in bester Laune und kommentierte locker:“Tore machen ist immer geil…“  Nur weiter  so, damit das wohlwollende leichte Grinsen der Fans auch nach den nächsten Partien anhält.

Foto: Benno Hafas

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Öffentliche Beschimpfungen nerven und lenken ab!

„In Bentheim zählt nur noch der Ferienpark“. Dieses Zitat aus einem Leserbief der GN steht stellvertretend für eine ganze Reihe von Meinungsäußerungen, im Grunde genommen sind es teilweise öffentliche Beschimpfungen,  zu Entwicklungen -aus meiner Sicht überaus positiven Entwicklungen- in unserer Stadt, zum Ferienpark und zum Badepark.  Über fast alle Standpunkte und Meinungsäußerungen kann man, sollte man diskutieren. Das Maß an Unsachlichkeiten, Fehlinterpretationen und -einschätzungen, Falschinformationen und teilweise Diffamierungen und Unwahrheiten erstaunt jedoch.

So darf in der öffentlichen Wahrnehmung nicht untergehen, dass die touristische  Expansion selbstverständlich im Interesse der Stadt und der Einwohner ist und der Badepark mit seinem Topangebot für Einwohner und Gäste gleichermaßen und mit seinen  moderaten und teilweise sozialen Eintrittspreisen (Kinderkarte für Hallen- und Freibad zu 2,00 €) ein echtes Highlight darstellt. Der Badepark mit seinem Ganzjahresangebot ersetzt ein marodes Freibad aus den 1930-er Jahren, ermöglicht endlich vernünftigen Schul- und Vereinssport und wird von Familien aus Bentheim und darüber hinaus und natürlich auch von Touristen gerne genutzt.

Die positiven sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Stadtentwicklung gerade an den Beispielen Tourismusentwicklung und Badepark stärker herauszustellen, ist eine wichtige aktuelle Aufgabe. Nicht im Streit mit den wenigen, aber nervigen „Bashern“, sondern im Gespräch mit den diskussionsbereiten Kritikern werden dann hoffentlich die wirklich kritischen Punkte in der Stadt zur Sprache kommen und Lösungen dafür angedacht werden. Die Innenstadtbelebung beispielsweise ebenso wie Probleme der Verkehrsführung sind Themen, die wir wirklich kritisch diskutieren müssen. Und der Tourismus- und Gesundheitsstandort Bentheim muss natürlich dann auch Thema sein. Die konstruktiven Kritiker sind eingeladen zur Fortschreibung  des „Stadtentwicklungskonzepts Bad Bentheim 2020.“  Bürgernahe Formen müssen dafür gefunden werden, damit zielgerichtet  gestritten wird – und die öffentlichen Beschimpfungen keinen Nährboden mehr finden!

Übrigens: Nach einem Bericht von WDR 3 gibt es tatsächlich Tourismustandorte in Deutschland, in denen ganz im Gegensatz zu uns die Bevölkerung eben unter diesem Tourismus nachvollziehbar  zu leiden hat.  Hier ein ironisches Zitat zur WDR-Sendung: „Noch drei Wochen vor Kriegsende hat der Rothenburger Kreisleiter die weltberühmte Tauberbrücke aus dem Jahr 1330 sprengen lassen, um den Vormarsch des Feindes aufzuhalten. Nun kommt er doch, täglich, in wachsender Zahl und selbstverständlich friedlich: 2,5 Millionen Touristen von Leipzig bis Tokio besichtigen jährlich 37,5 Hektar deutsches Mittelalter, oder mindestens das, was man samt des ganzjährigen Weihnachtsmarktes großzuügig dafür halten kann. Mit dem Tourismus, aber selten vom Tourismus, lebt ein Drittel der 12.000 Einwohner innerhalb der alten Stadtmauern – bestaunt, begafft, bedrängt, genervt.“

 

 

 

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Kinder stark machen!

Ganz nach dem Motto des Deutschen Kinderschutzbundes „Kinder stark machen“ haben wir von der kleinen Bentheimer Gruppe des Kinderschutzbundes heute am Montag wieder einmal zur Ferienpassveranstaltung „Nachtwanderung“ eingeladen. Mitgemacht haben  „mutige Kinder und solche, die es werden wollen“. Über 30 Kinder fühlten sich angesprochen.

Um 21.00 Uhr ging es am SVB-Jugendheim los. Der Weg führte durch die Große Maate ins Lebericht, wo natürlich Gespenstisches hinter Bäumen lauerte und eine kleine Mutprobe zu bestehen war. Eben für Mutige und solche, die es werden wollen. Zum Abschluss wurde beim Dorfgemeinschaftshaus Sieringhoek am Lagerfeuer gegrillt.

Die Neuauflage fürs nächste Jahr ist geplant. Schön wäre es, wenn sich weitere Erwachsene unserer kleinen Gruppen anschliessen würden. Unterstützung bei dieser und weiteren Veranstaltungen wie den Kindertheatertagen ist willkommen. Geplant ist als nächstes eine Autorenlesung im Herbst. Thema: Pubertät. Und da schließt sich der Kreis zur heutigen Nachtwanderung: beides kann bekanntlich bisweilen gruselig sein!

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